mtex 2012 – März - Fachartikel 2

27.03.2012

Die neue (textile) Leichtigkeit im Fahrzeugbau Neues Chemnitzer Messe-Duo wird von hochkarätigem Symposium gekrönt Die Messe Chemnitz führt zusammen, was zusammen gehört: Vom 8. – 10. Mai 2012 finden in der sächsischen Maschinenbau- und Textilmetropole erstmals die mtex – Internationale Fachmesse für Textilien und Composites im Fahrzeugbau und die LiMA - Internationale Fachmesse für Leichtbau im Maschinen- und Anlagenbau parallel statt. Dieser aus Sicht der Fachleute sehr sinnvolle Schulterschluss wird gekrönt durch ein branchenübergreifendes Symposium mit hochkarätigen Referen

Die neue (textile) Leichtigkeit im Fahrzeugbau

Neues Chemnitzer Messe-Duo wird von hochkarätigem Symposium gekrönt

Die Messe Chemnitz führt zusammen, was zusammen gehört: Vom 8. – 10. Mai 2012 finden in der sächsischen Maschinenbau- und Textilmetropole erstmals die mtex – Internationale Fachmesse für Textilien und Composites im Fahrzeugbau und die LiMA - Internationale Fachmesse für Leichtbau im Maschinen- und Anlagenbau parallel statt. Dieser aus Sicht der Fachleute sehr sinnvolle Schulterschluss wird gekrönt durch ein branchenübergreifendes Symposium mit hochkarätigen Referenten aus Industrie und Forschung. An allen drei Tagen stellen sie jüngste Forschungsergebnisse vor und ermöglichen ihrem Publikum einen Blick in die Zukunft.

So erläutert Daniela Bohlinger, Color und Trim Designerin bei BMW i, München in ihrem Vortrag „BMW-i - Zukünftige Mobilität, Premium und Nachhaltigkeit“ die Umsetzung der Ansprüche an die Automobile neuer Generationen am Beispiel der Concept Fahrzeuge von BMW i. „Der Anspruch unseres Konzepts BMW i ist die Gestaltung von Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette“, betont die Designerin.
Im Maschinen-und Anlagenbau treiben steigende Energiepreise und wachsendes Umweltbewusstsein die verstärkte Nutzung von Leichtbaukomponenten, die Integration von nachwachsenden Rohstoffen und die Herstellung neuartiger Dämmstoffe auf Kunststoffbasis voran. Georg P. Holzinger, General Manager Research & Development KraussMaffei Technologies GmbH, München, stellt sich in seinem Vortrag der Frage: „Leichtbaulösungen im Maschinenbau von KraussMaffei – Vision oder Realität?“. Dr. Elmar Witten, AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V., Frankfurt am Main, beleuchtet Marktentwicklung, Einsatzmöglichkeiten sowie Trends der Faserverstärkten Kunststoffe. „In der aktuellen Diskussion um Leichtbau, Gewichts- und CO2-Einsparungen spielen Glas- und Kohlestofffaserverstärkte Kunststoffe eine wichtige Rolle“, weiß Dr. Witten.
Als Übersetzerin des Zeitgeists sieht sich Claudia Khalil, Geschäftsführerin von khalil automotive / interiors und Chefdesignerin von STRÄHLE + HESS. Die intelligente Gestaltung ist in ihren Augen der Schlüssel zum Erfolg eines Produkts. Doch im 21. Jahrhundert seien darunter nicht allein Formensprache und Farbmanagement zu verstehen. Der Verbraucher von heute verlange zum einen nach Individualität und hoher Flexibilität im Fahrzeuginnenraum. Vor allem aber möchte er den bewussteren Umgang mit Ressourcen garantiert wissen, weshalb modernes Materialmanagement und das richtige Gespür für Trends unabdingbar seien. Nur so werde die Erwartungshaltung erkannt, aus dem sich der tatsächliche Wert eines Produkts ableite. Folgerichtig lautet der Titel ihres Vortrages: „ DESIGN - als Schlüssel zum Erfolg?“
Neue Leichtbaulösungen im Bereich der Fahrzeugkarosserie und des Antriebsstranges erläutert das Fraunhofer-Institut IWU, Chemnitz. Unter Berücksichtigung des Klimawandels und der begrenzten Vorkommen natürlicher Ressourcen rückt die Notwendigkeit zur Steigerung der Ressourceneffizienz in der produzierenden Industrie als zentrale Aufgabe immer stärker in den Fokus. Die Reduzierung der CO2-Emissionen und die damit verbundene Senkung des Kraftstoffverbrauches sind zentrale Herausforderungen, denen sich Fahrzeughersteller und deren Zulieferunternehmen stellen müssen. Der konsequenten Anwendung von Leichtbaustrategien kommt bei der Erfüllung dieser Aufgabe eine entscheidende Rolle zu. Der Begriff „Leichtbau“ ist längst zu einem Synonym für eine revolutionäre industrielle Entwicklung geworden. „Leichtbaulösungen im Fahrzeugbau – ein primärer Beitrag zur Ressourceneffizienz“ lautet der Titel des Beitrags von Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Reimund Neugebauer und Dr.-Ing. Andreas Sterzing vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), Chemnitz.
Am ITV Denkendorf beschäftigen sich die Forscher mit „Multifunktionalen textilbasierten Faserverbundwerkstoffen“. Über das Textil lassen sich relativ einfach zusätzliche Funktionen
in das Faserverbundbauteil einbringen. Beispielsweise ist die Einarbeitung von Sensoren zur Bauteilüberwachung ein wichtiger Schritt, weil dadurch Überdehnungen und Risse im Material rechtzeitig erkannt werden können. Dies ermöglicht das Weglassen der üblicherweise eingebrachten gewichtstreibenden Sicherheits-Verstärkungslagen (sogenannter „Angstlagen“). Weitere Forschungsarbeiten in der textilen Faserverbundtechnik zielen auf eine möglichst exakte Verlegung der Fasern in die Kraftflusslinien und damit auf die Reduzierung des Faserabfalls sowie die Verringerung der Faserondulation (Vortrag „Multifunktionale textilbasierte Faserverbundwerkstoffe“, Dr. Markus Milwich, Prof. Heinrich Planck, Institut für Textil- und Verfahrenstechnik der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf).
Der Fußgängeraufprallschutz hat für die Entwicklung neuer Automobile seit der Einführung von verschärften Anforderungen an Bedeutung gewonnen. Durch unter der Fahrzeugfronthaube angeordnete textile Abstandsstrukturen soll die Schutzwirkung verbessert werden. In seinem Vortrag “Integrale Motorhaubensysteme für den Fußgängeraufprallschutz bei Automobilen“ berichtet Matthias Haupt, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden (Koordinierende Forschungsstelle), über das gleichnamige IGF-Vorhaben. Die Wissenschaftler haben auf die Impaktdämpfung angepasste Abstandsgestricke (AGS) entwickelt, die während der Herstellung konfektioniert und dabei an die Motorhaubengeometrie angepasst werden können. (Vortrag „Integrale Motorhaubensysteme für den Fußgängeraufprallschutz bei Automobilen“, Matthias Haupt, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungs-werkstofftechnik der TU Dresden)
Heutige Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK weisen noch kein wirtschaftliches Potenzial für den automobilen Massenmarkt auf. Einen geeigneten Ansatz, den Kostennachteil zu reduzieren und eine anforderungsgerechte Auslegung sicher zu stellen, bietet die Kombination von neuartigen Faserverbundkunststoffen mit Metallen in der Multimaterialbauweise. Das vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung (BMBF) geförderte Gemeinschaftsprojekt CAMISMA erforscht das Leichtbaupotenzial für die Multimaterialbauweise anhand der Fahrzeugsitzstruktur der Rückenlehne eines Sportwagenvordersitzes (Vortrag „Neue Verbundmaterialien für Leichtbauanwendungen im Automobilinnenraum“, Sabrina Zobel (ITA), Ralf Matheis (IKA), Michael Glowania (ITA), Leif Ickert (IKA), Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Thomas Gries (ITA), Prof. Dr.Ing. Lutz Eckstein (IKA), Institut für Kraftfahrzeuge (IKA) der RWTH Aachen).
Der Einzug des Internets in das Auto zeigt, dass in den Visionen der Automobilhersteller neben den haptischen und optischen Veränderungen der Oberflächen weitere Ideen für interaktives Verhalten eine wichtige Rolle spielen. Dem Wunsch nach Individualisierung kann durch neue Beleuchtungs- und Bedienkonzepte begegnet werden. Die Integration von Elektronik in Fahrzeugtextilien spielt dabei eine zunehmende Rolle. Durch selbstleuchtende Textilien auf Basis der Elektrolumineszenz oder eingearbeiteter LED können Bereiche des Interieurs sequentiell beleuchtet werden (Vortrag „Textilien mit funktionellen Oberflächen als innovative Materialien für den Fahrzeugbau“, Dr. Uwe Möhring, Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. Greiz).
Produktionsbeschleuniger Plasma
Günter Grabher, Textilveredelung Grabher Lustenau, Österreich, referiert zum Thema „Industrielle Plasmaanwendung für Compositewerkstoffe“. Sein Unternehmen beschäftigt sich seit Jahren mit Atmosphären-und Niederdruckplasmatechnologie zur Oberflächenveredelung von Textilien. „Die händische Trocken- oder Nasslaminierung aus zugeschnittenen Karbongeweben oder Gelegen, erfüllt derzeit noch nicht die Standards und Taktzeiten, die von der Automobilindustrie gefordert werden, um zukünftig Großserien produzieren zu können“, weiß Günter Grabher. Die Automobilhersteller suchen daher abseits der Rohwarenbeschaffung eigene Wege, Karbonteile erzeugen zu können. Dabei kommen neue Lege,- Knüpf-und Windetechniken zum Einsatz. Neuartige Roboter werden konstruiert, die dreidimensionale Karbonteile erstellen sollen. Webmaschinen werden umgerüstet, und das Sticken wird neu erfunden. Grabher ist es mittels Plasmatechnologie gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das die Tropf- und Taktzeit beim Infiltrieren mit Harzen im Werkzeug um den Faktor 6 erhöht. (Vortrag: Industrielle
Plasmaanwendung für Compositewerkstoffe“, Günter Grabher, Textilveredelung Grabher Lustenau, Österreich)
Mit dünnen Schichten, hergestellt mit Plasmabeschichtungsverfahren, können die Oberflächeneigenschaften von Werkstoffen gezielt verändert und eingestellt werden. Dies ermöglicht leistungsfähigere und deutlich haltbarere Produkte als bisher, außerdem neue Funktionalitäten und Anwendungen. Für den Konstrukteur ergeben sich völlig neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Leichtbauprodukten (Vortrag „Möglichkeiten moderner Plasmatechnologie für den Leichtbau“, Dr. Jochen Brand, Fraunhofer IST Braunschweig).
Die Alterungsvorgänge nach einer Plasmabehandlung wirken sich ebenso wie die Behandlungsparameter auf die Eigenschaften der Polymeroberflächen aus. Neben den zeitlichen Einflüssen sind auch die Lagerbedingungen für Veränderungen verantwortlich. In seinem Vortrag „Alterung von Kunststoffoberflächen nach der Behandlung mit Atmosphärendruck-Plasma“ erläutert, Prof. Dr. Elmar Moritzer, Universität Paderborn, diese Problematik am Beispiel verschiedener Thermoplaste. (Vortrag: „Alterung von Kunststoffoberflächen nach der Behandlung mit Atmosphärendruck-Plasma“, Prof. Dr. Elmar Moritzer, Universität Paderborn)
Magnesium gilt als leichtestes Konstruktionsmetall. Es bietet im Einsatz als Legierungsmetall viele Vorteile. So besitzen die Magnesiumlegierungen neben einer niedrigen Dichte eine hohe spezifische Festigkeit. Die Gusslegierungen lassen sich exzellent vergießen; die Ressourcen sind nahezu unbegrenzt. Die Biokompatibilität ermöglicht den zukünftigen Einsatz in der Medizintechnik. Andererseits weisen die Magnesiumlegierungen ein unbefriedigendes Korrosions- und Verschleißverhalten auf. Es schränkt ihre Anwendungsmöglichkeiten ein und erfordert Schutzmaßnahmen an der Oberfläche. Dipl.-Ing. Jürgen Schmidt , INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena, gibt einen Überblick über derzeitige Verfahren stellt das Verfahren der plasmachemischen Oxidation zur Erzeugung von funktionalen Oberflächeneigenschaften auf Magnesiumlegierungen vor (Vortrag: Beschichtung von Magnesiumknetlegierungen, Dipl.-Ing. Jürgen Schmidt , INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena)


Chemnitz mit spannendem Vortragsprogramm

Mit diesen und weiteren spannenden Vortragsthemen präsentiert das mtex-LiMa Symposium 2012 „die neue (textile) Leichtigkeit im Fahrzeugbau“. Das Programm wurde gemeinsam mit dem Beirat und dem Anwenderkreis Atmosphären-druckplasma (ak-adp), erstellt. Seine Schwerpunkte sind Nachhaltigkeit, Recycling, Sicherheit, Composites, Oberflächen, textilbasierte Faserverbundwerkstoffe, neue Verbundmaterialien für Leichtbauanwendungen, Leichtmetalle, Automobilinnenraum, Flugzeuginnenraum, Bootsbau. Know-how, Technologien und marktreife Lösungen stehen dabei im Mittelpunkt.

Am 8.Mai 2012 lautet das Leitthema „Material-Innovationen als Mittelpunkt des zukünftigen Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbaus“. Am 9. Mai 2012 können die Teilnehmer sowohl aus den beiden mtex - Sessions „Textile Materialmixe im Fahrzeugbau - Aktuelle Forschungsergebnisse aus den Instituten“ und „Funktionale Oberflächen von Textilien und Composites im Fahrzeugbau – leicht, beständig und edel“ sowie aus den LiMa –Sessions „Leichtmetalle – auf dem Weg zu komplexen Leichtbaulösungen“, „Auf dem Weg zur automatisierten Großserienfertigung“ und „Oberflächentechnik“ individuell auswählen. Am 10. Mai 2012 steht das Symposium dann unter dem großen Leitthema „Oberflächenfunktionalisierung im Leichtbau“. Dabei beleuchten die Vorträge innovative Möglichkeiten der Plasmatechnologie, der Technischen Textilien in der Bundeswehr, der Beschichtung von Magnesiumknetlegierungen.

Die Eröffnung der mtex/LiMA 2012 wird Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, gemeinsam mit der Chemnitzer
Oberbürgermeistern Barbara Ludwig und Peter Schwartze, Präsident des Gesamtverbandes textil+mode, vornehmen. „Die Zusage aus dem Verkehrsministerium ist eine wichtige Bestätigung für die mtex als internationale Fachmesse mit großem Zukunftspotenzial“, betont Messechef Michael Kynast.

Das detaillierte Programm sowie Online-Anmeldefunktionen unter www.mtex-chemnitz.de

Die mtex - Messe für Entscheider und Entwickler Mit der mtex wurde eine Informationsplattform für Entscheider aller Sparten des Fahrzeugbaus geschaffen. Hier finden Vertreter der PKW- und Nutzfahrzeugindustrie, von Bahn- und Waggonausstattern, der Schiffbauindustrie, der Luft- und Raumfahrttechnik, von Herstellern von Zweirädern und von Camping- und Wohnmobilen sowie deren Nachrüster und Zulieferer neue Lösungsansätze für mehr Wirtschaftlichkeit und mehr Energieeffizienz. Im Mittelpunkt des Interesses der Designer, Ingenieure, Konstrukteure und Einkäufer stehen innovative Lösungen aus den Bereichen Leichtbau / Composites, Interieur / Fahrzeugsitze sowie Design und Funktion. www.mtex-chemnitz.de

Die LiMA
Die LiMA zeigt Entwicklungen neuer, leichter und effizienter Werkstoffe und Verfahren im Maschinenbau. Sie bietet Ausstellern und Fachbesuchern eine in Deutschland einmalige Darstellung der Ergebnisse aus Forschung und industrieller Anwendung mit klarem Fokus auf Leichtbaulösungen im Maschinen- und Anlagenbau. www.lima-chemnitz.de

Über C3 Chemnitz
Die C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der Stadt Chemnitz. Zur Gesellschaft gehören die drei Spielstätten die Messe Chemnitz | Chemnitz Arena, die Stadthalle Chemnitz und das Wasserschloß Klaffenbach. Damit werden viele Möglichkeiten aus einer Hand für Messen und Events geboten. Egal ob für Konzerte, Shows, Messen, Kongresse, Tagungen, Bälle, Firmenveranstaltungen, Open Air oder TV-Produktionen – unser vielseitig kombinierbares Raumangebot mit hochwertiger technischer Ausstattung sichert Ihnen individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Unser erfahrenes Veranstaltungsteam steht Ihnen von der Konzeption bis zur Umsetzung Ihrer Veranstaltung zur Seite, einschließlich Catering, Rahmenprogramm und Ticketing. www.c3-chemnitz.de