ZVEI Deutsche Elektroindustrie schließt zum Weltmarkt auf

Redakteur: Ulrike Gloger

Frankfurt am Main (ug) – „Dass wir 2006 wieder an die Entwicklung des Weltelektromarktes aufgeschlossen haben, ist ein tolles Ergebnis“, freut sich Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI

Anbieter zum Thema

Frankfurt am Main (ug) – „Dass wir 2006 wieder an die Entwicklung des Weltelektromarktes aufgeschlossen haben, ist ein tolles Ergebnis“, freut sich Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Der Weltelektromarkt wächst jährlich um 6 bis 7% und die deutsche Branche hat 2006 einen Umsatzzuwachs von 7,5% auf 177,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Auch 2007 erwartet der 1500 Mitglieder starke Verband ein Umsatzplus von 5 bis 6% auf etwa 188 Mrd. Euro. Die positive Entwicklung des vergangenen Jahres führte zu rund 4000 zusätzlichen Stellen, so dass die Branche jetzt 803000 Mitarbeiter beschäftigt.

Verstärkt Investitionen aus dem Inland

Zu einer robusten Auslandsnachfrage kommen verstärkt Investitionen aus dem Inland. Insgesamt stiegen die Inlandsumsätze um 6% und die Auslandsumsätze um 9%. Besonders erfreulich sei die Nachfrage aus den EU-Beitrittsländern, betont ZVEI-Hauptgeschäftsführer Gotthard Graß. Die Ausfuhren nach China nahmen um 23% auf rund 5 Mrd. Euro zu. Die Importe aus China sind allerdings fünfmal so hoch. Das Land sei ein ernstzunehmender Wettbewerber geworden. „Die Aussage ‚China = billig´ ist längst perdu“, so Graß.

Wachstumsträger Automatisierung

Die inländischen Wachstumsträger waren 2006 die Automatisierung (+9%), die Energietechnik (+11%), die Medizintechnik (+ 8%) und die Lichttechnik (+6%). Auch die jahrelang im Inland stagnierende Hausgeräte-Industrie verzeichnete ein Plus von +5% und die Unterhaltungselektronik verbuchte 7% mehr Umsatz. Lediglich die Bauelemente verzeichneten einen Rückgang ihres Inlandsmarktes.

Risiken des Wachstums

Der Verband sieht Risiken im weltweit intensiven Preis- und Standort-Wettbewerb, in den hohen Rohstoffpreisen sowie in dem starken Euro. Mit der anziehnden Inlandsnachfrage haben auch die Importe um gut 13% – erstmals seit 1998 – kräftiger zugelegt als die Exporte.

„Diese Entwicklung birgt ein weiteres Risiko, nämlich die Gefährdung der in den letzten Jahren erreichten Wettbewebsfähigkeit durhc zu hohe Tarifabschlüsse“, sagt ZVEI-Präsident Friedhelm Loh und fährt fort: „Es wäre der falsche Moment zu sagen, das Glas ist wieder halb voll; es wird Zeit, dass wir es wieder leer trinken.“

Verbesserte Ertragslage und Ausgaben für F&E

Die Ertragslage verbesserte sich und die Branche rechnet im Druchschnitt für 2006 mit einer Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern von rund 5,5% Die Unternehmen investierten 6,7 Mrd. Euro (im Vergleich zu 2005 ein Plus von 20%), 2007 rechnet man mit Investitionen von rund 7 Mrd. Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nahmen weiter zu. 2006 stiegen sie um 6% auf 9,4 Mrd. Euro. Loh: „Damit ist die so genannte Zukunftsquote – das heißt der Anteil der F&E-Aufwendungen und Bruttoanlageinvestitionen am Umsatz – auf 9% oder 16 Mrd. Euro gesteigen.“

Aktionsfeld Klimaschutz

Ein wichtiges Aktionsfeld sieht der ZVEI auf dem Gebiet der Energieeffizienz. Die Produkte seien verfügbar, nur fehle es an der Akzeptanz. Loh auch an die Adresse der Politik: „Überdurchschnittliche Effizienz muss honoriert werden.“ Die Elektrobranche besitze die Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und damit einem jährlichen Einsparvolumen von rund 40 Mrd. kWh Strom. Das ist der Stromverbrauch des Landes Hessen. Beispiele:

  • Bei Elektro-Hausgeräten ließen sich durch konsequenten Einsatz der Energie-effizientesten Geräte mehr als 7 Mrd. kWh bis zum Jahr 2012 einsparen.
  • Bei elektrischen Antrieben sind es 27 Mrd. kWh, zum Beispiel durch den Einsatz von Energiesparmotoren und elektronischen Drehzahlregelungen sowie
  • 2,8 Mrd. kWh durch eine konsequente Modernisierung der industriellen Netze.

Genügend Ingenieure führen zu mehr Umsatz

Eine weitere Aufgabe, der sich der ZVEI-Präsident auch persönlich verschrieben hat, ist der Ingenieursnachwuchs. Um das Interesse junger Menschen zu wecken, unterstützt der ZVEI die bundesweite Aktion „Tec to You“, die zur Hannover-Messe startet. Gemeinsam mit der Deutschen Messe AG werden rund 20000 junge Menschen nach Hannover eingeladen. Loh erläutert: „Wir wollen Technik für junge Menschen erlebbar machen und über berufliche Perspektiven vor Ort informieren.“

Zeitgleich startet der Verband in Hannover die Kampagne „superstudium.de“ mit dem Ziel, junge Menschen für einen technischen Beruf, insbesondere das Ingenieurstudium zu begeistern. Sie ist vom Fachverband Automation initiiert.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:199102)