Blechkonstruktion CAM-Systeme: Wissen, wie die Maschine tickt

Ein Gastbeitrag von Christian Burdorf

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Die Lage in der Blechbranche ist nach wie vor nicht entspannt. Die für dieses Jahr zunächst prognostizierten möglichen Gewinne durch „Corona-Nachholeffekte“ könnten ausbleiben, Wachstumsprognosen werden teilweise nach unten korrigiert. Umso mehr rückt in den Fokus, Kosten reduzierende Potenziale innerhalb der Wertschöpfungskette zu heben.

Fertigungsrelevante Daten schon während der Konstruktion berücksichtigen - ein Wunsch zahlreicher Konstruktionsleiter.
Fertigungsrelevante Daten schon während der Konstruktion berücksichtigen - ein Wunsch zahlreicher Konstruktionsleiter.
(Bild: SPI)

CNC-gesteuerte Maschinen sind in der Blechfertigung schon lange nicht mehr wegzudenken. Kostenrelevant ist, in wie weit die Belange der Fertigung bereits in der Konstruktion berücksichtigt werden können: die Durchgängigkeit der Daten in der Prozesskette bis zur Bereitstellung fertigungsgerechter Maschinendaten. Aber nicht immer lassen sich verfügbare Outputs vollumfänglich für die Programmierung von Fertigungsdaten verwenden. Eine Formulierung aus Anwendersicht bringt dies zum Ausdruck: „Von Lieferantenseite angebotenen Lösungen zu nutzen, hätte zur Schaffung einer Parallelwelt geführt, die mit keinem echten Vorteil verbunden gewesen wäre.“ Weitere Aussagen bestätigen den Bedarf: „Die Bereitstellung der fertigungsgerechten Blechabwicklung mit allen benötigten Prozessinformationen, zügige Ableitung der Maschinenprogramme auf der gleichen Datenbasis, reibungslose finale Fertigung“ seien entscheidende Anforderungen an die Software. „Das ideale Interface erlaubt es uns, jegliche technische Informationen wie das Material, die Konturen und Werkzeuginformationen über eine Schnittstelle zu übermitteln. Auf diese Weise korrespondiert unsere Schneidkontur mit den Auftragspapieren, und mitgegebene Informationen können vom CAM-System erkannt und automatisch weiterverwendet werden“, definiert ein Konstruktionsleiter.

SPI aus Ahrensburg hat sich an solchen Anforderungen orientiert. Bereits im Konstruktionsprozess berücksichtigt die Software maschinenspezifische Eigenheiten, um fertigungsgerechte Daten für die Weiterbearbeitung in der Produktion liefern und diverse Laser und Biegemaschinen bzw. CAM-Systeme unterstützen zu können.

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Aufgrund langjähriger Partnerschaften erzeugt SPI für die Programme der Tru-Tops-Familie alle relevanten Fertigungsdaten im Tru-Tops-GEO-Format. Komplettiert wird das Angebot durch Stanz- und Umformwerkzeuge aus Tru Tops Punch. Übergebene Fertigungsinformationen werden identifiziert und die entsprechenden Bearbeitungsmuster für die Fertigung automatisch zugeordnet. Alle verwendeten Biegeinformationen des Bauteils werden unmittelbar zur NC-Code Generierung verwendet. Die Daten können sowohl von Tru Tops Classic als auch Tru Tops Boost genutzt werden. Eine weitere Schnittstelle erzeugt eine Wicam-XML Datei mit spezifischen Inhalten, die unmittelbar von PN4000 für die NC-Code Generierung und Ansteuerung unterschiedlichster Maschinen verwendet werden kann. Die XML-Datei liefert zu den im Modell enthaltenen Umformungen auch Abwicklungsgeometrie, Informationen über Biegungen und Biegelinien, Biegewinkel, Biegeradius, Verkürzung und Position, Gravuren und Werkzeuginformationen, Maßeinheiten – insbesondere für Längen und Winkel und benutzerdefinierte Attribute. Eine von SPI erzeugte DXF enthält die benötigte Prozessinformation, um mit Hilfe von WiCAMs PNBend die entsprechenden Biegeprogramme zu erzeugen. Anfragen von Anwendern führten bald zur Entwicklung zusätzlicher Schnittstellen. Auch für Bystronic liefert SPI alle relevanten Fertigungsdaten im erweiterten DXF-Format, inkl. Öffnungswinkel, Radius, Biegewerkzeugkombination und Biegetechnik. Für die Ansteuerung von LVD-Maschinen bietet SPI mit einem weiteren Modul die notwendigen Daten für die Programmierung mit Cadman-B. Schließlich entstand auch eine spezielle Schnittstelle für Schröder Schwenkbiegemaschinen. SPI kommuniziert mit der POS 3000 von Schröder, um die entsprechenden Biegewerkzeuginformationen des Herstellers in der Abwicklung zu berücksichtigen. Zusätzlich zu allen erwähnten Formaten erzeugt SPI eine fertigungsgerechte STEP-Datei mit spezifischen Prozessinformationen.

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Am 26. und 27. Oktober veranstaltet SPI eine „digitale Messe“ mit kostenlosen Workshops und Experten-Gesprächsterminen per Teams.

Weitergabe von Daten auch an ERP-Systeme möglich

Nach Kundenanforderungen entstand ein Kalkulationsmodul. So erhält der Konstrukteur neben den erwähnten DXF-, GEO- oder STEP Ausgabedaten auch Kalkulationsergebnisse als PDF-Bericht und im XML-Format für die Übergabe an ein ERP-System (z.B. Tru Tops Fab/Oseon). Berechnete Daten können also nicht nur zur weiteren Verwendung innerhalb der Fertigung, sondern auch an bereichsübergreifende Instanzen übergeben werden. Mit der SPI-Lösung lassen sich zudem Maschinenbelegungszeiten planen und Daten für Materialwirtschaft, Einkauf, Logistik und Arbeitspläne ableiteten.

Die Module für den individuellen Einsatz in der jeweiligen Fertigungsumgebung sind je nach Bedarf als Add-Ons zur Konstruktionssoftware einsetzbar. So kann der Kunde auf Basis seines Maschinenparks entscheiden, welche Formate die Software liefern muss. Weitere Ausgabeformate sind in Vorbereitung.

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