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Versorgung mit hygienisch sauberer Kleidung Corona: Hygiene und PSA von Textildienstleistern

| Autor / Redakteur: Heinrich Junghanns / M.A. Frauke Finus

Hygiene, Sauberkeit und mikrobiologische Sicherheit sind in der aktuellen Situation wichtiger denn je. Zusätzlich sind die personellen Kapazitäten vieler versorgungsrelevanter Bereiche in Produktion, Handel und Handwerk am Limit. Umso mehr verlassen sich diese Unternehmen derzeit auf Entlastung durch externe Dienstleister.

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Als RABC-zertifizierter Textildienstleister (nach EN14065) betreut Mewa Unternehmen und sorgt dafür, dass Mitarbeiter dort funktional und hygienisch sauber angezogen sind.
Als RABC-zertifizierter Textildienstleister (nach EN14065) betreut Mewa Unternehmen und sorgt dafür, dass Mitarbeiter dort funktional und hygienisch sauber angezogen sind.
(Bild: Mewa )

Als nach EN14065 RABC-zertifizierter Textildienstleister sorgt Mewa dafür, dass die Mitarbeiter dort funktional und hygienisch sauber angezogen sind. Jedoch gelten textile Dienstleister und Wäschereien bisher nicht als systemrelevant. Sollte es zukünftig zu weiteren Einschränkungen kommen, ist die Versorgungskette in vielen Sektoren der kritischen Infrastruktur gefährdet. Denn während andere ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen können, sind die Mitarbeiter eines großen Teils der versorgungsrelevanten Branchen nach wie vor täglich im Kontakt mit vielen Menschen. Neben Abstandhaltern und Spuckschutzwänden gehört die Bereitstellung hygienisch einwandfreier Berufskleidung zu einem professionellen Hygienemanagement – und damit zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern derzeit bieten können.

Um beim Waschen getragener Kleidung Viren, Keime und andere schädliche Schmutzstoffe sicher zu entfernen, sind – nach Empfehlung des Robert Koch Instituts – Waschtemperaturen zwischen 60 und 75 Grad nötig. „Unser Hygienemanagement gewährleistet, dass die bei Mewa gewaschenen Textilien mikrobiologisch einwandfrei sind“, bestätigt Ulrich Schmidt, Vorstand Produktion & Logistik der Mewa Unternehmensgruppe, die in der Branche drittgrößter Anbieter in Europa ist. „Alle unsere Betriebe, in denen Berufsbekleidung gewaschen wird, tragen das wfk-Siegel für Textilhygiene.“ Hohe Hygienestandards in den Betrieben, hochtemperierte Waschverfahren und der routinemäßige Einsatz von Desinfektionsmitteln inaktivieren auch Viren wie Covid-19 vollständig.

„Durch die Versorgung mit hygienischer Schutz- und Berufskleidung tragen wir dazu bei, dass Menschen in Lebensmittelproduktion und -handel, Industrie, Handwerk, Verkehrswesen, Energieversorgung und Einrichtungen des Gesundheitswesens weiter ihre Arbeit machen können“, erklärt Hans Peter Weidling, Vorstand Kundenservice & Distribution. „Ohne den Service der Textildienstleister hätten die Mitarbeiter im Supermarkt von heute auf morgen keine frische Berufskleidung mehr zur Verfügung, die Mitarbeiter der kommunalen Entsorger könnten ohne saubere Warnschutzkleidung ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen.“

Industrieputztücher halten Maschinen am Laufen

Das Gleiche gilt für die Versorgung mit Mehrwegputztüchern für Werkstätten, Druckereien und systemkritische Industrien. Auch dort müssen Maschinen weiterlaufen und Fahrzeuge instandgehalten und gereinigt werden. Jeden Tag nehmen Facharbeiter in der Produktion und der Instandhaltung Putztücher von Mewa in die Hand, um Maschinen und Anlagen zu säubern und zu pflegen: in Verkehrsbetrieben, Bauhöfen, Industrieunternehmen aller Art und Entsorgungsunternehmen. Druckmaschinen der Verpackungsindustrie und für Presseerzeugnisse werden mit Mehrwegtüchern gesäubert; Lebensmittelproduzenten nutzen besondere Tücher, die unter speziellen hygienischen Bedingungen gewaschen werden. „Ein Putztuch mag als selbstverständlich eingeschätzt werden, aber es ist für die Produktion von Gütern essentiell: Können Maschinen nicht gesäubert werden, kann man über kurz oder lang die Produktion nicht aufrechterhalten“, erklärt Michael Kümpfel, Vorstand Marketing & Vertrieb. „Alle Maschinen müssen irgendwann gewartet werden. Selbst um Kühlanlagen von großen Rechenzentren instand zu halten, kommen Putztücher zum Einsatz. So ist auch die neue digitale Welt letztlich von der klassischen textilen Welt abhängig.“ Die Tücher sind Mehrwegprodukte: Sie werden gewaschen und vielfach wiederverwendet. „Industrieunternehmen können nicht ohne Putztücher arbeiten. Sie müssten – gäbe es unsere Dienstleistung nicht – von jetzt auf gleich auf Papiertücher umstellen. Das könnte sich im B2B-Bereich ähnlich auswirken wie die Vorratskäufe von Toiletten- und Handtuchpapier durch Endverbraucher: Einweg-Putzmaterial könnte zeitweise zur Mangelware werden.“

Auch Handwerkerkleidung wird nach höchsten Hygienestandards gewaschen

Vom hohen Hygienestandard in den Mewa-Betrieben profitieren alle Kunden. „Jede Mechaniker-Latzhose verlässt ebenso mikrobiologisch einwandfrei unsere Betriebe wie der Kittel für den Lebensmittelproduzenten“, informiert Ulrich Schmidt. Denn: Alle Mewa-Betriebe, die Berufskleidung bearbeiten, sind nach dem Risk Analysis and Biocontamination Control System (RABC) zertifiziert. Eingekleidet werden die Teams von Lebensmittelproduzenten, Bäckern und Fleischern, aber auch von Logistikern, Bauhöfen und Handwerkern und Kfz-Werkstätten. Rund 1,2 Mio. Menschen gehen täglich in Kleidung von Mewa zur Arbeit. Für alle Branchen gilt: Mewa bringt und holt die Kleidung und übernimmt die Pflege von A bis Z – und zwar nach genau jenen hohen Hygienestandards, die für Kunden aus der Lebensmittelverarbeitung gelten.

Lieferfähigkeit erhalten

Insgesamt stattet Mewa 190.000 kleine, mittlere wie große Unternehmen in Europa mit Betriebstextilien aus, davon 84.000 in Deutschland – stets unter der Einhaltung von Hygiene-, Sicherheits-, Umweltschutz- und Gefahrgutrichtlinien. Dazu gehören Unternehmen, die Verkehrsinfrastrukturen aufrechterhalten, Feuerwehren ebenso wie Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen wie Pflege, Pharmazie, ärztliche Praxen und Labore. Auch Bereiche der Bundeswehr und Polizei nutzen Putztücher von Mewa in ihren Werkstätten.

Um sie weiter uneingeschränkt beliefern zu können, ist aus Sicht von Mewa die Anerkennung von Textildienstleistungen als so genannte systemrelevante Dienstleistung unabdingbar. „Wir beliefern Kunden in ganz Europa. Da in der aktuellen Situation auf der einen Seite einzelne Kunden und manchmal sogar ganze Kundengruppen ihren Betrieb temporär einstellen mussten, ist Kurzarbeit bei uns auch ein Thema“, so Ulrich Schmidt. „Auf der anderen Seite sehen wir aber an höheren Waschmengen gerade aus den hygienesensiblen Kundenbranchen wie beispielsweise der fleischverarbeitenden Industrie, dass der Bedarf an hygienisch sauberer Kleidung größer ist denn je.“ Das zeige die Relevanz professioneller Textildienstleistung gerade in diesen Zeiten. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mewa sind sich ihrer besonderen Verantwortung und der Bedeutung ihrer Arbeit gerade in diesen Zeiten bewusst“, versichert Vorstandssprecher Bernhard Niklewitz, Vorstand Unternehmenssteuerung und -service. „Die Kolleginnen und Kollegen in Fuhrparklogistik, in den Betrieben und im Lager sind zur Stelle und kommen nach wie vor jeden Tag, unter besonderer Berücksichtigung der Corona-Sicherheitsregeln, an ihren Arbeitsplatz. Sie tun alles, was nötig ist, um unsere Kunden weiter versorgen zu können.“

Auf Seiten der Politik jedoch sei die Bedeutung der Textildienstleistung bisher noch nicht überall erkannt worden. „Die Bemühungen unseres Branchenverbands DTV (Deutscher Textilreinigungs-Verband e.V.), eine bundesweite Anerkennung von Textil-Service als systemrelevanter Zulieferer für die Kritischen Infrastrukturen zu erwirken, waren bisher ohne Erfolg“, sagt Ulrich Schmidt. „Für uns ist dies kaum nachzuvollziehen.“ Derzeit sei die Versorgung der Kunden mit hygienisch einwandfreier Berufskleidung, die zum hohen Teil auch Persönliche Schutzausrüstung ist, gesichert. Wenn es aber zu weiteren Einschränkungen kommen sollte, wie es bereits an den Mewa-Standorten in Italien und Spanien der Fall ist, dann müsse für die Textilservice-Unternehmen die Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben. Das schließe auch die Versorgung der Betriebe mit Wasch- und Desinfektionsmitteln und weiteren Hilfsstoffen zur Abwasseraufbereitung ein, ohne die nicht gewaschen werden kann.

Mewa ist in Deutschland von 12 Standorten in 9 Bundesländern für Kunden im Bundesgebiet und teilweise auch in den europäischen Nachbarländern tätig. „Ein Teil der benötigten Hilfsstoffe für unsere Abwasseranlagen ist aufgrund Produktionseinstellungen aktuell in Deutschland knapp“, berichtet Ulrich Schmidt. „Daher bauen unsere Lieferanten für uns gerade neue Versorgungslinien aus anderen europäischen Ländern auf.“ Das im Hintergrund erforderliche Netzwerk zur Versorgung der Unternehmen aus der kritischen Infrastruktur sei weit gespannt. Von daher habe man mit Sorge in den letzten Wochen vorübergehende einzelne kommunale Entscheidungen beobachtet, die flächendeckend Auswirkungen gehabt hätten. „Nur mit einer einheitlichen Vorgabe auf Bundesebene für Deutschland, einschließlich freiem Warenverkehr in Europa, können wir sicherstellen, dass wir Textildienstleister unseren Service auch bei möglichen weiteren Einschränkungen der Bewegungsfreiheit aufrechterhalten und damit die systemkritischen Kunden zeitgerecht weiter beliefern können.“

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