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Europäische Union Deutsche Maschinenbauer begrüßen Freihandelsabkommen mit Japan

| Redakteur: Melanie Krauß

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk haben mit Japans Premierminister Shinzo Abe das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan unterzeichnet.

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(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Capri23auto) / CC0 )

Das Freihandelsabkommen soll ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts umfassen und für circa 600 Mio. Menschen gelten.Bundesminister Altmaier: „Ich freue mich, dass die EU und Japan ihr Wirtschaftspartnerschaftsabkommen heute unterzeichnet haben und damit die Globalisierung positiv für die Menschen gestalten. So werden hohe Schutzstandards im Bereich des nachhaltigen Handels festgeschrieben. Gleichzeitig erhalten unsere Unternehmen bessere Marktzugangsbedingungen. Mit diesem modernen Freihandelsabkommen setzen wir ein wichtiges Zeichen für freien und fairen Handel und stemmen uns gemeinsam gegen weltweit zunehmende protektionistische Tendenzen.“

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan fällt in den ausschließlichen Kompetenzbereich der EU („EU-only“). Die Daseinsvorsorge bleibt vor Privatisierungen geschützt und Rekommunalisierungen sind weiter möglich. Nach der Unterzeichnung muss das Europäische Parlament zustimmen. Ziel ist das Inkrafttreten des Abkommens bis spätestens 2019.

„Dieser Erfolg ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Freihandel lebt und dass die EU auch noch gleichgesinnte Partner in der Welt findet. Die Annäherungen bei technischen Anforderungen im Marktzugang und die weitere Öffnung des öffentlichen Auftragswesens in Japan für ausländische Unternehmen begrüßen wir. Hier erhoffen wir uns als Maschinenbauindustrie insbesondere indirekte Impulse für unser zukünftiges Geschäft“, erläutert Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft.

Japan ist der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Asien. 2017 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und Japan 129,1 Mrd. Euro. Deutschland exportierte 2017 nach Japan Waren im Wert von ca. 19,5 Mrd. Euro. Umgekehrt wurden Waren im Wert von 22,9 Mrd. Euro aus dem Land importiert. Die deutsche Maschinenbauindustrie lieferte 2017 Güter im Wert von 2,6 Mrd. Euro nach Japan. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einer Steigerung um 12 %. Im ersten Quartal 2018 stiegen die Exporte nach Japan im Vergleich zum Vorjahr erneut um 12 % auf insgesamt 710 Mio. Euro. Es kann also von einem positiven Trend gesprochen werden, der weiter anhält.

„Traditionell weist unsere Industrie ein Handelsdefizit mit Japan auf. Wir sind jedoch nach diesem Abschluss optimistisch, die derzeit bestehende Lücke schließen zu können“, führt Ackermann weiter aus.

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