Fazit: Composites Europe 2017 Composites-Europe-Macher sehen sich in pucto Stuttgart voll bestätigt

Redakteur: Peter Königsreuther

Die guten Marktaussichten spiegelte auch die am 21. September geendete Composites Europe wider, die als europäische Fachmesse am größten Markt den gesamten Fertigungsprozess zeigt, wie der Veranstalter Reed Exhibitions, resümiert.

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Zwar verzeichnen die Macher der Composites Europe für dieses Jahr einen kleinen Besucherrückgang, doch äußern sich die Aussteller positiv über die Wahl, die Messe nur noch in Stuttgart anzubieten sowie über die, das Besucherdefizit mehr als kompensierenden, sehr hochwertigen Fachgespräche.
Zwar verzeichnen die Macher der Composites Europe für dieses Jahr einen kleinen Besucherrückgang, doch äußern sich die Aussteller positiv über die Wahl, die Messe nur noch in Stuttgart anzubieten sowie über die, das Besucherdefizit mehr als kompensierenden, sehr hochwertigen Fachgespräche.
(Bild: Reed Exhibitions)

Mit insgesamt 406 Ausstellern aus 28 Nationen und 8342 Besuchern bliebe die diesjährige Ausgabe zwar leicht unter dem Vorjahresergebnis (2016 waren es 8622), bestätige aber erneut die ausgeprägt hohe Internationalität.

Für Hans-Joachim Erbel, CEO von Reed Exhibitions, ist das eine klare Bestätigung, dass die im letzten Jahr getroffene Entscheidung, die Composites Europe künftig nur in Stuttgart zu verorten, richtig war. „Die Nähe zur Automobil- und Luft- und Raumfahrtbranche als Treiber der Compositeindustrie gibt der Messe einen deutlichen Schub,“ so Erbel. Bisher fand die Messe alternierend in Düsseldorf und Stuttgart statt. Auch nach Aussage vieler namhafter Aussteller, wie Hexion oder Fagor Arrasate, sei die Entscheidung ganz in Stuttgart zu bleiben absolut richtig gewesen. Das habe man auch an der Qualität der Besucher gemerkt, die, etwa von Mercedes oder Airbus kommend, das Fachgespräch suchten.

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Gesundes Wachstum für die Compositesbranche

Sie sind leicht, stabil, korrosionsbeständig und wartungsarm – Das sind die Eigenschaften, die dem Werkstoff und damit der europäischen Compositeindustrie gute Aussichten auf Wachstum bescheren sollen. Vor allem den Automobilbau, die Luftfahrt und das Bauwesen haben die Faserverbundwerkstoffe weiter vorangetrieben, wie die Experten sagen. Auch im vergangenen Jahr ist die Herstellungsmenge an glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) – der mit 95 % Marktanteil nach wie vor größten Materialgruppe – im Vergleich zum Vorjahr erneut um 2 % angestiegen. In Deutschland, dem größten Compositemarkt Europas, habe die Produktion mit einem Plus von 3 % sogar leicht überdurchschnittlich zugelegt. Insgesamt beträgt die GFK-Herstellungsmenge rund 1,12 Mio. t, dokumentiert das Ergebnis des aktuellen Composites-Marktberichts 2017 des Branchenverbandes AVK.

„Composites als Werkstoffe, und die gesamte mit ihr verbundene Industrie, verfügen noch über enorme Potenziale, die sich vielfach erst noch zeigen werden“, konstatiert Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK und der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany. Die Unternehmen blickten auf jeden Fall positiv in die Zukunft. Laut der aktuellen halbjährlichen Composites-Markterhebung in Deutschland geht nur 1 % von einem Rückgang des eigenen Engagements aus, dagegen rechnet fast die Hälfte der Befragten mit einem steigenden Engagement ihres Unternehmens im Compositesbereich.

Nur Composites knacken die harten Problemnüsse des Leichtbaus

Besonders im Multimaterial-Leichtbau spielen Faserverbundwerkstoffe ihre Stärken aus. Denn inzwischen ist es eindeutig, dass sich die Anforderungen des modernen Leichtbaus nicht mehr innerhalb eines einzelnen Werkstoffs beantworten lassen, sondern beste Lösungen nur mit hybridem Leichtbau erreicht werden können. Als Schnittstelle zwischen Metall- und Faserverbund-Technologien dient auf der Composites Europe das Lightweight Technologies Forum, das bereits 2016 seine Premiere feierte. „Mit dem materialübergreifenden Forum haben wir ein neues Format geschaffen, um die Composites-Industrie und die Anwendungsbranchen zum integrativen und hybriden Leichtbau zusammenzubringen“, so Olaf Freier, Event-Director der Composites Europe.

Speziell im integrativen automobilen Leichtbau sind Innovationen heute bedeutender denn je. Das macht die aktuelle Marktstudie „Leichtbau als Innovationstreiber“ deutlich, die in Stuttgart vorgestellt wurde und den Status quo wie auch Trends und künftige Herausforderungen des multimaterialen Leichtbaus in der Automobilindustrie darstellt. Danach sind die Politik und die Endkunden derzeit die größten Leichtbautreiber. Die konsequente Implementierung von Leichtbaulösungen scheitert jedoch an lieferanten- und herstellerseitigen Hürden, so das Ergebnis der Studie. Konzipiert und umgesetzt wurde die Studie in Kooperation mit der Automotive Management Consulting GmbH (AMC).

„Pole position“: Deutschland muss Leitanbieter werden

„Der Leichtbau ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit für „Made in Germany“ von besonderer Bedeutung und stärkt als eine zentrale innovative Schlüsseltechnologie wie der Leichtbau unsere internationale Spitzenposition“, so Witten, der auch einer der Initiatoren des Positionspapiers „Deutschland muss Leitanbieter für den Leichtbau werden“ ist. Insgesamt 16 Industrie- und Leichtbauverbände haben das Positionspapier vor wenigen Wochen unterzeichnet.

Ein compositäres Messe-Wiedersehen in 2018 gibt es vom 6. bis 8. November!

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