Wasserstoffwirtschaft Der Maschinen- und Anlagenbau kann vom Wasserstoff-Boom profitieren

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Der Aufschwung der Wasserstoffwirtschaft bietet dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau vielfältige Wachstumschancen. Bis 2030 wird die Wertschöpfung für Ausrüstung allein in Europa kumuliert 350 Milliarden Euro erreichen – ein Ergebnis der Strategieberatung Oliver Wyman.

In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird der Umbau hin zu Wasserstofftechnologien insbesondere über Konsortien und Partnerschaften vorangetrieben. Um sich hier einzuklinken, müssen Maschinen- und Anlagenbauer rasch umsteuern, gerade wenn sie derzeit zum Beispiel an CO2-intensive Industrien wie die Öl- und Gasindustrie liefern.
In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird der Umbau hin zu Wasserstofftechnologien insbesondere über Konsortien und Partnerschaften vorangetrieben. Um sich hier einzuklinken, müssen Maschinen- und Anlagenbauer rasch umsteuern, gerade wenn sie derzeit zum Beispiel an CO2-intensive Industrien wie die Öl- und Gasindustrie liefern.
(Bild: ©CrazyCloud - stock.adobe.com)

Stahlkochen ohne Klimafolgen – Wasserstoff macht es möglich. Das klimaneutral erzeugte Gas soll in der Industrie fossile Brennstoffe ersetzen und so die CO2-Bilanz selbst in Hochöfen künftig ins Gleichgewicht bringen. Dabei eröffnet sich dem Maschinen- und Anlagenbau ein höchst lukrativer neuer Markt. Auf zusammengerechnet 350 Milliarden Euro taxiert die Strategieberatung Oliver Wyman das Volumen der Ausrüstung für die Erzeugung, Nutzung und den Transport von Wasserstoff bis zum Jahr 2030 in Europa, wovon bis zu 200 Milliarden Euro auf den klassischen Maschinen- und Anlagenbau entfallen. „Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kann dank seiner hohen Technologiekompetenz enorm vom Wasserstoff-Boom profitieren“, sagt Daniel Kronenwett, Partner bei Oliver Wyman und Autor der Studie. „Dazu allerdings müssen die Unternehmen jetzt die Weichen stellen und ihre strategische Position definieren.“

Nicht abwarten, sondern Allianzen formen

Abwarten kann für Maschinen- und Anlagenbauer wie Komponentenhersteller gefährlich sein – denn schon jetzt formen sich branchenübergreifend Allianzen, die den Weg in die Wasserstoffwirtschaft ebnen. So haben sich unter anderem der Stahlhersteller Salzgitter, der Gasekonzern Linde und der regionale Versorger Avacon zusammengeschlossen – mit Unterstützung von Siemens Energy und dem Windkraftanlagen-Hersteller Vestas als Technologie-Provider – um die Versorgung mit grünem Wasserstoff zu fördern.