Magnetische Werkstoffe Der Quell für passgenaue Magnetgummi- und -folienteile

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Magnetfolien- und Magnetgummi-Halbzeuge von Schallenkammer gelten das ideales Ausgangsmaterial zur Herstellung technischer Formteile mit lösbaren Haft- und Haltefunktionen.

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Die Magnetfolien- und Magnetgummi-Halbzeuge von Schallenkammer gelten das ideales Ausgangsmaterial zur Herstellung solcher Art technischer Formteile, die mit lösbaren Haft- und Haltefunktionen punkten, wie es heißt.
Die Magnetfolien- und Magnetgummi-Halbzeuge von Schallenkammer gelten das ideales Ausgangsmaterial zur Herstellung solcher Art technischer Formteile, die mit lösbaren Haft- und Haltefunktionen punkten, wie es heißt.
(Bild: Schallenkammer)

In der Rolle des Zulieferers und Entwicklungspartners setzt das Kürnacher (bei Würzburg gelegene) Unternehmen Schallkammer Magnetsysteme dafür inzwischen eine Vielzahl moderner Fertigungs- und Veredelungsverfahren ein, wie es weiter heißt. Daraus werden passgenaue und einbaufertige Bauelemente, die dann für den Maschinenbau, die Automobilindustrie, die Elektronik, die Handhabungstechnik, die Logistik und viele andere Branchen bereit stehen respektive von diesen angefordert werden.

Magnetische Polymerfolien und Gummis sind anpassungsfähig

Dabei seien es vor allem die Graviflex-Magnetfolien 200 und 190 sowie die Magnetgummi-Typen 150 und 180 aus seinem Halbzeugesortiment, die Schallenkammer bei der Herstellung kundenspezifischer Bau- und Konstruktionselemente mit lösbaren Haft- und Haltefunktionen einsetze. In vielen verschiedenen Fertigungs- und Beschichtungsverfahren werden diese Halbzeuge präzise in Form gebracht, einsatzfertig endbearbeitet und oberflächentechnisch veredelt. So sind in der vor etwa vier Jahren neu errichteten Produktionshalle von Schallenkammer unter anderem moderne CNC-Cutter und Stanzmaschinen am Werk, hochflexible Kaschier- und Digitaldruckanlagen sowie schnell rotierende Abstechanlagen für die Fertigung kundenspezifischer Rollen mit verschiedenen Lauflängen und Breiten ab 5 mm, wie Schallenkammer berichtet.

Magnetelemente trotzen hohen Temperaturen

Die Graviflex-Magnetfolie 200 von Schallenkammer werde meist dann für technische Formteile interessant, wenn vorrangig drei Eigenschaften gefragt seien: Eine beidseitige permanentmagnetische Haftung, eine mittlere Haftkraft bis 130 g/cm² und eine dauerhafte Temperaturbeständigkeit bis 120 °C – kurzzeitig machten auch 200 °C nichts aus. Weil sich speziell diese Magnetfolie auch sehr gut mechanisch bearbeiten lässt, ist sie für die Fertigung von 2D-Serienteilen im CNC-Cutting sowie durch Stanzen prädestiniert, heißt es. „Im Auftrag verschiedener Kunden fertigen wir daraus beispielsweise hitzefeste Magnetelemente und -bänder mit einer Dicke von 1 mm für den Einsatz in Maschinenbau und Oberflächentechnik – zum Beispiel maßgefertigte Lackierabdeckungen“, berichtet Peter Böhler, der Geschäftsführer. Weil sie beidseitig magnetisch haftet, könne die Graviflex-Magnetfolie 200 zusätzlich auch verbindungstechnische Aufgaben übernehmen. Darüber hinaus eignet sich diese Magnetfolie besonders gut auch für die Herstellung von doppelseitig farbig beschichteten und gegebenenfalls zusätzlich bedruckten Bauelementen sowie Formteilen mit selbstkleber Beschichtung, erklärt Böhler. In diesen Fällen kombiniere Schallenkammer verschiedene mechanische Formgebungsverfahren prozesstechnisch mit dem Kaschieren und Drucken.

Enormes magnetisches Haltekraftniveau

Flexible Stanz- und Schneidteile in vielerlei Gestalt sowie auch Platten oder Streifen nach Kundenvorgabe fertigt man oft auch aus der einseitig permanentmagnetischen Folie Graviflex MF 190, die sich immer wieder als überaus vielseitige Werkstoffidee für Bauelemente bestätigt, wenn es darum geht, in einem Temperaturbereich von -40 bis 100 °C besonders hohe magnetische Haftkräfte bereit stellen zu müssen, so Böhler. Denn in Abhängigkeit von ihrer Dicke biete Graviflex MF 190 mit maximal 850 g/cm² Haltekraft eine enorme Performance. Die daraus gefertigten Formteile, Bänder oder Platten könnten zwischen 0,8 und 6 mm dick sein. Sie ließen sich bei Bedarf mit einer selbstklebenden Beschichtung oder einer oberflächenschonenden Kaschierung versehen.

Mitunter könne die Magnetfolie Graviflex 190 auch zur Substitution von technischen Bauteilen aus keramischen Dauermagneten genutzt werden. Peter Böhler erklärt warum: „Während sich Dauermagnete aus keramischen Werkstoffen nur sehr aufwändig unter Inkaufnahme hoher Werkzeugkosten herstellen lassen und wegen ihres harten, spröden Gefüges nur mit Spezialwerkzeugen bearbeitet werden können, sind wir in der Lage, die Graviflex MF 190 auf unseren Maschinen einfach und schnell zu stanzen oder schneiden.“ Für die kostengünstige Realisierung kleiner und mittlerer Losgrößen stark haftender Formteile, Maschinenelemente oder Zulieferteile sei diese Magnetfolie deshalb hervorragend geeignet.

Die zähe Art des Magnetismus

Sobald bei der Herstellung technischer Formteile neben der magnetischen Haftkraft auch elastomere Eigenschaften gefordert sind, kommt der Magnetgummi 150 oder 180 aus dem Schallenkammer-Portfolio ins Spiel. Sie bestehen aus einem flexiblen, gummiartigen Kunststoff mit eingelagertem Strontiumferritpulver und eignen sich sehr gut für die Fertigung zähelastischer, nachgiebiger oder stoß- und vibrationsdämpfender Bauelemente. In den Produktionslinien von Schallenkammer entstehen daraus häufig Formteile wie Ringe, Befestigungsteile oder berührungslose Kontaktgeber. Auch Leisten, Streifen oder Ronden mit hoher magnetischer Haftkraft lassen sich daraus maßgenau und splitterfrei stanzen und schneiden. Die aus dem Magnetgummi 150 oder 180 hergestellten Zulieferteile sind witterungs- beziehungsweise alterungsbeständig und unempfindlich gegenüber Ozon, Wasserdampf sowie verdünnten Säuren und Laugen. Auch dieses Material kann als preiswerte Alternative zu keramischen Magnetwerkstoffen herangezogen werden.

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Axial oder einseitig-mehrpolig magentisiert

Der Magnetgummi 150 oder 180 von Schallenkammer eignet sich grundsätzlich für die Herstellung von Bauelementen, die Dauertemperaturen von bis zu 100 °C aushalten, und kurzzeitigen Temperatur-Peaks von bis zu 150 °C widerstehen können. Die Länge der platten- oder bandförmigen Elemente kann bis zu 1040 mm erreichen – ihre Dicke kann zwischen 1,5 und 8 mm variieren. Zudem verarbeite das Unternehmen diese Halbzeuge in jeweils zwei Materialvarianten. Der Magnetgummi Typ A verfügt über eine axial über die Höhe (Dicke) ausgerichtete Magnetisierung und eignet sich für Zuschnitte mit Breiten von bis zu 140 mm. Dagegen weise der Magnetgummi Typ C eine einseitige mehrpolige Flächenmagnetisierung auf und stehe für Zuschnitte mit Breiten von bis zu 440 mm zur Verfügung.

Verdoppelte Haltekraft durch Eisenrückschluss-Effekt

Wie bei den Magnetfolien der Graviflex-Serie bietet Schallenkammer auch beim Magnetgummi 150 oder 180 die Möglichkeit, die Oberflächen der daraus hergestellten Bauelemente farbig oder zum Oberflächenschutz mit Filz zu beschichten oder auch mit einem selbstklebenden Coating zu versehen. „Mit dem Magnetgummi Typ C lassen sich auch Metallteile reversibel verbinden. So lässt sich zum Beispiel ein Ablagewinkel aus Metall ohne Bohren und Schrauben an einem eisenhaltigen Untergrund – etwa am Gehäuse einer Maschine – befestigen . Gehalten wird der Ablagewinkel durch eine Platte aus Magnetgummi, der durch die Verbindung mit dem Metall einen sogenannten Eisenrückschluss bildet. Konkret bedeutet das beispielsweise: „Bei einem Stahlblech in 1 mm Stärke und einer Gummidicke von 2 mm verdoppelt sich die Haftkraft des Bauteils durch den Eisenrückschluss von 75 g/cm² auf 155 g/m² “, präzisiert Böhler.

Fertigungs- und Oberflächenexpertise im Einklang mit Magnet-Know-how

Wie nur wenige Zulieferer hierzulande, heißt es, versteht es Schallenkammer, sein über Jahrzehnte gewachsenes Magnet-Know-how mit hohen Kompetenzen auf verschiedenen Gebieten der Fertigungs- und Oberflächentechnik zu verbinden. Dabei sei es in vielen Fällen die pfiffige Kombination verschiedener Bearbeitungs- und Veredelungsverfahren, die zum optimalen Magnetprodukt führt. Aufgrund dieser hohen Spezialisierung empfiehlt sich das Kürnacher Unternehmen unter dem Motto „Ideen, die sich lösen lassen“ auch als Engineering-Partner für die Entwicklung innovativer Bauelemente und Formteile aus magnetischen Werkstoffen.

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