Beteiligungskapital Cash hat Priorität

Autor / Redakteur: Martin Sonneck / Jürgen Schreier

Der Beteiligungsmarkt ist deutlich geschrumpft, da die Banken kaum noch zusätzliches Fremdkapital zur Finanzierung von Firmenübernahmen zur Verfügung stellen. Für die BayBG Bayerischen Beteiligungsgesellschaft jedoch ist das kein Thema. Der Mittelstandspartner will weiter in Unternehmen mit Perspektive investieren.

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Die BayBG-Geschäftsführung (von links): Günther Henrich, Peter Pauli und Dr. Sonnfried Weber (Sprecher). Bild: BayBG
Die BayBG-Geschäftsführung (von links): Günther Henrich, Peter Pauli und Dr. Sonnfried Weber (Sprecher). Bild: BayBG
( Archiv: Vogel Business Media )

„Der Unternehmer muss sich heute um seine Liquidität kümmern“, meinte Günther Henrich, Geschäftsführer der BayBG Bayerischen Beteiligungsgesellschaft, bei der Präsentation der Jahresbilanz des auf den Mittelstand spezialisierten Finanzdienstleisters in München. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise führt mit dazu, dass auch zahlreiche, an sich lebensfähige Beteiligungsunternehmen in ernsthafte Liquiditäts- und/oder Ertragsprobleme geraten. Der Hinweis kommt aus berufenem Munde, schließlich zählt die BayBG nach eigenem be-kunden mit zu den größten Beteiligungskapitalgebern für den Mittelstand.

Aktuell ist sie bei 540 bayerischen Unternehmen mit mehr als 300 Mio. Euro engagiert. Mit ihren Beteiligungen und Venture-Capital-Investments hat sich die BayBG zum Ziel gesetzt mittelständischen Unternehmen die Umsetzung von Innovations- und Wachstumsvorhaben, die Regelung eines Gesellschafterwechsels oder der Unternehmensnachfolge, die Optimierung der Kapitalstruktur sowie die Umsetzung von Turnaround-Projekten zu ermöglichen. Allerdings stellt man zwischenzeitlich auch fest, dass die bewilligten Gelder weniger zur Wachstumsfinanzierung, sondern immer mehr zur Liquiditätssicherung und –steigerung bei den Unternehmen gebraucht werden.

Bewährter Finanzierungspartner des Mittelstands

Mittelständische Unternehmen haben eine Reihe von Möglichkeiten sich zu finanzieren. Diese reichen vom Kredit, über Factoring, über Leasing, über Schuldscheindarlehen, bis hin zu Beteiligungen. Die BayBG arbeitet dabei nach eigenen Angaben prinzipiell mit allen Banken und Kapitalgebern zusammen, um eine effiziente Risikoteilung für alle Seiten zu ermöglichen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahres 2007/2008 (Bilanzstichtag: 30. September 2008) hatte die BayBG einen Auszahlungsrekord von 51 Mio. Euro (Vorjahr: 35,6 Mio. Euro) verzeichnet. Nachdem die vorangegangenen Jahre bei der Gewinnentwicklung durch Unternehmensverkäufe und durch den Börsengang eines Unternehmens geprägt waren, hat sich der Jahresüberschuss 2007/2008 mit 9 Mio. Euro wieder normalisiert. Als Beleg für die gute Zusammen-arbeit mit der Wirtschaft sieht Dr. Sonnfried Weber, Sprecher der Geschäftsführung der BayBG, dass es sich bei den 86 Engagements im vergangenen Geschäftsjahr um 24 Folgefinanzierungen handelte. Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation hat die BayBG im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2008/2009 wieder über 25 Mio. Euro in 54 Unternehmen investiert (Stand: 31. März 2009).

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