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Ford CAVE und 3D-Drucker lassen Prototypen zur Wirklichkeit werden

| Redakteur: Jürgen Schreier

Auf Basis von Computerdaten produzieren 3D-Drucker komplexe Komponenten für die Fahrzeugenwicklung. Außerdem visualisiert CAVE Fahrzeuge in 3D und ermöglicht so den Ford-Ingenieuren virtuelle Tests bei der Entwicklung von Prototypen.

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Virtuelle Realität in 3D und innovative 3D-Drucker lassen Prototypen bei Ford zur Wirklichkeit werden.
Virtuelle Realität in 3D und innovative 3D-Drucker lassen Prototypen bei Ford zur Wirklichkeit werden.
(Bild: Ford)

Der Raum, in dem die Ford-Fahrzeuge von morgen ihren letzten Schliff erhalten und abgestimmt werden, erscheint auf den ersten Blick eher unpassend: Große weiße Wände bilden eine dreiseitige Box, Projektoren werfen Bilder an Wand und Decke. In der Mitte steht nur ein verstellbarer Sitz. Wer dort Platz nimmt, muss bloß noch die 3D-Brille mit Reflektoren aufsetzen - schon eröffnet sich eine eindrucksvolle, virtuelle Welt.

CAVE visualisiert Fahrzeuge in dreidimensionaler Echtzeit-Ansicht

Möglich wird dies durch CAVE (Computer-Automated Virtual Environment). Dieses computergestützte System visualisiert Fahrzeuge in 3D, also in dreidimensionaler Echtzeit-Ansicht. Ob Größe und Position eines Becherhalters oder die Sicht durch das Heckfenster: Anstatt reale Prototypen in einem zeitaufwändigen und ressourcenintensiven Prozess zu konstruieren, nutzt Ford diese virtuelle Fertigungsumgebung, um neue Fahrzeuge bis ins Detail zu testen und zu verfeinern.

„Wir können jetzt ein Fahrzeug digital erzeugen, das wir später real erleben werden“, sagt Michael Wolf, Virtual Reality Supervisor, Ford of Europe. „Natürlich setzen wir nach wie vor auf das Know-how, die Erfahrung und die Fantasie unserer Entwicklungs-Ingenieure. Sie verfügen nun jedoch über ein neues, innovatives und höchst anspruchsvolles Werkzeug.“

CAVE-Tool wird in Kombination mit 3D-Projektion und 3D-Polarisationsbrille genutzt

Die Ingenieure am Standort Köln-Merkenich nutzen das CAVE-Tool in Kombination mit 3D-Projektion und 3D-Polarisationsbrille. Auf der Masterbrille sind Reflektoren zur Positionserkennung angebracht. Dies ermöglicht eine direkte Interaktion zwischen den „Insassen“ und dem virtuellen Fahrzeug - dies ist wichtig beispielsweise bei der Frage, wo wichtige Bedienelemente im Armaturenträger bestmöglich platziert werden sollen oder wie die Ablagen in den Türen idealerweise beschaffen sein müssen. Dank CAVE lässt sich auch die Verkehrsumgebung inklusive Fußgänger und Radfahrer darstellen. Außerdem können Ingenieure unterschiedliche Designs ganz einfach per Knopfdrück miteinander vergleichen.

CAVE wurde bereits bei der Entwicklung der seitlichen Schiebetüren des Ford B-Max sowie bei der Optimierung der Rundumsicht im Ford Focus erfolgreich eingesetzt. So ließen sich mit CAVE beim Ford Focus die Scheibenwischer optimieren. Mittels CAVE wurde beim Ford Focus auch das Platzangebot für die Fond-Passagiere maximiert, außerdem konnten Reflexionen auf den Fensterflächen und den Displays minimiert werden.

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