Software CAM-System sorgt nicht nur für ein größeres Zerspanvolumen beim Schruppen

Autor / Redakteur: Manfred Lerch / Mag. Victoria Sonnenberg

Von dem CAM-System Edgecam hatte man bei der Krüger und Söhne Zerspanungstechnik schon gehört, vom wellenförmigen Schruppen dagegen nicht. Schnell weichte die Skepsis der Überzeugung – nicht nur wegen des stark gestiegenen Zerspanvolumens beim Schruppen.

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Bei Innen-Eckbereichen hält das CAM-System den Umschlingungswinkel konstant, reduziert den seitlichen Bahnabstand. In Außenecken lässt sich durch den geringeren Umschlingungswinkel die seitliche Zustellung erhöhen.
Bei Innen-Eckbereichen hält das CAM-System den Umschlingungswinkel konstant, reduziert den seitlichen Bahnabstand. In Außenecken lässt sich durch den geringeren Umschlingungswinkel die seitliche Zustellung erhöhen.
(Bild: Lerch)

Zerspant werden bei der Krüger und Söhne Zerspanungstechnik in Neuendeich, nahe Pinneberg, überwiegend Einzelteile, Kleinstserien sowie Großserien auf Dreh-Fräszentren. Ein Werkstückspektrum, mit dem man bislang, nach Auskunft der beiden Geschäftsführer Kevin und Nico Krüger, erfolgreich am Markt agierte und das man bis auf wenige Ausnahmen effizient fertigte. Mit der Investition in das CAM-System Edgecam hat sich diese Meinung aber grundlegend geändert. Obwohl man Edgecam kannte, sich aber noch nie damit beschäftigte, konnten erste Fräsdemonstrationen die beiden relativ schnell beeindrucken. „Das wellenförmige Schruppen war uns in der Tat bis dahin unbekannt. Deshalb waren wir zunächst skeptisch. Die vorgeführten Videos konnten uns allerdings relativ schnell überzeugen, denn die Strategien an sich machten für uns Sinn und an den möglichen Zeiteinsparungen durch das hohe Zerspanvolumen kommt man einfach nicht vorbei, wenn man wettbewerbsfähig bleiben will“, sagt Kevin Krüger.

Messbar verlängerte Werkzeugstandzeiten

Konkret konnten die Zerspanungsspezialisten in Neuendeich die Schnittdaten beispielsweise in Aluminium, um das Dreifache, in Edel- und Werkzeugstahl oder auch Guss deutlich erhöhen. Diese Produktivitätssteigerung ist auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen. Zunächst lässt sich mit einer kompletten Tiefenzustellung fräsen. Das heißt, es wird die gesamte Schneidenlänge der Fräswerkzeuge genutzt. Das ermöglicht zum einen höhere Vorschübe. Zum anderen konnten so bei Krüger die Werkzeugstandzeiten messbar verlängert werden, weil die Fräswerkzeuge wesentlich ruhiger und gleichmäßiger laufen. Außerdem ist bei Edgecam die Bahn nicht konturparallel sondern wellenförmig. Das heißt, der Umschlingungswinkel des Werkzeugs wird konstant gehalten. In der Bearbeitung bedeutet das, dass steigende Umschlingungswinkel oder sogar Vollschnitte in Innenecken vermieden werden.

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Weiterhin kann bei Außenecken die radiale Zustellung erhöht und damit mehr Material entfernt werden. Dadurch ist eine gleichbleibende Werkzeugbelastung gewährleistet, die Spindelbelastung zusätzlich reduziert. Das ist für Niko Scholl, Vertrieb CAD/CAM bei der Vero Software GmbH ein Vorteil, der auch auf das Drehen übertragbar ist: „Besonders interessant ist, dass wir solch eine wellenförmige Einstichschrupp-Strategie auch für das Drehen anbieten, die übrigens auf den gleichen Algorithmen basiert. Beim Unternehmen Krüger Zerspanungstechnik beschäftigt man sich bereits mit einer möglichen Investition.“

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