Suchen

Materialkreislauf Carbonrecyling ist technisch gelöst, aber...

| Redakteur: Peter Königsreuther

Der Aufbau eines geschlossenen Materialkreislaufs in Sachen CFK ist eminent, sagt der CCeV. Wie der momentane Stand der Dinge ist, erfahren Sie hier:

Firmen zum Thema

Carbowerkstoffe sind hoch gefragt. Ohne sie wäre manches Umweltziel, vor allem die Schonung fossiler Brennstoffe, nicht erreichbar. Dennoch stehen CFK & Co. wegen der mangelnden Recycelbarkeit unter Kritik. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, merken die Experten des Carbon Composites e. V. (CCeV) an.
Carbowerkstoffe sind hoch gefragt. Ohne sie wäre manches Umweltziel, vor allem die Schonung fossiler Brennstoffe, nicht erreichbar. Dennoch stehen CFK & Co. wegen der mangelnden Recycelbarkeit unter Kritik. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, merken die Experten des Carbon Composites e. V. (CCeV) an.
(Bild: Königsreuther)

Technologisch sei die Frage der Wiederverwendung von Carbon grundsätzlich gelöst. Gegenwärtig finden abschließend Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten statt, um den bisher schon bestehenden Recyclinganteil in der Prozesskette weiter zu erhöhen sowie die Marktakzeptanz von Bauteilen mit recycelten Carbonfasern (rCF) permanent zu verbessern, heißt es. Um dieses Ziel zu erreichen, werden beispielsweise CF-Verschnittreste heute schon zu Vliesen verarbeitet und die damit hergestellten Bauteile wieder in die Wertschöpfungskette eingegliedert. Produktionsabfälle seien so fast vollständig der Wiederverwendung zuführbar. Zusätzlich werden sekundäre (Produktionsabfälle) und recycelte (End-of-Life) Fasermaterialien beispielsweise in Spritzgussrezepturen eingesetzt, so der CCeV. Darüber hinaus gebe es bereits vertragliche Vereinbarungen zwischen Unternehmen der Luftfahrt und der Recyclingindustrie, um die wirtschaftliche Nutzung dieser Stoffströme zu regeln und zu optimieren.

Es mangelt am Nimbus von rCF, der Logistik und der Normierung

In puncto Wiederverwendung müssten Wesentlichen noch Folgendes forciert werden: Erstens eine Verbesserung der bestehenden Logistik, um die Erhöhung der Rücklaufmengen als Voraussetzung dafür zu erreichen, dass Großserienanlagen im entsprechenden Maßstab wirtschaftlich betrieben werden können. Zweitens muss die Akzeptanz für das Material durch die Einführung von Normierungs- und Standardisierungsverfahren für Halbzeuge aus rCF erhöht und Marktdurchdringung dieses Wertstoffes damit verbessert werden. Zu rCF zu greifen lohnt sich trotz noch fehlender Normen, weiß der CCeV. So ist der Einsatz von insbesondere sortenreinen Rezyclaten für Kleinserien ein betriebswirtschaftlich sinnvolles Anwendungsfeld. Die enge Kooperation zwischen Recyclern und Verarbeitern gelte es in beider Eigeninteresse weiter auszubauen, um die Situation im Bereich der Normierung und der Vorhersage von Bauteileigenschaften zu verbessern.

Auch die Politik muss an der CFK-Attraktivität mitarbeiten

Die derzeitige, nach wie vor stark positive, Marktentwicklung bei CFK-Materialien bewegt sich mit den üblichen Herausforderungen in diesem Zusammenhang, heißt es weiter. Die Politik begleitet diesen Prozess konstruktiv kritisch, indem sie zu Recht Lösungen für die Wiederverwendung und Verwertung von End-of-Life-Materialien einfordert. Für eine weitere Steigerung der Marktakzeptanz sollte sie aber als Beschleuniger fungieren, indem die Akzeptanz der Carbonfasern als Wertstoff von ihr deutlich hervorgehoben und das stetige Wachstum in der CFK-Branche damit unterstützt wird.

Schauen Sie auch da mal rein:

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45761614)