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Editorial MM 45-2017 Der Intuition folgen

Redakteur: Andrea Gillhuber

Schlagworte wie Usability sorgen oft nur noch für ein verdrehen der Augen. Bedeutung gewinnt sie erst wieder, wenn sie nicht gegeben ist. Doch das lässt sich vermeiden.

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User Experience ist nicht nur ein Marketing-Tool. Die Vorteile zeigen sich auch in einer steigenden Produktivität.
User Experience ist nicht nur ein Marketing-Tool. Die Vorteile zeigen sich auch in einer steigenden Produktivität.
(Bild: VBM-Archiv)

Sind wir einmal ehrlich: Auf Schlagwörter wie Customer Journey, Usability und viele mehr reagieren wir nicht selten mit einem Verdrehen der Augen. Zu oft und in den wildesten Zusammenhängen haben wir sie schon gehört, als dass wir ihre Bedeutung noch richtig würdigen könnten. Usability, also die Gebrauchstauglichkeit, und ihre nahe Verwandte, die Benutzerfreundlichkeit, bekommen erst wieder eine Bedeutung, wenn sie nicht gegeben sind.

Aber genau dann ist es zu spät, denn in diesem Moment hatte der Nutzer ein negatives Erlebnis mit dem Produkt und diese Erfahrung wirkt sich ebenso negativ auf andere Angebote eines Unternehmens aus – ob bewusst oder unbewusst.

Viele von Ihnen kennen noch die Zeit, als ein Gerät nur mit Bedienungsanleitung in Betrieb genommen werden konnte. Heutzutage, in einer noch viel komplexeren technischen Welt, erwarten Konsumenten eine einfache und intuitive Bedienbarkeit. Das Erfolgserlebnis, ein technisch hochmodernes Gerät innerhalb von Minuten und ohne Anleitung erfolgreich bedienen zu können, sorgt für ein Hochgefühl beim Käufer und erzeugt ein positives Bild vom Hersteller.

In der Consumer-Elektronik ist es schon längst Usus, den Anwender in die Geräteentwicklung mit einzubeziehen und sein Nutzererlebnis, sprich: die User Experience, in den Mittelpunkt zu stellen. Die Stimme des Nutzers vertritt in der Regel ein User Experience Designer: Er bringt die Sichtweise des Endanwenders in die Entwicklung mit ein, vertritt seine Bedürfnisse und sorgt letztendlich dafür, dass ein Standardprodukt selbst beim Endkunden noch individualisierbar ist.

Die Industrie hat diesen Trend erkannt und aufgegriffen. In Zeiten von Fachkräftemangel zahlt sich eine ansprechende Arbeitsumgebung aus und wenn ein Bediener eine Maschine mit wenig Aufwand an seine Bedürfnisse anpassen kann, ist dies ein nicht zu unterschätzendes Pfund. Und für die Unternehmen bedeutet beispielsweise eine intuitiv gestaltete Maschinensteuerung weniger Einlernzeit und damit eine Steigerung der Produktivität.

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