Montagehilfe Damit die Flanschdichtung nicht zur Katastrophe wird

Autor / Redakteur: Peter Königsreuther / Peter Königsreuther

Der VTH Verband Technischer Handel mahnt, dass bei der Montage von Flanschdichtungen Vorsicht geboten ist, damit keine Leckagen drohen. Laut einer Umfrage könnten rund 90 % der Fehler vermieden werden, wenn man die Arbeit gleich den Experten überlässt.

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So vermeidet man Probleme beim Einbau von Flanschdichtungen.
So vermeidet man Probleme beim Einbau von Flanschdichtungen.
(Bild: VTH / Thoma+Schekorr)

Wenn die einwandfreie Funktion einer Maschine oder gar eines größeren technischen Gesamtsystems von der Versorgung mit Medien über Rohrleitungen abhängt, müssen die meist mittels Flanschen ausgeführten Verbindungsstellen zwischen den Rohren und Armaturen absolut dicht sein. Eine Forderung, die nicht zuletzt auch umweltschonende Gründe in sich trägt, wenn es sich bei den Medien etwa um aggressive Gase oder Flüssigkeiten handelt. Um diese Probleme im Vorfeld größtenteils zu eliminieren, fordern Sprecher des VTH, dass die wichtigen Montagearbeiten bezüglich der Abdichtung nur noch von Fachleuten durchgeführt werden sollten.

Simon Treiber, Vorsitzender der VTH-Fachgruppe „Dichtungstechnik“, zum Hintergrund dieses Ansinnens: „VTH-Umfragen zufolge ist in neun von zehn Fällen eine fehlerhafte Montage der Flachdichtungen der Auslöser für Probleme.“ Eine fachgerechte Montage ist folglich entscheidend für die Funktion der Dichtung, weil sie die Lebensdauer, Standfestigkeit und Leckagerate einer Dichtung maßgeblich beeinflusst, so Treiber.

Falsche Sparsamkeit kann teuer werden

In der Theorie ist der Einbau einer Flachdichtung recht einfach, sagt der VTH-Experte. In der Praxis werde aber durchaus geschludert, etwa wenn aus falscher Sparsamkeit gebrauchte Schrauben und Dichtungen wiederverwendet würden oder man zur Billigware greife. „Der Preis einer hochwertigen Dichtung ist im Vergleich zu den Kosten einer Betriebsunterbrechung und im Hinblick auf Sicherheitsaspekte unbedeutend“, bricht Simon Treiber eine Lanze für mehr Qualitäts- und Verantwortungsbewusstsein.

Wichtige Einflussgrößen, die bei der Suche nach der adäquaten Dichtung im Vorfeld betrachtet werden sollten, sind außer der Qualität der Dichtung an sich unter anderem die Art des zu führenden Mediums, die herrschende Temperatur, der Druck sowie der Flansch, die genutzten Schrauben und die Prozessführung, zählt Treiber auf.

Er ergänzt: „In Abhängigkeit von den Belastungen, denen die Dichtstelle ausgesetzt ist, muss eine regelmäßige und gründliche Wartung selbstverständlich sein.“ Denn nur ein fachmännischer Blick könne über die eher einfach ermittelbaren Diagnosen (wie etwa von selbst gelöste Schrauben) hinaus auch noch in puncto Korrosion, Spannungsrisse und andere Arten von Materialermüdung, bestehende Makel verlässlich erkennen und die Gefahren, die davon ausgehen, richtig bewerten.

Technische Händler stehen gern zur Seite

Seriöse Industriedienstleister, wie beispielsweise die technischen Händler, sind sowohl bei der Materialauswahl, der Montageorganisation als auch beim Erstellen der Wartungspläne behilflich, merkt der VTH an.

Durch die Einbindung der Industriedienstleister würden Kosten vermieden, die defekte Dichtungen mit sich brächten: verringerter Wirkungsgrad von Anlagen, Ausfall- und Reparaturkosten (Arbeitsaufwand, Material), Energieverschwendung, Beseitigung von Umweltschäden, Folgekosten von Arbeitsunfällen, um nur einige zu nennen. Der in der Fußnote genannte Link führt zu einer Grafik, die über die richtige Flanschdichtungsmontage aufklärt, und hilft bei der Suche nach entsprechenden Experten. MM

* Weitere Informationen: VTH Verband Technischer Handel e. V. in 40479 Düsseldorf, Tel. (02 11) 44 53-22, info@vth-verband.de, www.vth-verband.de/flanschdichtungen

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