Digital Economy

Cyber-Gefahr bedroht die Digital Economy

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Digitalunternehmen setzen auf technische Absicherung – und vernachlässigen andere Schutzmechanismen

Das Ergebnis: Einen klaren Fokus setzt die deutsche Digital Economy bei der IT-Sicherheit auf technische Schutzmaßnahmen. Weitergehende Sicherheitsmechanismen werden jedoch vernachlässigt. Judith Leicht, stellvertretende Leiterin der Politik- und Sozialforschung bei Forsa, fasst die Ergebnisse zum bestehenden Schutz zusammen: „Die höchsten Werte ermittelten wir bei technischen Sicherheitsmaßnahmen: 99 %, also beinahe alle Befragten, nutzen eine Firewall und einen Virenscanner, 96 % ein systematisches Backup-System, 88 % verschlüsseln Kundendaten. Wesentlich geringer fielen die Werte jedoch bei nicht-technischen Maßnahmen aus: Nur 43 % der Befragten nehmen externe Beratungsunternehmen für IT-Sicherheit in Anspruch, 36 % besitzen einen Versicherungsschutz gegen Cyberrisiken. 38 % halten keinen konkreten Krisenplan für den Umgang mit Datenverlust oder Hackerattacken vor oder wissen nicht, ob es so einen Plan für das Unternehmen gibt.“

Die Belegschaft: Vertrauenspersonen oder Risikofaktor?

Wie schneiden die Mitarbeiter in der Risikobewertung der digitalen Spieler ab? Ob ungewollt oder böswillig: Das Verhalten der eigenen Belegschaft steht an Platz zwei und drei der Top-Risiken für Unternehmen. Befragt, welche Datenschäden den Unternehmensfortbestand gefährden würden, nennen nach Hackerattacken (67 %) die meisten Befragten den gezielte Geheimnisverrat und Datendiebstahl durch Angestellte sowie die unbeabsichtigte Weitergabe sensibler Daten an Dritte (jeweils 56 %). Robert Dietrich sagt: „Trotz aller Risiken, die von Mitarbeitern ausgehen – Im Bereich der Cybersicherheit ist das Vertrauensverhältnis zur eigenen Belegschaft ungebrochen. Stolze 88 % der digitalen Unternehmen bewerten den Beitrag ihrer eigenen Mitarbeiter zur IT-Sicherheit als gut oder sehr gut.“

Digital Economy: Politische Maßnahmen bei Cybersicherheit ungenügend

Die Politik wird vom deutschen Digital-Mittelstand kritisch beäugt: Mangelnde politische Vorkehrungen bedrohen in den Augen von mehr als der Hälfte (58 %) den digitalen Wirtschaftsstandort Deutschland. Mehr als drei Viertel (76 %) aller Befragten bewerten den Beitrag der Politik zur Steigerung der Datensicherheit in Deutschland insgesamt als weniger gut oder schlecht. In den Augen der Digital Economy ist die digitale Welt für große Teile der Politik offensichtlich noch immer absolutes Neuland. So erklärt sich jedenfalls die Entfremdung von Digital Economy und Politik: 87 % fordern von den Volksvertretern, sich mehr Knowhow und Verständnis im Bereich IT-Sicherheit anzueignen. Selbst sonst zumeist ungeliebte staatliche Regulierungen scheinen vielerorts zu fehlen: Fast jedes zweite Digitalunternehmen (48 %) wünscht sich mehr gesetzliche Eingriffe auf dem Feld der Datensicherheit. Von der deutschen Regierung fordern 72 % zudem, den Druck auf Länder zu erhöhen, von denen Hackerattacken ausgehen.

(ID:43413175)