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Exportmärkte Deutsche Maschinenbauer setzen stark auf die USA

| Autor: Stéphane Itasse

Die USA sind wieder da – zumindest aus Sicht der deutschen Maschinenbauer: 2015 wurden sie wieder zu ihrem größten Exportland und werden dies 2016 auch bleiben, wie der VDMA erwartet. Laut einer Verbandsumfrage erwartet eine deutliche Mehrheit der in den USA tätigen Maschinenbauer steigende Absätze.

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Da die De-Industrialisierung in den USA gestoppt scheint, sind die Produkte deutscher Maschinenbauer dort wieder sehr gefragt.
Da die De-Industrialisierung in den USA gestoppt scheint, sind die Produkte deutscher Maschinenbauer dort wieder sehr gefragt.
(Bild: Siemens)

Demnach sind drei von vier Maschinenbaufirmen zuversichtlich, 2016 mehr Geschäfte jenseits des Atlantiks tätigen zu können. Diese Zuversicht spiegelt sich auch in den Investitionsplänen wider. Knapp 60 % der befragten Unternehmen plant, in den nächsten drei Jahren in den USA zu investieren. An vorderster Stelle stehen dabei der Ausbau des Vertriebs mit 86 % und des Services mit 77 %, doch immerhin 50 % der befragten deutschen Maschinenbauer wollen sich auch bei Produktion beziehungsweise Montage engagieren.

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Zwar bietet auch der amerikanische Markt keinen Anlass für Euphorie. Aufgrund des relativ schwachen weltwirtschaftlichen Umfelds und des drastischen Rückgangs der Investitionen im Fracking-Sektor rechnet der VDMA für 2016 allenfalls mit einem leichten Anstieg der Exporte in die USA, nachdem der Rückblick auf das Jahr 2015 mit einem Plus von 11,2 % auf 16,8 Mrd. Euro den VDMA-Präsidenten Dr. Reinhold Festge fast euphorisch werden ließ: „Das war ein tolles Ergebnis und am Ende ein historischer Höchststand.“

Deutscher Maschinenbau profitiert in den USA von langjährigen Verbindungen

Grund dafür ist auch, dass die Unternehmen im vergangenen Jahr Rückenwind durch einen sinkenden Eurokurs hatten, der in der laufenden Periode fehlen dürfte. „Aber das Engagement des deutschen Maschinenbaus in Amerika ist nicht von Kurzfristigkeit geprägt, sondern zeichnet sich in aller Regel durch eine Jahrzehnte währende Verbundenheit aus“, sagte Festge bei der Veröffentlichung der Umfrage, an der sich rund 200 Maschinenbaufirmen beteiligt haben. Diese Verbundenheit werde am Markt durchaus honoriert.

Auch deshalb scheint die VW-Abgasaffäre kaum Spuren im Maschinenbau zu hinterlassen. Nur 17 % der Befragten glauben laut VDMA, dass sich die Reputation der deutschen Industrie seit Beginn des Jahres 2015 verschlechtert hat. Von den deutschen Unternehmen mit einer eigenen Niederlassung in den USA sehen dies sogar nur 10 %. „Wir sind erleichtert, dass es nicht zu einem Flächenbrand gekommen ist“, kommentierte der Verbandspräsident.

Industrie in den USA berappelt sich langsam wieder

Die deutschen Maschinenexporte in die USA sind traditionell fachlich sehr breit gestreut. Gefragt sind unter anderem Antriebstechnik, Fördertechnik, Bau- und Baustoffmaschinen, Landtechnik, Werkzeugmaschinen oder Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Erwartet wird, dass insbesondere die Kunden aus der amerikanischen Automobilindustrie und dem dortigen Maschinenbau ihre Bestellungen bei deutschen Firmen in diesem Jahr ausweiten werden. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen sieht einen Investitionsstau als wichtigen Faktor für eine steigende Nachfrage aus Amerika. Die Befragten sehen eine Re-Industrialisierung der amerikanischen Volkswirtschaft. Dies spiegelt sich in den Statistiken zwar noch nicht wider: Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am amerikanischen Bruttoinlandsprodukt hat sich inzwischen auf rund 12 % eingependelt. „Aber wir können sagen: Die De-Industrialisierung Amerikas ist zu Ende“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Und vielerorts werden in Amerika die Fabriken modernisiert, wovon der deutsche Maschinenbau profitiert.“ Einen Trend zur Re-Industrialisierung mag Festge allerdings nicht erkennen, das sei höchstens eine regionale Entwicklung.

Die Stellung der deutschen Unternehmen in den USA ist allerdings nicht unangefochten. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet einen zunehmenden Wettbewerb aus China. Das zeigt sich bereits in der aktuellen Importstruktur der USA: China ist 2013 zum wichtigsten ausländischen Maschinenlieferanten aufgestiegen, Deutschland belegt seit 2015 Platz vier, knapp hinter Mexiko auf Platz drei und Japan auf Platz zwei. Auch die amerikanischen Maschinenbauer holen nach Ansicht der Befragten im dortigen Wettbewerb auf. Allerdings zählen hierzu nicht nur originär amerikanische Unternehmen, sondern auch Produktionsstätten von ausländischen Firmen in den Vereinigten Staaten.

Vor diesem Hintergrund setzt sich der VDMA auch stark für das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA ein. Ein Abbau aller Zölle könnte nach Schätzung des Verbandes Kosteneinsparungen von 1 Mrd. Euro bringen, ein Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse und eine gegenseitige Anerkennung von Prüfverfahren und Zertifikaten brächte weitere hohe Einsparungen im Handel. Zwei Drittel der Unternehmen bejaht daher die Frage, ob ein erfolgreicher Abschluss der TTIP-Verhandlungen für ihr Unternehmen von Bedeutung ist.

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 Stéphane Itasse

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MM MaschinenMarkt