Top-Familienunternehmen Deutsche Umsatz-Champions verschwinden

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Peter Königsreuther

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat festgestellt, dass der Anteil deutscher Unternehmen beim Ranking der umsatzstärksten Familienunternehmen immer geringer wird. Eine Zusammenfassung.

Firma zum Thema

Walmart ist weltweit das umssatzstärkste Familienunternehmen. Deutsche Vertreter findet man immer seltener. Unter den ersten 10 finden sich nur noch drei, hat die Wirtschaftsprüfgesellschaft PwC analysiert.
Walmart ist weltweit das umssatzstärkste Familienunternehmen. Deutsche Vertreter findet man immer seltener. Unter den ersten 10 finden sich nur noch drei, hat die Wirtschaftsprüfgesellschaft PwC analysiert.
(Bild: J. C. Benedict; Wikimedia Commons; CC-BY-SA 3.0)

Der deutsche Anteil an den umsatzstärksten Familienunternehmen weltweit schrumpft. Nur 96 der größten 750 von Familien kontrollierten Unternehmen rund um den Globus kommen noch aus Deutschland, wie aus einer gestern veröffentlichten Auswertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (PwC) hervorgeht. Noch letztes Jahr waren es 108 und im Jahr davor sogar noch 119.

Gestiegene Umsatzgrenze erschwert Aufnahme in Rangliste

Trotz des Rückgangs behauptet Volkswagen aber immerhin den zweiten Platz. Das umsatzstärkste Familienunternehmen der Welt bleibt der US-Einzelhändler Walmart, der Familie Walton. Aus Deutschland halten sich noch zwei Vertreter unter den ersten zehn: die Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe der Familie Schwarz landete auf Platz neun, der Autobauer BMW (Quandt und Klatten) auf dem letzten Platz.

Aus Europa insgesamt finden sich unter den 750 gelisteten Unternehmen 298. Jeweils 188 stammen aus Nordamerika und Asien-Pazifik. Innerhalb Europas liegt Deutschland bei der Zahl der Familienunternehmen klar an der Spitze vor Frankreich (36) und Italien (23).

Der Hauptgrund für die Größenverschiebungen zugunsten des asiatisch-pazifischen Raums sei, dass Unternehmen inzwischen einen deutlich höheren Jahresumsatz erzielen müssten, um überhaupt in die Rangliste aufgenommen zu werden. Der Mindestumsatz stieg demnach im Vergleich zum Jahr 2019 um ein Fünftel auf 2,68 Milliarden Dollar (rund 2,26 Mrd Euro).

Deutsche Digitalisierungsversäumnisse rächen sich

Es wundere die Analysten auch aus einem weiteren Grund nicht, dass die Zahl deutscher Vertreter beim Ranking zurückgegangen ist: „Beim Megatrend Digitalisierung hätten deutsche Familienunternehmen seit Jahren wahrnehmbare Defizite“, erklärte Uwe Rittmann, Leiter Familienunternehmen und Mittelstand sowie Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland.

Die deutschen Familienunternehmen unter den Top 750 blicken auf eine vergleichsweise lange Unternehmensgeschichte zurück: Ihr Durchschnittsalter liegt den Berechnungen zufolge bei 110 Jahren und damit deutlich über dem weltweiten Schnitt von 81 Jahren. Das älteste deutschen Unternehmen in der Rangliste ist der 1660 gegründete Technologiekonzern Heraeus.

Die Analyse wurde in Zusammenarbeit mit der britischen Online-Plattform Family Capital erstellt.

(ID:47498031)