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Achema 2015

Das sind die Megatrends in der Prozessindustrie

| Autor / Redakteur: Gerd Kielburger / Matthias Back

„Um die Wettbewerbsfähigkeit der Prozessindustrien in immer volatileren Märkten zu steigern, werden flexible Produktionsprozesse benötigt, die wir in vielfältigen Forschungsprojekten und konkreten Anwendungen zu Industrie 4.0 verfolgen“, erläutert Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender von Festo, die Auswirkungen der Entwicklung. Dafür seien adaptive, sich selbst konfigurierende und selbst organisierende Produktionsanlagen mit einem hohen Vernetzungsgrad nötig.

Als Beispiel stellt Festo in Frankfurt sein neues innovatives Konzept für die Automatisierung modularer Anlagen vor. Dadurch können z.B. Anlagen der Wasseraufbereitung schnell und flexibel aufgebaut und im Bedarfsfall problemlos angepasst werden, ohne dass diese komplett neu konfiguriert werden müssen. Diese Komplexitätsreduktion ermöglicht nicht nur eine schnelle Produkteinführung in Märkte, sondern reduziert auch die Kosten bei Planung, Bau und Inbetriebnahme. Diese Anlagen sind zudem durch die kleinere Bauweise energieeffizienter.

Was unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ in anderen Branchen diskutiert wird, lässt sich größtenteils auch auf die Prozessindustrie übertragen. Allerdings sind es hier weniger die Produktkomponenten, die miteinander kommunizieren, als die Bestandteile der Anlage: Die Pumpe in der modularen Anlage meldet ihre Verfügbarkeit und ihr Leistungsspektrum nicht nur an die zentrale Steuerung, sondern auch an das Ventil, die Temperaturmessung leitet Heizung oder Kühlung oder den nächsten Prozessschritt ein.

Für die Chemieindustrie ergeben sich nach Einschätzung von Siemens-Manager Hans-Georg Kumpfmüller weit jenseits der Technik neue Möglichkeiten für die Prozessführung bis hin zur Gestaltung von Schichtbetrieben und Personalmanagement. Damit einhergehend werden Abläufe immer flexibler, und das vom Labor bis zur Verpackungstechnik, die einerseits eine Entwicklung hin zu „alles aus einer Hand“ erlebt, andererseits Lösungen bereitstellt, die quasi auf Knopfdruck von der Formulierung über die Primär- bis zur Sekundärverpackung auf neue Produkte eingestellt werden können. Dazu tragen auch viele Weiterentwicklungen im Bereich der Prozessanalysenmesstechnik (PAT) bei. Aus Betreibersicht eindeutig eine Problemlöser-Technologie. Anbieter müssen folglich sehr nah an den Kundenbedürfnissen sein, um gewünschte Effekte zu erzielen.

Prozesstechnik: Energie- und Rohstoffeffizienz stehen hoch im Kurs

Für den Bereich der Prozess- oder Verfahrenstechnik, mit ihren mechanischen und thermischen Verfahren, stehen Energie- und Ressourceneffizienz hoch im Kurs. Das ist eine Kernbotschaft von Dr. York Fusch, CEO von Körting Hannover und Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Verfahrenstechnik. Seiner Erwartung nach werden die Hersteller auf der Achema Lösungen zeigen, die auf eine Erhöhung des Wirkungsgrads abzielen oder die verschiedene Funktionen integrieren. Modulare Plattformen erhöhen die Flexibilität und erleichtern sowohl Wartung als auch Installation. Kompaktere Bauweisen sollen Platz und damit Geld sparen. „Alle diese Lösungen bieten unseren Kunden niedrigere Betriebskosten, geringeren Wartungsaufwand und damit eine höhere Wirtschaftlichkeit“, verspricht Fusch. Industrie 4.0 sehen die Apparateanbieter dagegen als Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der Investitionsgüterindustrie am Standort Deutschland weiter auszubauen. Mit einer zunehmenden Prozessautomation sind die Hersteller bereits seit langem auf dem richtigen Weg. Intelligente Plattformen für das Condition und Operation Monitoring, sich selbst initialisierende Steuerungen oder eine Kombination aus Steuerung, Maschinenschutz und Zustandsüberwachung reduzieren Betriebskosten, sparen Platz und erhöhen die Sicherheit der Anlagen.

Pumpentechnik: Von Energieeffizienz bis Industrie 4.0 fähig

Auch die Anforderungen an Pumpen steigen stetig, weil die Automatisierung und Vernetzung in Produktionsunternehmen, auch in der Verfahrenstechnik, voranschreitet – Stichwort Industrie 4.0. „Das hat natürlich Auswirkungen auf die Anforderungen an Pumpen- und weitere Komponentenhersteller“, wie Dr. Sönke Brodersen, Global Executive Officer Technology bei KSB hervorhebt. Darüber hinaus treiben auch Brüssel oder Berlin durch NAPE, Ökodesign-Richtlinie und Maschinen-Richtlinie die Anbieter weiter an, mit ihren angebotenen Produkten Energie einzusparen und Ressourcen effizienter zu nutzen.

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