Suchen

Wie wird das Jahr 2015?

Deutsche Fertigungsindustrie zwischen heiter und wolkig

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

Neben solchen Risiken sieht man beim VDMA aber auch Chancen – das US-Geschäft zum Beispiel, das infolge des sich fortsetzenden Reindustrialisierungstrends in den USA das Wachstum des deutschen Maschinenbaus stütze. „Die USA“, konstatiert Verbandspräsident Festge, „sind unser stärkster Markt“. Für zusätzliche positive Akzente sorge neben den niedrigen Öl- und Gaspreisen der gesunkene Außenwert des Euro. Dessen Überbewertung habe früher so manches attraktive Geschäft verhindert.

VDMA geht mit Standortpolitik hart ins Gericht

Weniger zufrieden zeigt sich Festge mit der Wirtschafts- und Standortpolitik der Großen Koalition. In die Schusslinie geraten ist dabei nicht nur „Verewigung“ des sogenannten Soli – der VDMA hätte stattdessen lieber einen Subventionsabbau gesehen. Hart ins Gericht geht der VDMA-Präsident auch mit den seiner Meinung nach immer neuen Eingriffen in die Lohn- und Beschäftigungspolitik sowie mit der Rente mit 63. „Die tut uns richtig weh“, so Festge.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 16 Bildern

74 % derjenigen, die ihrem Unternehmen den Rücken kehrten, um mit 63 in Rente zu gehen, sind nach einer VDMA-Trendumfrage Facharbeiter und Meister. „Wir laufen also in einem Herzstück der Produktion auf eine schwierige Situation zu", warnt Verbandsmann Festge. Die Bundesregierung fordert er deshalb auf, sich auf die Bedeutung der Industrie und ihre Verantwortung für investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu besinnen. „Eine neue Agenda, die Agenda 2015, ist heute überfällig", betont der VDMA-Präsident.

Werkzeugmaschinenkonjunktur in China nicht wie erwartet angesprungen

Nicht so glatt wie ursprünglich erwartet ist das vergangene Jahr für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie verlaufen. Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken): „Im ersten Halbjahr sind die Bestellungen noch gewachsen, rutschten jedoch im dritten Quartal ins Minus. Die politischen Unruhen in der Ukraine seit Beginn des Jahres und konkrete Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland zur Jahresmitte sorgten für einen massiven Einbruch der russischen Werkzeugmaschinenbestellungen.“

Darüber hinaus ist die Konjunktur im größten Markt China nicht wie erwartet angesprungen, so Schäfer. Beides hat das Exportgeschäft deutscher Hersteller belastet. „Die Nachfrage aus Europa und Amerika konnte dies nicht vollständig kompensieren, auch wenn die Bestellungen in einzelnen Märkten wie den USA, Mexiko, der Schweiz und Österreich durchaus zulegten. Insbesondere die osteuropäischen Nachbarn haben massiv investiert”, weiß der VDW-Geschäftsführer. Am Ende habe vor allem der Inlandsmarkt das Geschäft stabilisiert.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43122787)