Linde Gas CO2-Speicher unter der Erde

Redakteur: Ulrike Gloger

Ketzin (ug) – Für CO2-Sink, das Forschungsprojekt zur unterirdischen Speicherung von CO2, hat Linde Gas erstmals Kohlendioxid ins brandenburgische Ketzin geliefert. Linde verantwortet sämtliche Anlagen zur Zwischenspeicherung sowie zur druck- und volumenseitigen Konditionierung des einzulagernden Kohlendioxids (CO2).

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Verflüssigt wird das CO2 bei –25 °C von Linde-Tankwagen in das 175 km entfernte Ketzin transportiert und dort in zwei Lagertanks zwischengespeichert. Bild: Linde Gas
Verflüssigt wird das CO2 bei –25 °C von Linde-Tankwagen in das 175 km entfernte Ketzin transportiert und dort in zwei Lagertanks zwischengespeichert. Bild: Linde Gas
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Technik zum Einbringen des Gases in den Boden, das so genannte Verpressen, wurde federführend von Linde entwickelt. Das Konzept sieht vor, dass rund 1,5 t Kohlendioxid pro Stunde kontrolliert erhitzt und bei einem relativ hohen Druck von 70 bis 100 bar gasförmig in die Lagerstätte in rund 700 m Tiefe injiziert werden.

Das CO2 stammt aus einer Raffinerie in Leuna, wo es bei der Produktion anfällt und von Linde zu Lebensmittelqualität aufbereitet wird. Die komplexe Konditionierungsanlage wandelt das kalte, flüssige Kohlendioxid so um, dass es die idealen Bedingungen für die Verpressung bietet. Druck, Temperatur und Volumenstrom sind dabei stufenlos regulierbar und als Messsignale verfügbar. Eine automatische Fernüberwachung der Füllstände gewährleistet die Sicherheit.

Ziel des von der EU geförderten Projektes „CO2-Sink“ ist es, die Prozesse der geologischen Speicherung von Kohlendioxid zu erforschen. Dafür werden voraussichtlich ab Oktober 2007 nahe Ketzin im Laufe von zwei Jahren 60 000 t reines, lebensmittelechtes Kohlendioxid in einen ehemaligen Salzstock eingebracht.

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