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Achema 2015

Das sind die Megatrends in der Prozessindustrie

| Autor / Redakteur: Gerd Kielburger / Matthias Back

Nach Brodersens Einschätzung bedeutet das für die Hersteller, immer energieeffizientere Pumpen entwickeln und mit gleichzeitig größerem Funktionsumfang anbieten zu müssen. Für den KSB-Technologie-Manager und VDMA-Vorsitzenden im Fachbereich Pumpen und Systeme geht es hier beispielhaft um die intelligente Kombination von Hocheffizienzmotoren, Frequenzumrichtern zur Drehzahlregelung und einen verbesserten hydraulischen Wirkungsgrad. Pumpen, so sagt Brodersen, sind mittlerweile hydromechatronische Systeme, bestehend aus Hydraulik, Antriebstechnik, Sensorik, Elektronik und Software. Sie lassen sich vom Pumpenanwender z.B. mithilfe von Feldbus-Schnittstellen in die zentrale Leittechnik einbinden. Vor Ort kann die Pumpe auch dezentral die Regelung von Fluidförderaufgabe übernehmen. Für Brodersen steht fest: „Die Hersteller bieten zunehmend Systemlösungen an, die mehr leisten als vormals das rein mechanische Produkt Prozesspumpe.“

Kompressoren: Für nachhaltige Konzepte bereit

Ähnlich ist die Entwicklung auch im Bereich Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik. Hier entwickeln die Anbieter immer nachhaltigere Konzepte durch effizientere und sicherere Technologien. Etwa beim Einsatz in biobasierten Prozessen und Verfahren, wie Alexander Peters, Geschäftsführender Gesellschafter der Neuman & Esser Group erklärt. So kommen bei Bioraffinerien beispielsweise Kompressoren in mehrfacher Hinsicht zum Einsatz. Zum einen bei der Waschung und Trocknung des Methangases, das aus dem vergorenen Substrat (z.B. Mais, Rüben usw.) gewonnen wird, zum anderen bei der Aufbereitung des Gases und bei der Einspeisung in das öffentliche Erdgasversorgungsnetz.

Leckagefreie und hochverfügbare Kompressoren, die die entscheidende Schnittstelle zur Anbindung an das Netz bilden, sind hierfür Voraussetzung. „Neben stationären Lösungen“, erklärt Peters, „gibt es mittlerweile auch mobile Biomethan-Verdichteranlagen, die eine frühzeitige Einspeisung in das Gasnetz ermöglichen, noch bevor die stationäre Verdichteranlage in Betrieb genommen wird. Somit ist eine erheblich bessere Effizienz der Gesamtanlage gewährleistet.“

Armaturen: Weg vom Bauchladen, hin zur Manufaktur

Die Industriearmaturenhersteller stehen mit der Energiewende nicht nur vor großen Herausforderungen, sie bietet ihnen auch ebenso große Chancen. Diese Meinung vertritt Dr. Achim Trasser, Geschäftsführer der Korschenbroicher Sempell. Mit dem Wegbrechen des Nuklearmarktes in Deutschland müssen sich Armaturenhersteller neue Technologiemärkte suchen, in denen sie wichtige Beiträge leisten können. So etwa im Power-to-Gas-Bereich. Von der Weiterentwicklung dieser Technologie kann die Branche in der Tat großen Nutzen ziehen.

Für Trasser, der dem VDMA-Fachverband Armaturen vorsteht, müssen Hersteller heute den gesamten Lebenszyklus einer Komponente oder Anlage in den Fokus stellen und dürfen einzelne Produktphasen nicht isoliert betrachten. „Bereits jetzt verwenden deutsche Anbieter einen erheblichen Teil ihrer personellen Ressourcen zur Prüfung und Optimierung der Armaturen und ihrer Funktionen und arbeiten konsequent an der Langlebigkeit und Sicherheit der Produkte“, so Trasser. Die Armaturen würden aufwändig in Prüfständen getestet. Dabei würden auch Störungen simuliert, um die Sicherheit der Armatur zu gewährleisten. Großes Augenmerk gilt dabei der kontinuierlichen Verbesserung der Dichtheit, denn diese beeinflusst sowohl den Medienverlust als auch die Emissionen von Anlagen, aber auch der Zugänglichkeit und Wartung der Armaturen.

Immer häufiger bieten Hersteller aufgrund Betreiberanfragen Online-Tests von Sicherheitsarmaturen im laufenden Betrieb. Und dennoch vollzieht sich aktuell ein Wandel in Bezug auf Abnehmermärkte, Bauarten und Stückzahlen in der extrem heterogen aufgestellten Armaturenbranche, die vor allem durch eine starke Individualisierung der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten Produktion gekennzeichnet ist. Für Trasser steht fest: „Wir bewegen uns immer mehr in Richtung Manufaktur und wenden uns vom Prinzip Bauchladen ab.“

* Der Autor ist Chefredakteur/Group Publisher von Process

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