China Market Insider Dank Corona: Digitalisierungsschub in der chinesischen Fahrradindustrie

Autor / Redakteur: Henrik Bork / Melanie Krauß

Die Nachfrage nach Zweirädern ist in diesem Jahr explosiv angestiegen. Chinesische Fabriken kommen mit der Produktion kaum hinterher und müssen noch schneller modernisieren.

Die EU will bis Ende des Jahres Fahrräder im Wert von 2 Mrd. Euro aus China importieren.
Die EU will bis Ende des Jahres Fahrräder im Wert von 2 Mrd. Euro aus China importieren.
(Bild: ©Eisenhans - stock.adobe.com)

Covid-19 zwingt Chinas Hersteller von Fahrrädern gerade zur „größten Umstrukturierung ihrer industriellen Wertschöpfungsketten“ in der Geschichte. Wie die chinesische Industriezeitung Zhongguo Gongye Bao schreibt, investieren die Produzenten in China aufgrund der sprunghaft gestiegenen Nachfrage derzeit soviel wie nie zuvor in die Digitalisierung ihrer Fabriken und in Forschung und Entwicklung für neue Produkte. Die Bildung industrieller Cluster und die Diversifizierung in der Industrie seien ebenfalls deutlich beschleunigt worden, heißt es in der Analyse.

Aus Angst vor dem Coronavirus fahren weltweit so viele Menschen mit dem Fahrrad oder dem E-Bike wie nie zuvor. Chinas Produzenten, die rund 70 % des Weltmarktes beherrschen, kommen daher kaum nach mit der Produktion. Allein im dritten Jahresquartal habe China Fahrräder im Wert von 1,1 Mrd. US-Dollar exportiert. Ein solches Exportvolumen war zuvor nur einmal erreicht worden, im Jahr 1995.