Claudia Kemfert im Interview Deutsche Unternehmen für Wettkampf um energiesparende Technologien gut gerüstet

Redakteur: Peter Steinmüller

Trotz wachsender Konkurrenz sieht Prof. Dr. Claudia Kemfert, Umweltökonomin am DIW Berlin, die deutschen Unternehmen für den Wettkampf um energiesparende Technologien gut gerüstet.

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Früher oder später müssen alle Länder massiv Energie sparen, sagt Prof. Dr. Claudia Kemfert vom DIW Berlin. Bild: Michael Kappeler/ddp
Früher oder später müssen alle Länder massiv Energie sparen, sagt Prof. Dr. Claudia Kemfert vom DIW Berlin. Bild: Michael Kappeler/ddp
( Archiv: Vogel Business Media )

Frau Professor Kemfert, angesichts der Auftragseinbrüche in der deutschen Industrie setzen viele Unternehmen auf die Märkte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Ist das eine Erfolg versprechende Strategie?

Kemfert: Ja, absolut. Die Märkte für Energieeffizienz und erneuerbare Energien werden weltweit immer bedeutsamer und bergen enorme Potenziale. Alle Unternehmen, die jetzt die Nase vorn haben, werden profitieren. Ihre Stärken liegen eindeutig im technologischen Know-how und dem Vorsprung, den viele deutsche Konzerne noch vor der internationalen Konkurrenz haben. Die Schwächen sehe ich in der weniger stark ausgeprägten Risikofreudigkeit und Flexibilität.

Die deutsche Solarindustrie bekommt zurzeit heftige Konkurrenz durch chinesische Anbieter. Chinas Regierung will ihre Solarbranche zum Weltmarktführer machen. Können deutsche Anbieter hier auf Dauer mithalten?

Kemfert: Ja, das können sie schon, sie müssen effizient produzieren und sich global aufstellen. Der globale Wettbewerb ist sogar sehr gut und fördert die Kostendegression.

Umgekehrt kommen ausländische Unternehmen bei Umweltschutzprojekten im Rahmen des chinesischen Konjunkturprogramms nur eingeschränkt zum Zug. Gefährdet der Protektionismus die Exportchancen deutscher Umwelttechnologien?

Kemfert: Protektionismus ist immer für die Wirtschaft unvorteilhaft. Umgekehrt gibt es aber auch in Deutschland Stimmen, die die Konzerne gern vor internationaler Konkurrenz schützen würden. Ich denke jedoch, dass die deutschen Unternehmen in puncto Umwelttechnologien immer noch einen Wettbewerbsvorteil haben. Wir haben im Vergleich zu den USA mindestens zehn Jahre Vorsprung bei Energieeffizienz und innovativen Energietechniken. China holt schneller auf.

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