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Elektrotechnik-Konjunktur

Deutsche Elektroindustrie wächst weiterhin

| Redakteur: Udo Schnell

Die deutsche Elektroindustrie bleibt auf Wachstumskurs. Für das laufende Jahr erwartet der Branchenverband ZVEI ein moderates Produktionsplus von 1 %. Datenbasierte Geschäftsmodelle sind für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Mit dem Chancenkompass will der Verband eine Orientierungshilfe geben.

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Dr. Klaus Mittelbach, ZVEI: „Mit dem Chancenkompass tragen wir dazu bei, dass mutige unternehmerische Entscheidungen fundiert getroffen werden können.“
Dr. Klaus Mittelbach, ZVEI: „Mit dem Chancenkompass tragen wir dazu bei, dass mutige unternehmerische Entscheidungen fundiert getroffen werden können.“
(Bild: Udo Schnell)

Die deutsche Elektroindustrie ist auch 2018 weiter gewachsen. Wie der Branchenverband ZVEI mitteilt, konnten sowohl beim Umsatz als auch beim Export neue Rekordmarken erzielt werden. Die Zahl der Beschäftigten sei auf dem höchsten Stand seit 22 Jahren. Für das Jahr 2019 ist der ZVEI vorsichtig optimistisch. „Wir erwarten, dass die preisbereinigte Produktion der Branche um 1 % wachsen wird und die Erlöse die 200-Milliarden-Euro-Marke knacken werden“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz.

Die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie stieg demnach von Januar bis November 2018 um 2,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz – der auch Dienstleistungen und Software umfasst – nahm im gleichen Zeitraum um 3,2 % auf 179,8 Mrd. Euro zu. Im gesamten vergangenen Jahr sollte er sich auf gut 197 Mrd. Euro belaufen haben.

Exporte weiter auf Rekordkurs

Der Export war laut ZVEI auch im vergangenen Jahr wieder eine zentrale Säule: Von Januar bis November nahmen die gesamten Branchenausfuhren, einschließlich Re-Exporten, um 5,4 % auf 195,4 Mrd. Euro zu. Im Gesamtjahr wurden nach Schätzungen des ZVEI 212 Mrd. Euro erreicht, das fünfte Allzeithoch in Folge. Allerdings habe das Wachstum der Exporte damit nur noch halb so hoch gelegen wie 2017.

China blieb größter Abnehmer, gefolgt von den USA. Zwischen Januar und November 2018 gingen den Angaben zufolge Ausfuhren im Wert von 19,4 Mrd. Euro nach China – ein Plus von 11,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,8 % auf 16,4 Mrd. Euro, heißt es weiter.

Übergang in die Datenökonomie erfolgreich gestalten

„An der Schwelle zu einer Daten- und Plattformökonomie stehen viele Unternehmen vor großen Herausforderungen. Für die Digitalisierung allgemein, für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI), für die Anforderungen an Cybersicherheit gibt es keinen Masterplan“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung weiter.

Um den Unternehmen der Elektroindustrie eine Orientierungshilfe zu bieten, wie auf Basis von bereits vorhandenen Daten neue datenbasierte Geschäftsmodelle entwickelt werden könnten, wurde durch McKinsey im Auftrag der ZVEI-Services GmbH und mit Unterstützung des ZVEI der „Chancenkompass Datenwirtschaft“ erarbeitet. Denn ohne neue, datenbasierte Geschäftsmodelle riskieren Unternehmen, selbst gute Marktpositionen zu verlieren. „Mit dem Chancenkompass tragen wir dazu bei, dass mutige unternehmerische Entscheidungen fundiert getroffen werden können“, erklärt Mittelbach.

Bisher erzielt die Branche erst rund 20 % des Umsatzes mit Smart Products und Smart Services. „Bei vielen Unternehmen ist noch reichlich Luft nach oben.“ Voraussetzung für mehr datenbasierte Geschäftsmodelle ist allerdings eine leistungsstarke digitale Infrastruktur. „Nur mit lokalen 5G-Netzen für die Industrie sichern wir die Führungsrolle unserer Unternehmen im Wettbewerb ab“, stellt Mittelbach fest. Der Ausbau dürfe sich nicht verzögern.

China: Gleiche Bedingungen schaffen, Partnerschaften ausbauen

Als größter Exportabnehmer der deutschen Elektroindustrie muss China seinen Markt weiter öffnen und Investitionshemmnisse für ausländische Unternehmen abbauen, fordert der Verband. „Es müssen gleiche Bedingungen für alle gelten“, so Mittelbach. Die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit bei vielen Zukunftsthemen könnte dadurch weiter gestärkt werden, gerade auch bei Künstlicher Intelligenz. So ließen sich Deutschlands Stärken bei industrieller KI mit den Datenanalysefähigkeiten Chinas zum gegenseitigen Nutzen verbinden. „In der digitalen Welt steht die Zusammenarbeit in Plattformen der Verfolgung von Partikularinteressen entgegen.“

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