Leitmotto Integrated Energy Das Energiesystem wird smart

Redakteur: Stéphane Itasse

Das Energiesystem in Deutschland wird umgebaut. Die Leitmesse Energy auf der Hannover-Messe 2016 zeigt Systeme, Komponenten und Dienstleistungen für das Energiesystem der Zukunft unter dem Leitmotiv „Integrated Energy“.

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Die Leitmesse Energy zeigt unter dem Motto Integrated Energy das Energiesystem der Zukunft.
Die Leitmesse Energy zeigt unter dem Motto Integrated Energy das Energiesystem der Zukunft.
(Bild: Hannover-Messe)

„Das Herzstück der diesjährigen Energy ist die Integrated Energy Plaza. Dort wird ein interaktives Modell die Bausteine des Energiesystems der Zukunft greifbar machen“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. Die Leitmesse Energy zeigt schon heute das, was morgen möglich sein wird. Denn der Umbau der Systeme ist technisch machbar.

Modell zeigt integriertes Energiesystem

Auf der Integrated Energy Plaza zeigen Unternehmen wie Enercon, Prysmian und Siemens ihre Produkte sowie Systeme für eine integrierte Energiewelt. Dabei stellt ein vom zentralen Partner GP Joule bereitgestelltes Modell dar, wie das System mit neuen dezentralen Speicherkonzepten funktionieren kann.

Die Hannover-Messe Energy hilft dabei, die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung, aber auch den Energieverbrauch ganzheitlich zu betrachten und miteinander zu verknüpfen. Der Begriff „Integrated Energy“ steht für den Wandel der Energiewirtschaft. Dabei sollten nach Einschätzung der RWTH Aachen und Siemens Corporate Technology mittel- und langfristig für die unterschiedlichen Anteilsgrößen erneuerbarer Energien am Stromverbrauch die Ziele für den Energiemarkt angepasst werden: Ist heute bei einem erneuerbaren Anteil von 20 + % und mehr die Systemintegration das Gebot der Stunde, so sprechen die Forscher bei 40 + % von der Notwendigkeit der Marktintegration, ab 60 + % sehen Sie eine regionale Selbstversorgung und bei 80 + % die Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch durch die Integration dezentraler Energiewandlung in Kombination mit Speichersystemen.

100 % erneuerbare Energien ohne fossilen Strom möglich

Wie notwendig und funktional sicher bereits heute Speicher als Mittel zur Systemintegration von schwankender Windstromeinspeisung sind, zeigt das Unternehmen GP Joule mit dem Modellprojekt „Kombikraftwerk Power-to-Gas-to-Power“ in Schleswig-Holstein. Mit dem Konzept wird sichergestellt, dass an windschwachen Tagen keine fossilen Kraftwerke mehr benötigt werden, um die Windstromeinspeisung auszugleichen. Die Stromlücke der erneuerbaren Energien wird auf Basis 100 % erneuerbarer Energien ausgeglichen. Das Modell des Stromlückenfüllers kombiniert Wasserstoff-Elektrolyseure und Biogasanlagen zu einem Zwischenspeicher. Durch PEM-Elektrolyse wird überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert. Bei zusätzlichem Strombedarf im Netz kann der Wasserstoff über ein Biogas-BHKW wieder verstromt und ins Netz eingespeist werden. Auf diese Weise gelingt es, wetterunabhängig den Strom aus erneuerbaren Energien verfügbar zu machen. Die Gesamteffizienz bei Strom- und Wärmenutzung liegt bei bis zu 95 %.

Die Ziele des Klimagipfels von Paris im Dezember 2015 wie die Dekarbonisierung ab 2050 und die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 bis 2 °C im Vergleich zum vorindustriellem Niveau beschleunigen den Ausbau regenerativer Erzeugung und die Steigerung der Energieeffizienz. Ein Hebel zur Reduzierung von CO2 ist die Elektrifizierung des Energiesystems, denn erst 20 % der Endenergie in Deutschland sind elektrischer Strom. Die Rolle der Teilnehmer am Energiesystem muss sich dementsprechend verändern: Verbraucher werden zu Prosumern, die eine aktive Rolle übernehmen, beispielsweise durch Energiehandel oder Lastspitzenmanagement. Auch die eigenen Anlagen müssen intelligent gemanagt werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen, beispielsweise durch Energiemonitoringsysteme. (si)

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