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Deutsche Unternehmen stellen weniger ein

| Redakteur: Melanie Krauß

Zum ersten Mal seit zwei Jahren erhält die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber in Deutschland einen Dämpfer. Nach sechs Quartalen mit stetig hohem Personalbedarf sind die Unternehmen erstmals verhalten.

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Ein Großteil der Unternehmen (89 %) plant laut einer Studie der Manpowergroup, im nächsten Quartal keine neuen Stellen zu schaffen.
Ein Großteil der Unternehmen (89 %) plant laut einer Studie der Manpowergroup, im nächsten Quartal keine neuen Stellen zu schaffen.
(Bild: ©Robert Kneschke - stock.adobe.com)

Im aktuellen Arbeitsmarktbarometer der Manpowergroup geben 89 % der Unternehmen an, dass sie ihre Belegschaft stabil halten und zwischen Juli und September 2019 keine neuen Mitarbeiter einstellen wollen.

Der saisonbereinigte Nettobeschäftigungsausblick liegt im dritten Quartal 2019 bei + 5 %. Verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 sowie dem dritten Quartal 2018 sank die Einstellungsbereitschaft um je 4 Prozentpunkte. „Handelskonflikte wie zwischen China und den USA, der nahe Brexit und sich eintrübende Konjunkturaussichten drängen Unternehmen zur Vorsicht. Doch steigende Löhne und weiterhin hohe Konsumfreude schwächen die Auswirkungen in Deutschland noch ab“, sagt Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Unternehmen warten die Auswirkungen der nationalen wie internationalen Entwicklungen zunächst ab.“

Der verringerte Beschäftigungsausblick in Deutschland bedeute aber keine Entlassungen. Arbeitgeber hätten ihr Personal in den vergangenen Jahren aufgestockt und hielten es nun konstant auf hohem Niveau. Fachkräfte werden laut Scholte weiterhin gesucht und eingestellt. Besonders große Firmen und Versorger aus dem Bereich Gas, Strom und Wasser würden weitere Einstellungen planen.

„Große Unternehmen haben weiterhin hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften“, sagt Scholte. „Wenn die Aufträge weniger werden, sparen viele von ihnen zuerst bei den Dienstleistern und Zulieferern. Das zeigt sich auch bei dem Blick auf die Branchenentwicklung. Vor allem Firmendienstleister, Logistiker und Kommunikationsfirmen suchen im dritten Quartal dieses Jahres weniger Mitarbeiter.“

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