Reinigungstechnik Der Dreck muss weg – beim Gießen und Montieren

Redakteur: Jürgen Schreier

Sauberkeit ist Trumpf: in der Gießerei ebenso wie beim Fügen und Montieren. Beim Reinigen sind Trockeneis oder CO2-Schnee die Verfahren der Wahl. Die Niederdruck-Heißreinigung entfernt auf sanfte Art neben Stäuben auch Emulsionen.

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As cold as ice: In gemeinsamen Testversuchen wird gezielt daran gearbeitet, die optimalen Parameter bezüglich Strahldruck, Trockeneismenge und Menge des Abrasivmittels mit dem Ascojet Combi Blaster 1708 zu definieren.
As cold as ice: In gemeinsamen Testversuchen wird gezielt daran gearbeitet, die optimalen Parameter bezüglich Strahldruck, Trockeneismenge und Menge des Abrasivmittels mit dem Ascojet Combi Blaster 1708 zu definieren.
(Bild: Asco)

Die optimale Reinigung von Formen und Werkzeugen hat in Gießereien Priorität. Schließlich beeinflusst die Sauberkeit nicht nur die Qualität der Gusserzeugnisse, sondern auch Produktivität und Kosten. Moderne Reinigungstechnik für Gießereien bietet die Asco Kohlensäure AG, Rorschach (Schweiz), die sich auf das Trockeneisreinigen konzentriert hat und bestrebt ist, Komplettlösungen anzubieten. Dazu hat man jetzt die Hüttenes-Albertus GmbH mit ins Boot genommen.

In offenen Dialogen mit Gießereien konnten beide Unternehmen feststellen, dass es noch keine effiziente Gesamtlösung zur Schlichteentfernung der Gussformen gibt. Aktuell müssen im Schwerkraft-Kokillenguss die Deck­schlichten in Gussformen mehrmals täglich abgetragen werden. Zusätzlich bedarf es einer regelmäßigen Entfernung der Grundschlichte sowie eines gelegentlichen Aufrauens der Formen.

Versuche zum Abtragen und Aufrauen

Zum Entfernen der Deckschlichten setzen die meisten Gießereien auf das Trockeneisstrahlen, das in „Reinform“ beim Abtragen der Grundschlichte und beim Aufrauen rasch an seine Grenzen stößt. Für beide Unternehmen war dies der Anlass, das gemeinsame Know-how zu kombinieren. Hüttenes-Albertus arbeitet an einem speziellen Schlichteaufbau zur Glättung von porösen Formteiloberflächen. Die Überzugsschicht isoliert die Gussformen und schützt vor thermischer Belastung durch die Metallschmelze. Dazu soll künftig eine perfekt darauf abgestimmte Reinigungsmethode mitgeliefert werden, und zwar in Form des neuen Strahlgeräts Ascojet Combi Blaster 1708. Dieses kombiniert schonendes Reinigen auf der Basis von Trockeneispellets mit der abrasiven Wirkung eines gezielt ausgewählten Zusatzstoffes.

Die Vorteile des Ascojet Combi Blaster 1708 erklärt Udo Hinze, Asco-Gebietsverkaufsleiter für Trockeneistechnik in Nord- und Ostdeutschland, so: „Je nach Bedarf der Anwendung kann das Additiv flexibel in den Trockeneisstrom beigemengt werden. Auch während des Kombinationsstrahlens bietet die kühlende Eigenschaft des Trockeneises einen optimalen Materialschutz, während die unterstützende, abrasive Wirkung des Additivs selbst hartnäckige Verschmutzungen und Beläge wie die Grundschlichte wirkungsvoll entfernt. Zudem können Kokillen so aufgeraut werden, dass die nachkommende, neu aufgetragene Schlichteschicht optimal haftet.“

Nur geringer Einsatz von Strahlmittel erforderlich

Weiter weist Hinze auf den geringen Einsatz von Strahlmittel und der damit verbundenen minimalen Staubbildung hin, welche zu fast keiner Sekundärverschmutzung führt. Die höhere Reinigungsleistung des Gerätes erlaubt es auch, mit weniger Druckluft zu arbeiten, woraus eine erhebliche Reduktion der Lärmemission resultiert.

Ein weiterer Pluspunkt aller Ascojet-Strahlgeräte: Die Anwendung kann direkt auf den eingebauten, heißen Formen ausgeführt werden, weshalb die Produktion sofort nach der Reinigung wieder aufgenommen und das Verfahren so leicht in den Arbeitsprozess integriert werden kann. So entfallen teure Produktionsstillstände und die Qualitäts- und Prozesssicherheit kann mit wenig Aufwand erhöht werden.

Marco Pellegrino, Geschäftsführer bei Asco, weiß um die Besonderheit einer solch gewinnbringenden Kooperation: „Sowohl Hüttenes-Albertus als auch Asco bringen reichhaltiges Wissen sowie Kompetenz und Erfahrung auf dem breiten Gebiet des Trockeneisstrahlens in Gießereien mit ein. Unsere Produkte und Anwendungsprozesse werden in regelmäßig stattfindenden Testversuchen optimal aufeinander abgestimmt. Für uns als Anbieter ist es von höchster Wichtigkeit, den direkten Kontakt zum Kunden zu halten und nicht am Markt vorbei zu entwickeln. Die Markteinführung des Ascojet Combi Blaster 1708 beweist einmal mehr, dass Asco sich nach den Bedürfnissen der Kunden, in diesem Fall der Gießereien, richtet und lösungsorientiert arbeitet. Dasselbe gilt für Hüttenes-Albertus, die mit der Entwicklung einer optimal zusammengesetzten Schlichte für unser Ascojet-Trockeneisstrahlverfahren neue Massstäbe hinsichtlich Effizienz in der Formenreinigung setzen wird.“

Heinz-Gilbert Klussmann, Produktmanager Trennstoffe/NE-Metallguss bei Hüttenes-Albertus, erklärt, warum die Zusammenarbeit mit Asco bereits Früchte trägt: „In engem Austausch mit den Giessereien richten wir unsere Produkte konsequent auf die vorhandenen Marktbedürfnisse aus. Dabei werden bewährte Produkte weiterentwickelt, aber auch ganz neue Wege beschritten. Für eben diese neuen Wege bedarf es eines zuverlässigen Partners. Asco ist für uns dieser Partner. Als Komplettanbieter rund um CO2 und Trockeneis ist das Trockeneisstrahlen bei Asco in einem gesamten CO2-Background eingebettet. Asco sucht immer direkt und unkompliziert gemeinsam mit uns nach der besten Lösung. Diese beste Lösung soll dann an unsere Kunden weitergegeben werden.“

In gemeinsamen Testversuchen wird momentan gezielt daran gearbeitet, die optimalen Parameter bezüglich Strahldruck sowie Trockeneismenge bzw. Menge des Abrasivmittels für die Abtragung der neuen Schlichtestruktur mit dem Ascojet Combi Blaster 1708 zu definieren. Auch soll die Möglichkeit der „Reparatur“ von Deckschlichten mittels Reinigung mit feinen Trockeneispartikeln getestet werden. Hier geht es um einen partiellen Abtrag von sich lösenden Strukturen, ohne die gesamte Schlichte abtragen zu müssen. So kann den Gießereibetrieben zukünftig ein Komplettpaket aus Anwendungstechnik und Schlichtezusammensetzung angeboten werden.

Mit Schnee sauber montieren

Aber nicht nur beim Guss, sondern auch in Montage- und Fügeprozessen ist die Bauteilsauberkeit oberstes Gebot. Beim Schrauben, Einpressen oder Schweißen entstehen Verunreinigungen wie Späne, Flitter, Abrieb oder filmische Verschmutzungen. Um Funktion, Qualität und Langzeitzuverlässigkeit der Baugruppe zu gewährleisten, müssen diese Verunreinigungen gezielt entfernt werden. In der Serienproduktion ermöglicht dies das ACP mit seinem Quattro-Clean-Schneestrahl-Reinigungssystem.

Es entfernt inline und vollautomatisch filmische und partikuläre Verunreinigungen im One-Piece-Flow der Linie mit reproduzierbarem Ergebnis – sogar von fein strukturierten Oberflächen. Als Reinigungsmedium kommt flüssiges Kohlendioxid zum Einsatz, das durch die Düse des Quattro-Clean-Systems geleitet wird und sich beim Austritt zu feinen CO2-Kristallen entspannt. Beim Auftreffen des -78,5 °C kalten Schnee-Druckluftstrahls auf die zu reinigende Oberfläche kommt es zu einer Kombination aus thermischem, mechanischem, Sublimations- und Lösemitteleffekt, wodurch partikuläre und filmische Verschmutzungen abgereinigt werden.

Wie die gründliche Reinigung von Bauteilen oder Maschinen ohne aggressive Chemikalien oder Lösemittel funktioniert, zeigte Hersteller PH-Cleantec auf der diesjährigen Hannover-Messe. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt Niederdruck-Heißreinigung. Mit 95 °C heißem Wasser werden bei Drücken bis 14 bar Öle, Fette, Stäube, Emulsionen oder KSS-Rückstände sanft beseitigt. Zum „Säubern“ von Rohren, Drähten oder Coilware gibt es diese Technik auch in Form einer kompakten Reinigungszelle.

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