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Predictive Maintenance

Dauerhafter Fitnesscheck für den Maschinenpark

| Redakteur: Beate Christmann

Messtechniker aus dem Saarland wollen die Instandhaltung von Industrieanlagen und Fertigungsrobotern optimieren: Ihr neues Früherkennungsprogramm soll Maschinenzustände fortwährend überwachen und Schäden prognostizieren.

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Nikolai Helwig (l.) und Tizian Schneider, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes, testen das neu entwickelte Früherkennungsprogramm an einem elektromechanischen Zylinder.
Nikolai Helwig (l.) und Tizian Schneider, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes, testen das neu entwickelte Früherkennungsprogramm an einem elektromechanischen Zylinder.
(Bild: Oliver Dietze/Univeristät des Saarlandes)

Wenn eine Produktionsmaschine kaputtgeht, geschieht dies häufig überraschend und trifft das Unternehmen dementsprechend unvorbereitet. Kostenintensive Stillstandszeiten der Fertigung sind die Folge. Dabei kündigen bestimmte Symptome den kritischen Zustand einer Komponente in der Regel bereits frühzeitig an. Jedoch sind diese Veränderungen häufig so minimal, dass sie für normale Sinne nicht wahrnehmbar sind.

Früherkennungsprogramm für technische Anlagen

Ein Forscherteam an der Universität des Saarlandes (Saar-Uni) und am Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema) hat nun gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung im Rahmen des Forschungsprojekts Mo-Ses-Pro (Modulare Sensorsysteme für Echtzeit-Prozesssteuerung und smarte Zustandsbewertung, siehe Infokasten) nach eigener Aussage eine Lösung für dieses Problem entwickelt: ein Früherkennungsprogramm für technische Anlagen, ausgestattet mit intelligenten Sensoren. Das Funktionsprinzip: Das System sammelt permanent verschiedene Messdaten aus dem Inneren der Geräte und vergleicht sie unablässig mit normalen Werten. So soll es den Zustand von Maschinen pausenlos im Auge behalten können, Diagnosen stellen und ankündigen, wann ein Ersatzteil ausgetauscht werden muss.

Die Entwicklung unterzieht Maschinen also einer ständigen Vorsorgeuntersuchung. Ganz so, als würde man einen Menschen immerzu mit Fitnessarmbändern und Gesundheitschecks samt Langzeit-EKG und Dauer-Blutdruckmessung überwachen. „Wir bringen in der Maschine Sensoren an, die wir miteinander und mit den vorhandenen Prozesssensoren kombinieren – so können wir bereits kleinste Veränderungen erfassen“, erklärt Prof. Andreas Schütze, Sensorexperte am Lehrstuhl für Messtechnik der Saar-Uni.

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