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Energiespeicherung

Chemiebranche hält den Schlüssel zur Energiewende in der Hand

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Stark schwankende Erträge aus erneuerbaren Energien lassen sich voraussichtlich nicht alleine mittels Lastmanagement in den Griff bekommen. Mit der Energiewende wird deshalb auch der Ruf nach praxistauglichen Energiespeichern lauter. Die Grundlagen dafür legt die Chemiebranche.

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Insbesondere die Chemieindustrie erforscht derzeit intensiv die Möglichkeiten für bessere Energiespeicher.
Insbesondere die Chemieindustrie erforscht derzeit intensiv die Möglichkeiten für bessere Energiespeicher.
(Bild: BASF)

Elektrofahrzeuge sollen in Zukunft eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen. So könnten an Ladestationen geparkte Elektroautos dazu genutzt werden, Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern und in Spitzenzeiten ins Netz abzugeben. Für diese Batterietechnik hält die Chemie einen Schlüssel in der Hand.

BASF steigt bei Unternehmen für Batterieproduktion ein

So hat der Chemiekonzern BASF SE, Ludwigshafen, in den vergangenen Monaten mehrere Unternehmen für seine erst Anfang 2012 geschaffene Geschäftseinheit Battery Materials aufgekauft. Eingebracht wurden die bestehenden Batterieaktivitäten des Unternehmensbereichs Catalysts (Fokus auf Entwicklung von Kathodenmaterial), des Unternehmensbereichs Intermediates (Fokus auf Formulierung von Elektrolyten) sowie der BASF Future Business GmbH (Fokus auf Lithiumbatterien der nächsten Generation).

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Im Januar folgte dann der Erwerb einer Beteiligung in Höhe von 50 Mio. US-Dollar an der nicht börsennotierten Gesellschaft Sion Power mit Sitz in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Sion Power ist Weltmarktführer in der Entwicklung von Lithium-Schwefel-Batterien (Li-S-Batterien). Weiter ging es im Februar mit dem Kauf des Weltmarktführers in der NiMH-Batterietechnik, der ebenfalls US-amerikanischen Ovonic Battery Company, Iselin. Das Unternehmen produziert auch Kathodenmaterial für Batterien dieses Typs.

Gerade eine Woche später kam die Übernahme des Geschäfts mit Elektrolyten für Hochleistungsbatterien von dem deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA, Darmstadt. Im April schließlich der vorerst letzte Streich: Von der Beteiligungsgesellschaft Arsenal Capital Partners erwarben die Ludwigshafener den Hersteller Novolyte Technologies mit Sitz in Cleveland. Das Unternehmen ist Hersteller von Elektrolyt-Formulierungen für Lithiumionenbatterien und weiteren Spezialchemikalien für zahlreiche wichtige Marktsegmente.

Dreistelliger Millionen-Euro-Betrag für die Batterieforschung

Doch BASF setzt nicht nur auf Umstrukturierungen und Zukäufe. Der Chemiekonzern gab auch bekannt, in den kommenden fünf Jahren einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in Forschung, Entwicklung und Produktionsaufbau von Batteriematerialien investieren zu wollen. Teil dieser Aufwendungen soll auch der Bau einer Produktionsanlage für fortschrittliche Kathodenmaterialien in Elyria im US-Bundesstaat Ohio sein. Die neue Anlage mit einem Investitionsvolumen von mehr als 50 Mio. Dollar soll ab Mitte 2012 den Markt mit Kathodenmaterialien zur Herstellung von Lithiumionenbatterien versorgen. „Wir entwickeln innovative Speichertechnologien, da Energie aus erneuerbaren Quellen insbesondere in unseren Breitengraden nicht rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr zur Verfügung steht“, sagt Dr. Andreas Kreimeyer, im BASF-Vorstand zuständig für Forschung.

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