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Robotik Chinese Midea will Kuka übernehmen und lässt Aktie in die Höhe schnellen

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Der chinesische Klimaanlagen- und Haushaltsgerätehersteller Midea steht kurz vor der Übernahme des Augsburger Roboterherstellers. Kuka gilt schon länger als begehrtes Übernahmeziel – Midea macht nun ernst.

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Das Interesse der Chinesen an Kuka als Vordenker und Wegbereiter der Industrie 4.0 ist hinlänglich bekannt. Nun macht der chinesische Haushaltsgeräte-Primus Midea ernst.
Das Interesse der Chinesen an Kuka als Vordenker und Wegbereiter der Industrie 4.0 ist hinlänglich bekannt. Nun macht der chinesische Haushaltsgeräte-Primus Midea ernst.
(Bild: Kuka/Claus Brechenmacher & Reiner Baumann)

Die Chinesen, die bereits mehr als 10 % der Kuka-Aktien besitzen, haben am 18. Mai ihre Entscheidung zur Abgabe eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots für alle ausstehenden Aktien der Kuka mitgeteilt. Demnach will der Bieter allen Aktionären der Gesellschaft eine Gegenleistung in Höhe von 115 Euro je Kuka-Aktie in bar anbieten. Dies entspräche einem Aufschlag von 59,6 % gegenüber dem unbeeinflussten Xetra-Schlusskurs vom 3. Februar 2016 (Tag vor der Bekanntmachung des Midea Anteilsbesitzes von 10,2 % an Kuka) und einem Aufschlag von rund 36,2 % auf den aktuellen Kuka-Aktienkurs (Schlusskurs in Xetra am 17. Mai 2016). Bereits nach Bekanntgabe eines möglichen Interesses zog der Aktienkurs merkbar an.

Kuka soll dennoch unabhängig bleiben

Gleichzeitig erklärte Midea seine Absicht, Kuka bei ihrem Wachstum zu unterstützen, insbesondere als führender deutscher Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen sowie bei der weiteren Marktdurchdringung in China. Des Weiteren sichert Midea insbesondere den Erhalt des Hauptsitzes der Gesellschaft in Augsburg, der derzeitigen Belegschaftsstärke in Deutschland und den ausländischen Standorten, der Marke „Kuka“ sowie die weitere Notierung der Kuka-Aktien in Deutschland. Zudem würde Midea den Verbleib des bestehenden Managements ebenso wie den Verbleib der beiden großen deutschen Aktionäre in der Gesellschaft begrüßen. Ziel sei es derzeit, den Kuka-Anteil von 13,5 % auf 30 % aufzustocken.

Bei dem von Midea gebotenen Preis ist Kuka mit knapp 4,6 Mrd. Euro bewertet. Größter Anteilseigner ist bislang der deutsche Konzern Voith mit 25,1 %, der bei wichtigen Entscheidungen auf der Hauptversammlung blockieren könnte.

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