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Smart Factory Den Durchblick in Sachen Industrie 4.0 behalten

| Redakteur: Beate Christmann

Produktionen werden momentan von Industrie-4.0-Neuerungen überrannt. Wissenschaftler haben nun ein Software-Tool entwickelt, das vor allem kleinen und mittleren Unternehmen einen Überblick über die Technologien liefern und deren Potenziale aufzeigen soll.

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Das Smartphone als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: Die Digitalisierung ist in der Produktion angekommen und soll den Arbeitsalltag erleichtern. Im Projekt 4.0-Ready wollen Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und des International Performance Research Institute (IPRI) auch kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Inudstrie 4.0 ermöglichen.
Das Smartphone als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: Die Digitalisierung ist in der Produktion angekommen und soll den Arbeitsalltag erleichtern. Im Projekt 4.0-Ready wollen Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und des International Performance Research Institute (IPRI) auch kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Inudstrie 4.0 ermöglichen.
(Bild: IPH)

Die industrielle Produktion wird immer mobiler und intelligenter: Smart Factory lautet das ausgerufene Ziel, auf das alles hinsteuert. In ihr arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand und erleichtern sich gegenseitig die Arbeit.

Datenbrillen, Tablets, Smart Watches oder Mobiltelefone sind nur einige der Gerätschaften, die dabei als Mensch-Maschine-Schnittstelle agieren. Diese sogenannten digitalen Assistenzsysteme werden, will man den Experten Glauben schenken, bald in fast jedem Fertigungsunternehmen Arbeitsabläufe beschleunigen und vereinfachen.

KMU zögerlich in Sachen Digitalisierung

Während einige Unternehmen bereits frohen Mutes voranschreiten und Mitarbeiter dort schon heute Maschinen mit dem Tablet steuern oder über Datenbrillen den nächsten Montageschritt ins Sichtfeld projiziert bekommen, fällt es anderen, vor allem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), schwer, im Dickicht der neuen Techniken und Technologien den Durchblick zu behalten – geschweige denn den Schritt in Richtung Industrie 4.0 zu wagen.

Hier setzten Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und des International Performance Research Institute (IPRI) an: Im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten und nun vollendeten Forschungsprojekts 4.0-Ready haben sie ein Software-Tool entwickelt, das den Weg in Richtung Smart Factory weisen soll. Es soll vor allem KMU aufzeigen, welche Optionen bereits auf dem Markt existieren, welche Vorteile diese für die eigene Produktion bedeuten könnten und mit welchen Kosten zu kalkulieren ist.

Potenziale sind oft unbekannt

„KMU sind sich der Bedeutung der für Industrie 4.0 wichtigen Technologien zwar bewusst, zögern aber im Vergleich zu Großunternehmen bei deren Einführung“, beschreibt Stefan Willeke, Projektleiter am IPH, die Ausgangssituation. Die Gründe dafür seien unterschiedlich: Meist könnten die Unternehmer die Potenziale interaktiver Assistenzsysteme für die eigene Produktion nicht abschätzen, würden die Anforderungen für deren Nutzung nicht kennen oder hätten kein systematisches Vorgehen, um diese erfüllen zu können.

Das neue Software-Tool nun soll die Einführung von interaktiven Assistenzsystemen im Unternehmen erleichtern. Dafür bietet es eine Übersicht über die zur Verfügung stehenden Instrumente und deren Einsatzpotenziale. Es soll als Entscheidungsgrundlage dienen, mit der mögliche Anwender abschätzen können, welche Technik sie einführen möchten oder überhaupt können.

Reifegradmodell: Ist das Unternehmen bereit für jeweilige Technik?

Unterstützend wirken soll vor allem ein in das Tool integriertes Reifegradmodell. Mit diesem wird es nach Aussage der Wissenschaftler möglich, die für die jeweilige Technik nötigen Anforderungen genau zu planen und zu steuern: Es sollen sich Erkenntnisse gewinnen lassen, wie weit das einzelne Unternehmen von der Umsetzung der verschiedenen Instrumente entfernt ist, welche davon am geeignetsten für seine Vorhaben wären, für welche es vielleicht schon die Voraussetzungen erfüllt, um sie bereits einsetzen zu können, oder welche Maßnahmen dazu erst noch umzusetzen wären. „Und die Unternehmen können das Tool immer wieder einsetzen: Nach jedem Schritt können sie erneut prüfen, auf welcher Reifestufe sie sich gerade befinden“, ist Willeke überzeugt.

Das Projekt ist mit der Entwicklung des Softwaredemonstrators abgeschlossen.

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