Konto mau – Transformation-Stau! Deutschen Autozulieferern fehlt Geld für Zukunftssicherung

Autor / Redakteur: dpa / Peter Königsreuther

Wieder abgehängt? Dpa berichtet, dass es den deutschen Automobilzulieferern offensichtlich am nötigen „Kleingeld“ für Transformationsmaßnahmen mangelt. Und die Asiaten scharren schon mit den Hufen!

Deutsche Automobilzulieferer könnten in Sachen Transformation ins Hintertreffen geraten, beklagen Experten. Der Grund ist Ebbe im Geldbeutel.
Deutsche Automobilzulieferer könnten in Sachen Transformation ins Hintertreffen geraten, beklagen Experten. Der Grund ist Ebbe im Geldbeutel.
(Bild: F. Kaestle)

Asiatische Autozulieferer haben ihren Weltmarktanteil nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC im vergangenen Jahr auf satte 43 Prozent ausbauen können, wie dpa heute meldet. Bei den deutschen Zulieferern knabberte wohl der Umsatzrückgang an der wichtigen Eigenkapitalreserve, die für die Transformation dringend nötig wären, analysiert Branchenexperte Henning Rennert. Er fordert deshalb Rationalisierung als Gebot der Stunde, um Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und im Transformationsgeschehen so bestehen zu können.

Die chinesische Eigenkapitalquote ist mehr als doppelt so hoch

Die Umsätze der 80 weltweit größten Autozulieferer fielen nach Angaben von PwC im Krisenjahr 2020 um 12 Prozent auf 783 Milliarden Euro und die der deutschen Player allein um 11 Prozent auf 199 Milliarden.

Der Weltmarktanteil von Robert Bosch etwa sowie Continental, ZF Friedrichshafen und anderen sei mit 26 Prozent zwar weiterhin hoch, der Wettbewerb mit den Konkurrenten aus Asien werde aber härter, wie die Experten registrierten. Diese hätten in der Krise mit 4,4 Prozent Betriebsgewinn vom Umsatz die höchste Rentabilität erzielt. Die Eigenkapitalquote bei den Zulieferern im Reich der Mitte liegt demnach bei 48 Prozent. Bei den deutschen Zulieferern sank sie dagegen auf 21 Prozent.

Vor allem die Zulieferer die den Sektor Antriebsstrang bedienen, hätten kräftig in neue Produkte investiert. Im Durchschnitt investierten deutsche Zulieferer laut PwC 6,1 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Das ist deutlich mehr als ihre Wettbewerber im übrigen Europa (4,8 Prozent), Amerika (3,6 Prozent) und Asien (3,8 Prozent) investieren.

Mehr Übernahmen deutscher Zulieferer könnten die Folge sein

Allerdings hätten europäische und deutsche Zulieferer ihre durchaus konkurrenzfähige Kostenstruktur schon seit einem Jahrzehnt aus dem Blick verloren, stellt Studienautor Rennert fest. Das könnte seiner Meinung nach zu einer teuren Hypothek im globalen Wettbewerb werden. Das wird Konsequenzen haben. Und erst am Wochenende war die jüngste Übernahme auf dem Zulieferermarkt bekannt geworden: Die seit einigen Monaten zum Verkauf stehende Hella aus Lippstadt gehört jetzt dem französischen Konkurrenten Faurecia. Der Abschluss der Übernahme wird Anfang 2022 erwartet. Eine Arbeitsplatzgarantie wollen die Franzosen im Rahmen der milliardenschweren Übernahme nicht abgeben. Allerdings wachse man stark, was hoffen ließe.

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