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Cyber-physikalische Systeme

Das Leben im und mit dem Internet der Dinge

| Autor/ Redakteur: Ira Suko / Peter Koller

Das Internet der Dinge wird die Art, wie wir leben und arbeiten, gründlich verändern. Verkehr, Industrieproduktion und Medizin werden von der Ubiquität von Sensoren und Wireless-Netzen profitieren.

Das Internet der Dinge wird möglicherweise bald alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens durchdringen.
Das Internet der Dinge wird möglicherweise bald alle Aspekte des menschlichen Zusammenlebens durchdringen.
(Bild: Digi-Key)

Angesichts der Zigmilliarden Geräte mit Netzwerkanbindung, die in naher Zukunft Daten miteinander austauschen werden, um unser Leben noch effizienter zu gestalten, wirken die Systeme, die heute das Internet beherrschen – PCs, Laptops, Tablets und Smartphones – nur noch wie Zwerge.

Durch gänzlich neue Reaktionsmöglichkeiten können die Steuerungssysteme, die dieses Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) bilden, Effizienzsteigerungen in den unterschiedlichsten Systemen bewirken, sei es bei industriellen Steuerungen, im Transportwesen oder in der Medizin. Mit dem IoT ergeben sich Möglichkeiten, unsere bisherige Art, Dienstleistungen zu erbringen, völlig umzuwandeln und der Gesellschaft erhebliche Einsparpotenziale zu erschließen.

Kosten der medizinischen Versorgung steigen altersbedingt

Die Kosten der medizinischen Versorgung werden durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung im globalen Maßstab enorm ansteigen. Bis Ende der 2030er Jahre wird erwartet, dass sich der Anteil der Weltbevölkerung im Alter von über 65 Jahren von jetzt etwas mehr als sieben Prozent auf über 15 Prozent verdoppelt. In den Industrieländern wird dieser Anteil sogar noch höher sein, da die Lebenserwartung hier schon jetzt weit über dem globalen Durchschnitt liegt.

Die Lebensqualität einer alternden Bevölkerung stellt daher die Regierungen weltweit vor große Aufgaben. Viele Menschen werden mit chronischen Erkrankungen leben, die regelmäßiger Behandlungen und ärztlicher Betreuung bedürfen. Wahrscheinlich wird das zu einem explosionsartigen Anstieg der Kosten im Gesundheitssystem führen, wobei es keine Rolle spielt, ob dieses System auf Steuergeldern oder den Beiträgen der Versicherten basiert.

Ein erheblicher Anteil dieser Kosten geht auf das Konto immer längerer Krankenhausaufenthalte. Diese Kosten lassen sich deutlich senken, wenn die Patienten in ihrem Wohnumfeld bleiben können und stattdessen regelmäßig von Ärzten und Pflegekräften betreut werden. Doch oftmals arbeitet das geeignete medizinische Personal zu weit vom Wohnort entfernt, sodass sich die Patienten nicht auf den Weg in die Praxen machen können. Die medizinischen Fachkräfte arbeiten meist in den Krankenhäusern größerer Städte, doch ein Viertel der Bevölkerung wird in den ländlichen Regionen leben und damit Schwierigkeiten haben, Arzttermine wahrzunehmen.

Sensoren messen laufend Vitalparameter

Zum Internet der Dinge gehören Sensoren, die laufend Vitalparameter wie Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz erfassen und am Körper des Patienten platziert werden. Diese Sensoren senden dann wichtige Daten an die Arztpraxen, wo das medizinische Personal mögliche Probleme erkennen kann. Wissenschaftler haben auch festgestellt, dass sich bei Reha-Patienten viel besser feststellen lässt, wie gut deren Mobilität wirklich ist, wenn diese nicht in der Arztpraxis auf und ab laufen, sondern in der realen Welt Treppen steigen und von einem Stuhl aufstehen.

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