Suchen

Wettbewerbsfähigkeit Deutsche Arbeitskosten in Europa auf Platz acht

| Redakteur: Peter Steinmüller

Die deutschen Arbeitskosten sind 2007 erneut weitaus langsamer gestiegen als im Durchschnitt von EU und Eurozone. Dieser Trend zeigt sich seit rund einem Jahrzehnt sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor und dürfte sich 2008 fortgesetzt haben, ergab eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Firma zum Thema

Das geringe Wachstum der Arbeitskosten hilft der Volkswirtschaft nur bedingt, warnt IMK-Chef Prof. Gustav A. Horn. Bild: Hans-Böckler-Stiftung
Das geringe Wachstum der Arbeitskosten hilft der Volkswirtschaft nur bedingt, warnt IMK-Chef Prof. Gustav A. Horn. Bild: Hans-Böckler-Stiftung
( Archiv: Vogel Business Media )

Der geringe Anstieg der Arbeits- und auch der Lohnstückkosten ging jedoch nicht mit einer besonders positiven Entwicklung des Wirtschaftswachstums oder der Beschäftigung einher. Im Gegenteil: Besser entwickelt haben sich in den vergangenen zehn Jahren Länder, in denen die Arbeitskosten bei einem ähnlichen Niveau stärker gewachsen sind, zeigt ein Vergleich mit Staaten wie Frankreich, den Niederlanden oder Finnland.

Niedrige Arbeitskosten stärken nur Exporte

„Das geringe Wachstum der Arbeitskosten hat zwar zur enorm starken Entwicklung der deutschen Exporte beigetragen. Unserer Volkswirtschaft insgesamt hilft das aber nur bedingt. Denn als Kehrseite der Medaille schwächeln im Inland die Einkommensentwicklung und die Nachfrage“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK.

Im Jahr 2007 mussten deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft (Industrie und privater Dienstleistungsbereich) 28 Euro pro geleistete Arbeitsstunde aufwenden. Höher liegen die Arbeitskosten in sieben Ländern: In Dänemark, Schweden, Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und Finnland müssen zwischen 34,30 Euro und 28,10 Euro pro Stunde ausgegeben werden.

Arbeitskosten in Großbritannien und Österreich geringer

Geringfügig niedriger als in der Bundesrepublik sind die Aufwendungen pro Stunde in Österreich (27,50 Euro) und in Großbritannien (26,70 Euro). Einen deutlicheren Abstand gibt es zu den „alten“ EU-Mitgliedern in Südeuropa sowie zu den neuen mittel- und osteuropäischen EU-Ländern. Doch auch diese Differenz ist 2007 erneut etwas kleiner geworden: Während die Arbeitskosten in der EU-27 um durchschnittlich 3,7% und in der Eurozone um 2,6% stiegen, betrug der Zuwachs in Deutschland lediglich 1,2%.

Damit setzte sich ein Trend fort, der seit Mitte der neunziger Jahre anhält und sich auch bei den für die internationale Wettbewerbsfähigkeit wichtigeren Lohnstückkosten zeigt. Deutlich aufgeholt haben auch im vergangenen Jahr die mittel- und osteuropäischen Länder, in denen die Arbeitskosten um 10% bis 30% zunahmen.

(ID:280477)