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Forschung und Entwicklung Deutsche Unternehmen halten Forschungsinvestitionen auch in der Krise hoch

| Redakteur: Stéphane Itasse

Bei ihren Forschungsinvestitionen haben sich die deutschen Unternehmen auch angesichts der Krise standhaft gezeigt. Im Jahr 2009 hat die deutsche Wirtschaft 55,9 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert, nur 2,4% weniger als im Jahr 2008, wie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mitteilt. Für 2010 und 2011 sind sogar Rekorde in Aussicht.

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Auch in der Krise haben die deutschen Unternehmen in ihre Forschung investiert. (Bild: Bosch)
Auch in der Krise haben die deutschen Unternehmen in ihre Forschung investiert. (Bild: Bosch)

Gleichwohl stieg die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft gemessen am Bruttoinlandsprodukt auf 1,87%. Zusammen mit den staatlichen Aufwendungen beläuft sich die Quote sogar auf 2,77%. "Die Quote ist ein Rekordwert für Deutschland, der dem 3%-Ziel langsam nahe kommt, dem allerdings aufgrund der Rezession ein starker statistischer Effekt zugrunde liegt", sagt Gero Stenke, Leiter der Stifterverband-Wissenschaftsstatistik.

Investitionen in Forschung und Entwicklung auf Rekordkurs

2010 und 2011 erreichen die Investitionen für Forschung und Entwicklung der Unternehmen in Deutschland voraussichtlich neue Rekordwerte. So soll 2011 erstmals die 60-Mrd.-Schwelle mit Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 61,0 Mrd. Euro genommen werden, 2010 investieren die Unternehmen voraussichtlich 58,4 Mrd. Euro.

"Die Krise hat 2009 nur eine Delle hinterlassen. Die Wirtschaft engagiert sich zunehmend stärker für Forschung und Entwicklung", sagte Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF SE und Vizepräsident des Stifterverbandes. Hambrecht rief zu "mehr Mut zum Fortschritt" auf.

Zu wenig Wagniskapital zur Umsetzung der Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung

Der Generalsekretär des Stifterverbandes Andreas Schlüter bemängelte die geringe Bereitstellung von Wagniskapital sowie das Fehlen einer steuerlichen Förderung für Forschung und Entwicklung. "In Deutschland wird nur rund 0,04% des BIP für Wagniskapital eingesetzt, in Großbritannien sind es 0,09%, in Schweden gar 0,15%." Hier seien Wirtschaft und Regierung gefordert. Die Erweiterung des High-Tech-Gründerfonds sei ein erster Schritt.

Die Branchenentwicklung verlief im Krisenjahr 2009 uneinheitlich. Chemie- und Pharmaindustrie, aber auch unternehmensorientierte Dienstleistungen haben deutlich mehr in Forschung und Entwicklung investiert als im Jahr zuvor. Im Automobilbau, vor allem jedoch in der Elektroindustrie wurde dagegen kräftig bei Forschung und Entwicklung gespart. Um 5,9% beziehungsweise 14,8% sanken dort die Aufwendungen.

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