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Cemat schlägt Zelte in Down Under auf

| Redakteur: Bernd Maienschein

Noch elf Tage bis zur Cemat 2014 in Hannover. Als einer der größten Innovationstreiber unserer Volkswirtschaft präsentiert sich die Intralogistik-Branche mit nach 2013 abermals prognostizierten 3 % Umsatzzuwachs für das laufende Jahr gewohnt stark. Das war auch der Pressekonferenz am gestrigen Mittwoch anzumerken.

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(Bild: DMAG)

Bei den Ausstellern leicht zulegen kann die Intralogistik-Weltleitmesse Cemat (19. bis 23. Mai 2014) im Vergleich zur Vorveranstaltung im Jahr 2011. Gleichzeitig präsentiert sie sich so international wie nie: Auf beinahe 60 % internationale Aussteller verweist Deutsche-Messe-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Gruchow auf der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Italien sei die Nation mit der stärksten Ausstellergruppe, gefolgt von China. Das ist bemerkenswert, gingen doch Einige wegen des starken Engagements der Cemat außerhalb Europas, insbesondere in Asien, von einem gewissen Kannibalisierungseffekt aus. Aussteller aus den Niederlanden, Frankreich und Schweden folgten auf den Plätzen. „Wir haben die Cemat aus Sicht des Besuchers völlig neu aufgeplant“, erklärt Gruchow. Die fünf Technologiebereiche untergliedern sich wie folgt: Move & Lift, Store & Load, Pick & Pack, Logistics IT sowie Manage & Service.

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Viel Licht, aber auch Schatten für deutsche Intralogistiker

Für seine weltweiten Cemat-Events rechnet Gruchow mit insgesamt 2100 Ausstellern auf 230.000 m² und mit 235.000 Besuchern – jedem Besucher sein Quadratmeter, könnte man rechnerisch nicht ganz korrekt assoziieren. Eine faustdicke Überraschung zaubert der Messechef noch aus dem Köcher: Das nächste Kind in der Cemat-Familie soll in Down Under wachsen und gedeihen – die Cemat Australia, die vom 5. bis zum 7. Mai 2015 in Sydney stattfinden wird.

Cemat-Präsidiumsvorsitzender Dr. Christoph Beumer erklärt den Anwesenden, dass über die Hälfte der Logistikleistungen hierzulande eben nicht über den Transport erbracht werden, sondern dem Intralogistik-Sektor zuzurechnen sind – und Deutschland sei Intralogistik-Standort Nr. 1, Weltmeister eben. Aber es gebe auch viele „Baustellen“ in Deutschland: Infrastruktur, Bildung, Nachwuchs und politische Rahmenbedingungen machten der Branche zunehmend zu schaffen. 6,5 Mrd. Euro mehr müssten jährlich für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben werden, nicht nur im Straßenbau. Kleine Anekdote: In Beumers Heimatstadt Beckum in Ostwestphalen wurde 32 Jahre lang über eine Umgehungsstraße diskutiert – jetzt rollt der erste Bagger an. Oder Frankfurt: Verheerend hätte sich das Nachtflugverbot am größten Frachtflughafen Europas ausgewirkt. Frachter in Richtung Asien würden jetzt nach Köln-Bonn fliegen, dort sozusagen zwischenparken, um dann im passenden Zeit-Slot ihre Reise Richtung Osten anzutreten.

Kooperation zwischen Hannover und München fortgeführt

Collin Davis, Projektgruppenleiter der Messe München, berichtet über doppelt so viele Intralogistik-Unternehmen, die an der letztjährigen „Cemat@Transport Logistic“ teilgenommen haben, als das noch ohne die Kooperation mit der Deutschen Messe während der Transport Logistic 2011 der Fall war. In diesem Jahr ist sozusagen der Revanche-Besuch der Bayern fällig: Die „Transport Logistic@Cemat“ wird in Halle 27 zu finden sein.

Sascha Schmel, Geschäftsführer des Fachverbandes Fördertechnik und Intralogistik im VDMA, schraubte die Umsatzprognose für die Branche für das Jahr 2014 auf 20,3 Mrd. Euro – ein Plus von 3 %, genauso wie im vergangenen Jahr, wo der Umsatz auf 19,7 Mrd. Euro gestiegen war. Schöne Fortschritte würde der IFOY-Award machen, die Wahl zum „International Forklift Truck of the Year“, dessen ideeller Träger sein Fachverband ist. „Das ,F‘ steht zwar für Forklift, aber schon im zweiten Jahr kann man sehen, dass der Preis immer mehr als Verbundleistung verstanden wird“, sagt Schmel. Am ersten Messeabend der Cemat (19. Mai) ab 17:30 Uhr findet die zweite Preisverleihung des IFOY-Awards statt. Schmel ist davon überzeugt, dass sich der Preis auch in die Richtung der Verbundleistungen weiterentwickeln und künftig nicht mehr so sehr „Gabelzinken-lastig“ sein wird.

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