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VDMA-Mitgliederversammlung Der reisende Präsident packt Koffer aus

| Redakteur: Frank Jablonski

Während der VDMA-Mitgliederversammlung in Berlin standen aktuelle politische Entwicklungen in Amerika und der davon betroffene Freihandel ebenso auf dem Programm wie steuerliche Dauerbrennerthemen, begleitet vom Abschied des bisherigen Präsidenten.

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Der scheidende VDMA-Präsident Festge zieht Bilanz.
Der scheidende VDMA-Präsident Festge zieht Bilanz.
(Bild: VDMA)

Management – fj. Die Politik meint es nicht gut mit dem scheidenden VDMA-Präsidenten Festge an seinen letzten Tagen im Amt. Erst lenkt die Wahl des US-Präsidenten Trump die Scheinwerferlichter in eine gänzlich andere Richtung, als es die Agenda vorgesehen hätte und dann sagt auch noch Angela Merkel ihren Besuch am letzten Tag seiner Amtszeit kurzfristig ab.

Da ist Festge schon sichtlich enttäuscht, hatte sich doch über die vergangenen drei Jahre seiner Amtszeit eine Beziehung aufgebaut und wollte er zudem doch der Kanzlerin lobende Worte mit auf den Weg geben: „Wir haben das Gefühl, auf allen Ebenen eine gute Zusammenarbeit zu haben.“ Besonders hebt er dabei den Bundeswirtschaftsminister hervor: „Bei allem was es immer wieder berechtigt zu kritisieren gibt: Siegmar Gabriel und das Ministerium haben sich immer wieder für uns Mittelständler eingesetzt. Denken Sie nur an die nicht ganz einfache Reise in den Iran.“ Auch Steinmeier sei mit Blick auf die sehr erkalteten Beziehungen zu Russland zu danken.

Doch der im Verband und der Branche beliebte Festge ist keiner, der sich so schnell die gute Laune verderben lässt. Der im Verband als „reisender Präsident“ bezeichnete Unternehmer, zieht eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Prägend und mitunter schweißtreibend sei die Zeit voller Begegnungen gewesen. „Alle Unternehmen in unseren Reihen sind auf den Export angewiesen. Da müssen Sie vor Ort bei den Menschen sein, wenn Sie etwas bewegen wollen.“

Sehr besorgt zeigt sich Festge, dass jetzt auch der größte Exportmarkt die Europäische Union politisch unter Druck gerät. „Es gibt keine Alternative zur europäischen Einigung. Nationalismus und Protektionismus sind der falsche Weg, das hat uns die Geschichte immer wieder gelehrt.“

Freihandelsabkommen Ceta zwischen EU und Kanada

Dass das Freihandelsabkommen Ceta zwischen EU und Kanada erst in der Verlängerung abgeschlossen werden konnte, zeige, dass die Prozesse in der EU verbessert werden müssten. Auf Nachfrage von MM MaschinenMarkt nennt er konkrete Punkte: Die EU solle sich beispielsweise auf Verträge konzentrieren, die nicht von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden müssten. Verträge sollten nicht überfrachtet werden und lieber in kleinere Schritte aufgeteilt werden. Viele Fehler hätte die EU nicht gemacht, besonders hilfreich sei es jedoch, wenn man zu einem Mehrheitsentscheidungssystem kommen könne.

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