VDW-Symposium in Südkorea Deutsche Werkzeugmaschinen überzeugen

Autor / Redakteur: Sylke Becker / Peter Königsreuther

Im Tigerstaat Südkorea präsentierten sich Anfang Juli 14 deutsche Werkzeugmaschinenhersteller. Der Tiger hat Streifen, doch die Deutschen punkteten mit ihrem Können bei den insgesamt 170 Besuchern – meist aus dem Automobil- und Maschinenbausektor.

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Insgesamt 14 namhafte Deutsche Werkzeugmaschinehersteller zeigten ihr Können am 3. Juli 2018 im Südkoreanischen Busan. 170 koreanische Kunden nahmen an diesem VDW-Symposium unter dem Titel „Innovationen in der Fertigungstechnik – Werkzeugmaschinen aus Deutschland“ teil, heißt es. Hier ein Schnappschuss vom Auftritt der Emag-Gruppe.
Insgesamt 14 namhafte Deutsche Werkzeugmaschinehersteller zeigten ihr Können am 3. Juli 2018 im Südkoreanischen Busan. 170 koreanische Kunden nahmen an diesem VDW-Symposium unter dem Titel „Innovationen in der Fertigungstechnik – Werkzeugmaschinen aus Deutschland“ teil, heißt es. Hier ein Schnappschuss vom Auftritt der Emag-Gruppe.
(Bild: VDW)

Der VDW bietet seit Jahren erfolgreich Technologiesymposien in Wachs-tumsmärkten an. In Südkorea fanden bereits 2012 und 2015 Veranstaltungen in Seoul statt. Sie sind die ideale Plattform für Geschäftsbeziehungen mit koreanischen Kunden und den direkten Dialog. Etliche Unternehmen nahmen bereits mehrfach an den VDW-Veranstaltungen in Südkorea teil.

Aber anders als die deutsche Fußballnationalmannschaft im Weltmeisterschaftsspiel vor einigen Wochen, konnte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im Tigerstaat Südkorea punkten. Auf großes Interesse stießen 14 namhafte deutsche Werkzeugmaschinenhersteller am 3. Juli 2018 in der Millionenmetropole Busan. 170 koreanische Kunden, vorrangig aus der Automobil- und Zulieferindustrie sowie aus dem Maschinenbau, nahmen am VDW-(Verein Deutscher Werkzeugmaschinen-fabriken)Symposium „Innovationen in der Fertigungstechnik – Werkzeugmaschinen aus Deutschland“ teil.

Südkorea wird zum „First Mover“

„Der koreanische Markt vollzieht derzeit den Schritt vom fast follower zum first mover. Deshalb ist Technologie-Know-how bei koreanischen Herstellern extrem gefragt“, sagte Barbara Zollmann, Geschäftsführerin der AHK in Seoul. Die AHK war Kooperationspartner des VDW bei der Organisation des Symposiums. „Als Wachstumsmarkt und potenter Automobilstandort ist Südkorea auch für unsere Firmen höchst interessant“, ergänzte Klaus-Peter Kuhnmünch, beim VDW verantwortlich für die Veranstaltung.

Dieter Schletterer, Head of DF/PD Divisions, Country Division Lead bei Siemens LTD Seoul, bestätigte: „Das Marktpotenzial in Südkorea ist außerordentlich hoch. Der koreanische Markt, insbesondere der Exportmarkt, ist für uns um 6 Prozent gewachsen. Haupttreiber sind die Elektronik- und Luftfahrtindustrie.“

Smarte Vernetzungs-Chancen aufgezeigt

Außer Siemens nutzten die Firmen Alzmetall Werkzeugmaschinenfabrik, Altenmarkt/Alz, die Chiron-Werke, Tuttlingen, die Emag-Gruppe, Salach, FFG Europe & Americas, Eislingen/Fils, Gleason, Ludwigsburg, Gebr. Heller, Nürtingen, Kapp Niles, Coburg, die Mauser-Werke, Oberndorf, Open Mind Technologies, Weßling, Profiroll Technologies, Bad Düben, Samag Werkzeugmaschinen, Saalfeld, J.G. Weisser Söhne Werkzeugmaschinen-fabrik, St. Georgen, sowie Zimmer & Kreim, Brensbach, das Symposium für eine exklusive Präsentation.

Im Fokus der Vorträge standen Spezialangebote für die koreanische Industrie, z.B. Vernetzungslösungen im Umfeld von Industrie 4.0. Gleason beispielsweise ist überzeugt, dass so genannte Industrie- 4.0-Anwendungen in Zukunft einen wesentlichen Einfluss auf Produktivität, Effizienz und Genauigkeit von Endprodukten, wie z.B. Verzahnungen und komplette Antriebslösungen, haben werden. „Entwicklungsschwerpunkte unseres Unternehmens sind die kontinuierliche Prozessoptimierung einzelner Produktionsmittel, speziell der Werkzeuge, selbstlernende Systeme und die Vernetzung der Elemente zur Smart Factory“, sagte Udo Stolz, Vice President, Wordwide Sales and Marketing, der Gleason Corporation.

Auch Entwicklungen in den klassischen Feldern Produktivität, Qualität oder Nachhaltigkeit in der Fertigung standen auf dem Programm.

Wirtschaft unter gutem Stern

Für die südkoreanische Wirtschaft wird vom britischen Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics ein Wachstum von 2,9 % für das laufende Jahr prognostiziert. Die Anlageninvestitionen sollen um 3,0 % steigen. Der koreanische Werkzeugmaschinenmarkt, im vergangenen Jahr mit 3,4 Mrd. Euro sechstgrößter Nachfrager weltweit, soll 2018 um 2,1 % wachsen. Besonders stark legen der Maschinenbau, die Flugzeug-industrie und die Elektroindustrie zu.

Das erfahren die Teilnehmer am Symposium auch in ihren bilateralen Gesprächen. „Wir stellen fest, dass sich Maschinenbau und Luftfahrtindustrie gut entwickeln. Dies wird in den Gesprächen mit Vertretern koreanischer Unternehmen dieser Branchen während des Symposiums bestärkt", fasst etwa Frank Holzheid, Leiter Vertrieb Industrie, Head of Sales Industry, Kapp Niles, seine Eindrücke zusammen.

Hoch geschätzt: Technik, Qualität und Präzision

Deutschland belegt nach Japan Platz 2 der wichtigsten Lieferanten mit einem Anteil von 15 %t. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2000 Maschinen im Wert von rund 160 Mio. Euro geliefert. Im ersten Quartal 2018 stiegen die deutschen Ausfuhren bereits um ein Fünftel. Geliefert wurden vor allem Bearbeitungszentren, Lasertechnologie, Verzahnmaschinen und Schleifmaschinen. Die Bestellungen koreanischer Kunden zogen 2017 um 11 % an.

„Für uns war das Geschäft in Korea 2017 zwar rückläufig. Allerdings ist das Kunden- und Marktpotenzial sehr hoch und auch für hochwertige Komponen-ten vorhanden“, sagt Roland Merz, Sales Manager Asia, Chiron Werke.

Südkoreanische Kunden schätzen an deutschen Werkzeugmaschinen vor allem Technik, Qualität und Präzision. „In Bezug auf spezialisierte Maschinen sind deutsche Unternehmen weit vorne, und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis der fertigen Produkte. Koreanische Werkzeugmaschinen können die deutsche Technikqualität nicht erreichen“ sagte etwa Jang Hogil, Team Assistant Manager Manufacture Engineering bei CTR Motek.

Südkorea als Markt gilt als hart umkämpft

„Für den deutschen Maschinenbau ist Südkorea jedoch ein anspruchsvolles Terrain“, sagte Hartmut von Fugler, Managing Director von Emag Korea. Zum einen gebe es starke Konkurrenz, zum anderen erwarten koreanische Kunden intensiven und professionellen Service. Das gilt insbesondere für die Automobilindustrie, die es gewohnt ist, dass ein Maschinenbauexperte im Notfall sehr schnell zur Stelle ist und die Technologie ausnahmslos beherrscht. Das sah auch So Jinho, Manager bei Hyundai Wia, so. „Die Kommunikation zwischen den koreanischen Vertretern deutscher Werkzeugmaschinen und den deutschen Unternehmen ist immer noch schwierig“, bemerkte er. „Da sind Firmen im Vorteil, die eine eigene Niederlassung vor Ort haben“, ergänzte Kuhnmünch. Immerhin zwölf deutsche Firmen bieten aus dem Land heraus Service und Vertrieb an.

„Mit ihrer großen Erfahrung in der internationalen Automobilindustrie sind die Deutschen dennoch sehr gut aufgestellt, um koreanischen Herstellern umfangreiche und tiefgehende Expertise sowie ein breites Portfolio an Speziallösungen für jedes Fertigungsproblem bieten zu können“, sagte Kuhnmünch abschließend.

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