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Cybersecurity Der Feind in meiner Maschine – Wie Hacker arbeiten

| Autor / Redakteur: Christoph Fasel / Simone Käfer

Warum Hacker KMU lieben. Wie sie in der Praxis vorgehen. Welche Folgen das haben kann. Und was Unternehmen dagegen tun können.

(Bild: ©Grispb, kosmos111 - stock.adobe.com; [M]Kron)

Nennen wir ihn Thomas. Thomas ist 38 Jahre alt, wohnt in einer Kleinstadt in Norddeutschland, lebt in einer festen Beziehung, trägt Polohemden von Ralph Lauren, fährt einen BMW mit Hybridantrieb – und ist von Beruf Hacker. Seinen echten Namen will er nirgendwo lesen: Denn Anonymität ist sein Kapital – auch bei seinen Auftraggebern.

Nein, er ist nicht mehr der Freak,­ der zwischen Bergen von Pizza-­ Kartons und leeren Cola-Light-­Flaschen im Dämmerlicht eines Computerbildschirms hockt und – seine Hoody-Kapuze tief ins Gesicht gezogen – endlose Zahlen- und Buchstabenkolonnen an sich vorüberziehen lässt, um die Schwachstelle eines Programms zu finden. „Das war vor 20 Jahren so“, erinnert sich Thomas. „Das war eine technische Herausforderung – und kein Business!“ Vom Spieltrieb angefeuert erprobten die Hacker 1.0 damals ihre Fähigkeiten, um schwachbrüstige Home­computer-Programme oder Programmierungen von Spielautomaten zu knacken. Das Ganze geschah oft in Wettkämpfen: Wer ist schneller drin? „Dann warst du einfach der King, wenn du den Flipperautomaten gehackt hattest“, erinnert sich Thomas. Sein Gesicht wird angespannt: „Heute sitze ich bei Starbucks mit dem Laptop und knacke, wenn es sein muss, Bankkonten in wenigen Minuten.“ Dies allerdings in freundlicher Absicht, um Schwachstellen in der IT im Auftrag von Unternehmen aufzuspüren.