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Vergleich mit Stahlkonstruktion CFK-Spindelschlitten im Test auf der AMB 2012

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Bei einer CFK-Pinole sind Eigenschwingungs- und Dämpfungsverhalten deutlich besser als bei einer Stahlkonstruktion. Eine Versuchsreiche, die das Verhalten von Spindelschlitten aus CFK und Stahlblech derzeit untersucht, lieferte bereits die Ergebnisse. Der CFK-Schlitten wurde von Roschiwal + Partner erstmals auf der EMO 2011 präsentiert.

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Auf diesem Prüfstand werden sich ein CFK- und ein Stahlschlitten in punkto Schwingunsverhalten auf der AMB 2012 messen.
Auf diesem Prüfstand werden sich ein CFK- und ein Stahlschlitten in punkto Schwingunsverhalten auf der AMB 2012 messen.
(Bild: Roschiwal)

Was dem Rennsport recht ist, müsste doch auch den Produktionsmaschinen zur Ehre gereichen. Gemeinsam mit der SGL Group hat deshalb die Roschiwal + Partner Ingenieur GmbH, Augsburg im vergangenen Jahr einen Schlitten für Fräsmaschinen auf CFK-Basis entwickelt und gebaut. Der Prototyp hatte auf der Werkzeugmaschinenmesse EMO 2011 in Hannover Premiere. Dort hat die Entwicklung viel Aufmerksamkeit in der Fachwelt ausgelöst.

CFK-Schlitten exakt aus Stahlblech nachgebaut

Zum Interessentenkreis zählte damals auch Prof. Paul Helmut Nebeling, Lehrstuhlinhaber für Werkzeugmaschinen, Fertigungssysteme und Steuerungstechnik an der Hochschule Reutlingen. Den Wissenschaftler interessierte besonders das Dämpfungs- und Eigenschwingungsverhalten der CFK-Konstruktion im Vergleich zu einer herkömmlichen Stahlpinole. Um aussagefähige Vergleichszahlen zu erhalten, ließ er am Institut den CFK-Schlitten exakt aus Stahlblech nachbauen.

Die Versuchsreihe ist zwischenzeitlich gestartet, Versuchsobjekte und Aufbau werden im Rahmen einer gemeinsamen Messepräsentation auf der diesjährigen AMB in Stuttgart präsentiert (Halle 7, Stand A 34). So viel lässt sich bereits heute sagen: „Eigenschwingungs- und Dämpfungsverhalten der CFK-Pinole sind signifikant besser als die der Stahlkonstruktion“, kommentiert Prof. Nebeling den Status quo der Resultate. Er geht davon aus, dass validierte Werte bereits zur AMB 2012 im September vorliegen.

Zu den Gewinnern gehören die Werkzeugmaschinenhersteller

Die Ergebnisse werden von Robert Merk, technischer Geschäftsführer bei Roschiwal + Partner, mit Spannung erwartet: „Wenn sich die ersten Anzeichen der Versuche bestätigen, lassen sich die Bearbeitungszeiten durch die CFK-Pinole messbar senken, denn das bessere Dämpfungsverhalten ermöglicht höhere Schnittgeschwindigkeiten.“ Außerdem führt ein besseres Schwingungsverhalten zu einer höheren Oberflächenqualität beim Fräsen. Beides sind Eigenschaften, die laut Merk „unmittelbar dem Anwender spanabhebender Bearbeitungsmaschinen zugute kommen“.

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