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Außenhandel

Deutsche Exporteure klagen über zu viel Bürokratie

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Auch 2012 heißt es für die deutschen Exporteure wahrscheinlich: Volle Kraft voraus. (Bild: Kühne+Nagel)
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Auch 2012 heißt es für die deutschen Exporteure wahrscheinlich: Volle Kraft voraus. (Bild: Kühne+Nagel)

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„Die deutschen Exporte haben 2011 zwar einen Rekord erreicht, dennoch gibt es zwei Tendenzen, die uns Sorgen machen“, dieses Fazit zur Exportentwicklung zog Dr. Gerhard Eschenbaum von der IHK Düsseldorf, bei der Jahrespressekonferenz des Außenhandels- und Investitionsförderers Germany Trade and Invest (GTAI).

Zum einen beklagte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer die ständig zunehmende Flut an Vorschriften für internationale Geschäfte, zum anderen die steigende Zahl an bilateralen Freihandelsabkommen. Triebfeder bei den Vorschriften seien die Furcht vor Anschlägen und Embargos gegen Staaten wie den Iran.

Exporteure kämpfen mit unabgestimmter Bürokratie

„Dagegen ist auch so lange nichts zu sagen, wie die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind“, meinte der Kammergeschäftsführer, „aber genau das ist nicht der Fall.“ Die „Flut an bilateralen Freihandelsabkommen“ ihrerseits würde für Exporte in verschiedene Länder jedes Mal neue Regelungen mit sich bringen. „Für den Mittelstand ist das kaum zu überblicken, und auch Großunternehmen tun sich schwer“, berichtete Eschenbaum.

Hinzu kämen noch vermeidbare Bürokratiekosten. Zwei Beispiele nannte der Kammergeschäftsführer hierzu: Zum einen die von der EU-Kommission angedachten neuen Regeln zur Bestimmung des Warenursprungs anhand von Wertschöpfungsströmen, zum anderen die Gelangensbestätigung, die dem Umsatzsteuerbetrug entgegenwirken soll. „Auch für das internationale Geschäft gilt: Wir brauchen nicht mehr Fördermittel, sondern weniger Bürokratie“, sagte Eschenbaum.

Deutscher Export dürfte 2012 weiter zulegen

Die Exportentwicklung im laufenden Jahr sieht er allerdings optimistisch, „falls es keine Erschütterungen im Euroraum oder in Nah- und Mittelost gibt.“ Lokomotiven des Wachstums würden Asien und Südamerika bleiben; Nordamerika, insbesondere die USA, kämen zurück, wobei Fragezeichen blieben, wie nachhaltig dieser Prozess sei. In Europa sorge vor allem Russland für weiteres Exportwachstum. „Bei EU-Europa steht und fällt die weitere Entwicklung mit der Beherrschung der Verschuldungs- und Eurokrise“, meinte Eschenbaum.

Den positiven Erwartungen für die deutschen Exporteure schloss sich GTAI-Geschäftsführer Michael Pfeiffer an: „Länder wie Brasilien, Russland, Indien oder China sind für deutsche Unternehmen sehr interessant.“ Dennoch habe sich die GTAI dazu entschlossen, das Augenmerk auf Länder der zweiten Reihe zu richten, welche eben nicht ganz so deutlich im Fokus der Öffentlichkeit stünden, aber trotzdem viel versprechend seien.

Mittelstand sollte Augenmerk auf neue Exportmärkte richten

„Gerade auch für den deutschen Mittelstand, dem Rückgrat unserer Wirtschaft, sind solche neuen Märkte interessant“, meinte Pfeiffer. Bei einer Umfrage unter den GTAI-Mitarbeitern im Ausland hätten sich folgende Länder herauskristallisiert: Indonesien, Mexiko, die Mongolei, Norwegen, Peru, die Slowakei und Tunesien. „So unterschiedlich diese Länder auch sind, haben sie doch einiges gemeinsam: stabile Wachstumsraten und vor allem ein großes Potential“, resümierte der GTAI-Geschäftsführer. Ihre Erwartungen haben die Außenwirtschaftsförderer in der Studie „Top-Exportmärkte 2012“ zusammengefasst (Download-Link siehe unterhalb des Artikels).

Ebenfalls eine positive Bilanz zog er bei der zweiten Aufgabe der GTAI, ausländische Investoren nach Deutschland zu holen. „Im vergangenen Jahr hat Germany Trade and Invest 131 Projekte, also Unternehmen, die in Deutschland investieren wollen, an die Bundesländer übergeben. 2010 waren es noch 91“, berichtete Pfeiffer. Nach wie vor sei der Bereich der erneuerbaren Energien derjenige, der für Investoren besonders attraktiv sei. Ein zweiter Trend setze sich ebenfalls fort – aus China seien auch 2011 die meisten Projekte gekommen, nämlich 25.

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