Hannover Messe – die Heimat der Industrie-4.0-Bewegung Der Mensch bleibt der Impulsgeber

Redakteur: Udo Schnell

Eine positive Bilanz zieht die Deutsche Messe am letzten Tag der Hannover Messe und der Cemat. Mit mehr als 210.000 Besuchern seien mehr Besucher als erwartet nach Hannover gekommen. Dominierendes Thema war die Digitalisierung.

Firmen zum Thema

Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Auch im Zeitalter von Industrie 4.0 steht der Mensch im Mittelpunkt.“
Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG: „Auch im Zeitalter von Industrie 4.0 steht der Mensch im Mittelpunkt.“
(Bild: Deutsche Messe AG)

„Technologie ist Assistenz und nicht Konkurrenz für den Menschen. Das ist die Kernbotschaft dieser Messewoche“, sagte Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. zum Abschluss der Hannover Messe und der Cemat. „Auch im Zeitalter von Industrie 4.0 steht der Mensch im Mittelpunkt: Er ist Entscheider und Impulsgeber. Im Zusammenspiel mit der Maschine und der IT entsteht ein enormer Wettbewerbsvorteil in Produktion, Logistik und der Energiewirtschaft.“

Bildergalerie

Unter dem Leitthema „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ informierten sich 210.000 Besucher über die Innovationen der Aussteller. Köckler. Themen wie Machine Learning, Künstliche Intelligenz, industrielle IT-Plattformen, der Ausbau der Stromnetze für Elektromobilität, der Einsatz von Robotik und autonomen Systemen in Produktion und Logistik sowie die Rolle des Menschen in der vernetzten Fabrik wurden intensiv diskutiert und an den Ständen gezeigt. Große Beachtung fand auch das Partnerland Mexiko, das sich als innovativer Wirtschaftspartner und Industriestandort präsentierte.

„Die Unternehmen haben die ersten Schritte auf dem Weg zur digitalisierten und vernetzten Produktion erfolgreich genommen und sind jetzt dabei, die zweite Stufe zu zünden“, hob Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA, hervor. „Neue Geschäftsmodelle auf Plattformen, der Einsatz von ‚digital twins‘ oder erste Erfahrungen mit Machine Learning – all dies wird im Maschinenbau eine immer bedeutsamere Rolle spielen. Die Hannover Messe ist der Ort, an dem die Zukunft der Industrie diskutiert und präsentiert wird; wir sind auch in diesem Jahr mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte Brodtmann. Auch das Zusammenwachsen von Automation, Software und Intralogistik wird nach Ansicht des VDMA die Hannover Messe weiter prägen.

Nur Zusammenarbeit ermöglicht Fortschritt

„Die Hannover Messe hat einmal mehr gezeigt, dass die weltweite Industrie 4.0-Bewegung hier ihr Zuhause hat. Erweiterte Wertschöpfungsnetzwerke, neue Formen der Mensch-Maschine-Kollaboration und die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz in die Produktion sind Schlüsselmerkmale von Digitalisierung und Vernetzung, die in Hannover wieder einmal als erstes zu sehen waren. All das benötigt künftig noch mehr Konnektivität, weshalb der ZVEI von Beginn an ein industriefähiges 5G-Netz fordert“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI. „Zwei weitere Botschaften versendete die Messe darüber hinaus: Nur Zusammenarbeit, nicht Abschottung, ermöglichen technologischen Fortschritt und gesellschaftlichen Wohlstand. Und Schülerinnen und Schüler lassen sich begeistern, wenn sie – wie auf der Messe – mit Technik in Berührung kommen. Noch stärker müssen wir um sie werben: Sie sind die dringend benötigten Fachkräfte von morgen.“

Von den 210000 Besuchern kamen 70 000 aus dem Ausland. Damit lag der Anteil der internationalen Besucher unverändert bei 34 %. Die meisten Besucher aus dem Ausland kamen aus China (5000), den Niederlanden (2500), den USA (1600) und Korea (1600). Aus dem Partnerland Mexiko kamen 1100 Besucher.

Onlinekurse zu Machine Learning Digitales Weiterbildungsangebot
Das Würzburger Fachmedienunternehmen Vogel Business Media geht gemeinsam mit dem Münchner Start-up „University4Industry“ (U4I) neue Wege der digitalen Weiterbildung. Die Onlinekurse sollen es vor allem kleineren und mittelständischen Industrieunternehmen ermöglichen, „Industrie 4.0“ konkret im eigenen Betrieb anzuwenden.

Dass IT und Maschinenbau weiter zusammenwachsen, industrielle IT-Plattformen und andere neue Geschäftsmodelle entstehen, gehörte in Hannover in diesem Jahr ebenso zu den zentralen Trends wie der herannahende Einzug künstlicher Intelligenz in die Fabriken. In den Hallen der Automation zeigte sich, dass die Antriebs- und Fluidtechnik ein wesentlicher Treiber der digitalisierten und vernetzten Produktion ist.

Assistenzsysteme wie Exoskelette, AR-Brillen und vor allem Roboter waren weitere Highlights der Hannover Messe. Die agile Fertigung und die Intralogistik setzt auf fahrerlose Transportsysteme, Drohnen und Sprachassistenten. Ungebrochen hält der Trend zur Mensch-Maschine-Kollaboration an.

Umweltfreundliche Mobilität der Zukunft

Um Energieeffizienz bei gleichzeitiger Schonung des Klimas ging es in den Energiehallen. Dezentrale, smarte Energiesysteme standen ebenso im Mittelpunkt wie Infrastrukturlösungen für eine umweltfreundliche Mobilität der Zukunft.

Ihre Innovationsstärke bewiesen darüber hinaus auch die Zulieferunternehmen als Entwicklungspartner, vernetzt mit ihren Kunden. Mit Multi-Material-Design und Konzeptleichtbau lassen sich Bauteile komplett neu denken und werden nicht nur kostengünstiger und effizienter, sondern auch leistungsfähiger.

Mehr als 160 mexikanische Unternehmen präsentierten auf der Messe ihre Produkte und Innovationen. Bundeskanzlerin Merkel und Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto waren sich einig: Fortschritt und Wohlstand gibt es nur mit offenen Märkten. Die Beteiligung Mexikos stand somit auch im Zeichen des internationalen Freihandelsabkommens, auf das sich Mexiko und die Europäische Union am vergangenen Samstag geeinigt hatten. Künftig wollen die Länder 99 % ihrer Waren zollfrei handeln.

Die nächste Hannover Messe läuft vom 1. bis 5. April 2019. Das Partnerland ist dann Schweden.

(ID:45240179)