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EOS-Print 2.0

CAM-Tool für Additive Fertigung

| Redakteur: Simone Käfer

EOS hat eine neue Generation seiner CAM-Software für den 3D-Druck entwickelt. Vorerst nur für den Metalldruck ausgearbeitet, ist auch eine Version für den Kunststoffdruck in Arbeit.

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Das CAM-Tool EOS-Print 2.0 für die Additive Fertigung ist vorerst nur für zwei Metalldruckertypen entwickelt worden.
Das CAM-Tool EOS-Print 2.0 für die Additive Fertigung ist vorerst nur für zwei Metalldruckertypen entwickelt worden.
(Bild: EOS)

Die neueste Generation des CAM-Tools EOS-Print 2.0 gibt Anwendern mehr Freiheit bei der optimalen Anpassung anwendungsspezifischer Parameter und vereinfacht die Optimierung von Bauteilen, so der Hersteller. Die Software ist jetzt für die Metallsysteme EOS M 290 und M 400 erhältlich. Mit folgenden Versionen sollen weitere Metallsysteme sowie Polymersysteme unterstützt werden. Zusammen mit Datenvorbereitungssoftware wie Siemens NX oder Magics von Materialise biete die neue EOS-Software eine umfassende CAM-Umgebung.

EOS-Print 2.0 arbeitet mit einem workflowbasierten Ansatz der grafischen Benutzeroberfläche, die den CAM-Prozess abbildet. Das bedeutet, dass die Softwarearchitektur um die einzelnen Arbeitsschritte zur Datenaufbereitung für den 3D-Druck herum aufgebaut ist. Damit durchläuft der Anwender Schritt für Schritt alle notwendigen Maßnahmen zur Vorbereitung der Bauteildatei. Tools und Merkmale verhalten sich dabei entsprechend dem Kontext des jeweiligen Vorbereitungsschritts im Workflow. Damit soll die Software intuitiv zu erlernen sein und die ersten Schritte des additiven Fertigungsprozesses vereinfacht werden.

Produktiver durch neue Ebenen-Segmentierung

Eine neue Ebenen-Segmentierung ermöglicht die Verwendung verschiedener Schichtstärken in einem Bauteil und damit eine einfachere Optimierung für die Produktion. Mit der Segmentierungsfunktion kann ein Bauteil in mehrere Ebenen geteilt werden. In der z-Ebene können einzelne Segmente definiert werden, um diese mit unterschiedlichen Belichtungsanforderungen hinsichtlich Qualität und Produktivität zu belegen. So können Ingenieure Segmente definieren, in denen eine sehr hohe Qualität erforderlich ist, und die Parameter entsprechend auf höchste Qualität hin einstellen. Segmente, in denen eine hohe Produktivität Priorität hat, können hingegen mit auf Produktivität hin optimierten Parametern bearbeitet werden. Im Ergebnis erhalten Unternehmen die für sie beste Mischung aus Bauteilqualität und Bauzeit.

Offener Parameter Editor für noch mehr Freiheit

Erfahrene Material- und Prozessentwickler profitieren vom offenen Parameter Editor Modul, das Teil von EOS-Print 2.0 ist. Der Parameter Editor verfügt über ein verbessertes, umfangreiches und offenes Tool-Set, das einzigartige Belichtungsmuster und -parameter enthält und den Kunden somit mehr Freiheit zur Optimierung und Entwicklung eigener Parametersätze bietet, berichtet EOS. Neben der Änderung relevanter Standardparameter wie Laserleistung oder Scan-Geschwindigkeit ist nun auch die Anpassung weiterer Parameter möglich. So können Nutzer jetzt auch die Reihenfolge und Anzahl der Belichtungsarten anpassen und den Start und Drehwinkel für Streifenmuster variieren.

Auf der Grundlage getesteter Prozessparameter können Entwickler eigene Parametersätze definieren. Mit dem Editor können Kunden individuelle Material- und Parametersätze entwickeln und sich so vom Wettbewerb unterscheiden – indem sie die Produktivität ihres Systems steigern, Kosten senken oder die Bauteilqualität verbessern. Unterstützt wird dies durch die im Folgenden beschriebenen zusätzlichen Belichtungsmuster.

Belichtungsstrategien für eine bessere Bauteilqualität

Belichtungsmuster bestimmen die Laserausrichtung während des Bauprozesses. Ergänzend zum umfangreichen bestehenden EOS-Belichtungsmuster-Portfolio wurden drei neue Muster entwickelt. Ein neues Belichtungsmuster ermöglicht die Produktion von bis dato nicht fertigbaren Bauteilen durch das Vermeiden von Stützstrukturen in Bereichen, in denen sie nicht entfernt werden können. Zwei neue Belichtungsmuster wurden speziell für die Maximierung der Produktivität entwickelt. Anwender können damit die Bauzeit um 20 % im Vergleich zu EOS-Print  1 reduzieren.

Integration in Softwareumgebungen

EOS-Print ist für die vollständige Integration in automatisierte Workflows und damit für Industrie 4.0 ausgelegt. Die Funktionen der Lösung sind modular aufgebaut, so dass das Tool sowohl in CAD/CAM- als auch in ERP/MES-Umgebungen integriert werden kann. Der erste Anbieter dieser integrierten Lösung ist Siemens NX, weitere werden folgen.

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