Kunststoffe Deutsche Kunststoffindustrie läuft weiter auf Hochtouren

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Die deutsche Kunststoffindustrie hat für die erste Jahreshälfte 2011 eine sehr gute Geschäftsentwicklung bilanziert. Die Aussichten für die zweite Jahreshälfte beurteilen die Unternehmen indessen etwas skeptischer.

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In der Kunststoffbranche brummt derzeit das Geschäft. (Bild: BASF)
In der Kunststoffbranche brummt derzeit das Geschäft. (Bild: BASF)

Dies berichtet der Branchendienst „KI – Kunststoff Information“ als Ergebnis seiner aktuellen Umfrage zur Kunststoff-Konjunktur, an der sich 270 Unternehmen beteiligt haben. KI befragt seit 2001 im halbjährlichen Rhythmus Führungskräfte der Kunststoffindustrie zu Geschäftsverlauf und -erwartung, Investitionen und Beschäftigung sowie aktuellen Themen.

Bei 62% der Kunststoff-Unternehmen laufen die Geschäfte über Erwartungen

62% der Unternehmen beurteilen die Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten 2011 mit „besser als im zweiten Halbjahr 2010“. Noch im Januar dieses Jahres hatten nur 45% eine solche Prognose gewagt.

Von einer Verschlechterung der Geschäfte in der ersten Jahreshälfte berichten lediglich 6%. Diese positive Entwicklung wird gleichermaßen von den Teilbranchen Kunststofferzeugung/-distribution, Maschinenbau und Verarbeitung getragen, deren Beurteilungen kaum voneinander abweichen.

Die gute Geschäftsentwicklung schlägt sich auch in der Beschäftigung nieder. Die Hälfte (51%) der Unternehmen verzeichnet Zuwächse im Personalbestand, nur 5% verringerten die Beschäftigtenzahl. Ihre Investitionsplanung passten 31% der Befragten nach oben an und 4% nach unten.

Kunststoffindustrie erwartet Abkühlung im zweiten Halbjahr 2011

Für die zweite Jahreshälfte sind die Erwartungen der Branche verhalten. Nur noch 25% rechnen mit besseren Geschäften. Im Vergleich dazu steigt die Anzahl der Unternehmen, die schlechtere Geschäfte erwarten.

Bei der Umfrage waren es bereits 19%. Damit hat der auf diesen Angaben basierende Erwartungsindex zum ersten Mal seit Januar 2009 einen deutlich negativen Verlauf.

Der Blick auf die Teilbranchen zeigt ein differenziertes Bild: Unter den Unternehmen der Kunststofferzeugung und -distribution ist der Anteil der „Pessimisten“ mit rund 35% deutlich höher als in den Bereichen Maschinenbau (8%) und Kunststoffverarbeitung (15%).

Fachkräftemangel fordert die Kunststoffindustrie weiter heraus

Fachkräftemangel ist aktuell für insgesamt zwei Drittel der Unternehmen eine ernste Herausforderung. Für 60% stellt sich die Suche nach Facharbeitern und Ingenieuren als „problematisch“ dar, 7% schätzen sogar die Situation als „dramatisch und wachstumsgefährdend“ ein.

Zu dem beherrschenden gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Thema dieser Tage, dem deutschen Atomausstieg, äußern sich die Befragten überraschend deutlich. Insgesamt 83% halten den Atomausstieg für richtig, wovon 44% die Entscheidung als zwar richtig, doch risikobehaftet beurteilen.

Die anderen 39% vertreten die Ansicht, dass sich positive und negative Effekte ausgleichen würden. Weitere 9% der Befragten sehen den Ausstieg als falsch an, halten jedoch die Belastungen für verkraftbar. 8% der Befragten halten die Entscheidung für falsch und erwarten eine massive Gefährdung des Standortes Deutschland.

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