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Wie wird das Jahr 2015?

Deutsche Fertigungsindustrie zwischen heiter und wolkig

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Wie die Stimmung speziell im deutschen Maschinenbau aussieht, zeigt eine Befragung, die PWC vom 17. November bis 11. Dezember 2014 unter 100 Führungskräften aus dem Maschinen- und Anlagenbau durchgeführt hat. Knapp die Hälfte (49 %) der Befragten sieht der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland demnach positiv entgegen. Im Bezug auf die Weltwirtschaft glauben sogar 61 % der Maschinenbauer an eine positive Entwicklung. Die positive Wahrnehmung, vor allem der globalen Wirtschaftsentwicklung, schlägt sich auch im eigenen Geschäftsausblick nieder.

Maschinen- und Anlagenbau will 2015 die 200-Mrd.-Euro-Marke knacken

So haben die befragten Führungskräfte die Umsatzprognose für das eigene Unternehmen wieder leicht nach oben korrigiert. Die durchschnittliche Wachstumserwartung für das eigene Unternehmen im Jahr 2015 wird auf 3,7 % geschätzt, dies sind 1,1 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Die Zahlen liegen jedoch immer noch unter den Bestwerten zu Beginn des Jahres 2014. Die Investitionsbereitschaft der Maschinenbauunternehmen ist der Befragung zufolge weiterhin ungebrochen. Die durchschnittliche geplante Investitionsquote, gemessen über den Anteil am Gesamtumsatz, liegt für die kommenden zwölf Monate bei 6 %.

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Die quasi offizielle Prognose des Verbandes des Deutschen ;Maschinen- und Anlagenbaus untermauert die positiven Erwartungen der von PWC befragten Maschinenbaumanager. „Wir bleiben bei unserer Prognose von 2 % für die reale Maschinenbauproduktion 2015“, erklärt VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Grundlage dafür sei der gute Auftragseingang in den ersten zehn Monaten des Jahres 2014, der das Niveau des Vorjahres preisbereinigt um 2 % übertroffen habe. „Wir starten mit gesunden Zahlen ins neue Jahr“, so der Verbandsmann. Nach einem Produktionsrekord von 199 Mrd. Euro im Jahr 2014 könnte 2015 erstmals die 200-Mrd.-Euro-Marke geknackt werden. Doch sei das keineswegs gesetzt, relativiert Festge. So gebe es weiterhin unkalkulierbare Risiken, darunter der nach wie vor ungelöste Russland-Ukraine-Konflikt, weshalb man sich auf weitere Rückgänge im Russlandhandel einzustellen habe.

EU-Russlandembargo bereitet Sorgen

Sorgen bereitet den deutschen Maschinenbauern auch das EU-Russlandembargo, zumal immer deutlicher werde, dass Wettbewerber aus dem Nicht-EU-Ausland die Chance nutzten, um mit Russland ins Geschäft zu kommen. VDMA-Präsident Festge verweist in diesem Zusammenhang auf die Schweiz, die sich massiv am russischen Markt betätige, weil sie von den Sanktionen nicht betroffen sei. Spätfolgen für die deutsche Maschinenbaubranche könnten nicht ausgeschlossen werden, denn schließlich bestehe die Gefahr, perspektivisch Kunden und Märkte zu verlieren.

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