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Quest-Studie Deutscher Maschinenbau in der Seitwärtszone

| Redakteur: Florian Stocker

Das Bochumer Marktforschungsunternehmen Quest prognostiziert der Branche in Zukunft geringere Wachstumschancen. Hauptgründe sind demnach strukturelle Veränderungen in der weltweiten Industrieproduktion. Auch der MM-Index bestätigt vorerst die Entwicklung.

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Erstmals das Vorkrisenniveau erreicht: Der Produktionsindex des Statistischen Bundesamts
Erstmals das Vorkrisenniveau erreicht: Der Produktionsindex des Statistischen Bundesamts
(Bild: Quest)

Die Produktion des deutschen Maschinenbaus hat im letzten Dezember laut Produktionsindex des statistischen Bundesamtes erstmals wieder das Vorkrisenniveau von 2008 überschritten.

Die Bewegung nach oben kam nicht überraschend. Sie hatte sich monatelang angekündigt und war von Quest Research bereits auf Basis der Novemberdaten erwartet worden. Produktion und Umsatz fielen jedoch im Januar und Februar 2015 wieder in die Seitwärtszone zurück, die sich seit mehreren Jahren ausgebildet hatte.

Laut der neuen Studie des Instituts ist es wahrscheinlich, dass der deutsche Maschinenbau in absehbarer Zukunft in dieser Seitwärtszone verharren wird - mit leichten Schwankungen nach oben und unten.

Anzeichen für strukturelle Veränderungen

Für Quest sind vor allem zwei Faktoren hauptverantwortlich für die Entwicklung:

Der Prozess der weltweiten Krisenüberwindung ist sechs Jahre nach Krisenausbruch nicht durch den üblichen allgemeinen Konjunkturaufschwung gekennzeichnet, sondern durch eine enge Verflechtung von Wachstum, Stagnation und Rückschlägen innerhalb der weltweiten Industrieproduktion. Das sind auch Anzeichen dafür, dass der Branche eine langfristige strukturelle Veränderung bevorsteht.

Diese könnte den Verlauf der Industrieproduktion in Exportländern, die über 70% der deutschen Maschinenexporte aufnehmen, nachhaltig prägen. Vor allem die industrialisierten Länder der EU, Japans und der USA seien betroffen, außerdem die BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien. Nur in den sog. MIST Ländern Mexiko, Indonesien, Südkorea und der Türkei, die 7% der deutschen Maschinenexporte aufnehmen, kann ein langfristiger Konjunkturaufschwung erwartet werden. Dieser ausgewogene Mix innerhalb der deutschen Exportstruktur sorgt für Stabilität, verspricht aber in der nahen Zukunft kein nachhaltiges Wachstum. Das Institut stellt weiterhin fest, dass die Exportquoten des deutschen Maschinenbaus mit der Entwicklung der Industrieproduktion in den Exportländern nicht Schritt halten. Die USA bilden davon die Ausnahme. Unter dem Strich stehen aber begrenzte Wachstumsspielräume für den deutschen Maschinenbau.

MM-Index zeigt keinen klaren Trend

Das Verharren in der Seitwärtszone wird auch vom MM-Index bestätigt. Das Branchenbarometer des MM Maschinenmarkt zeigte in diesem Jahr noch keine signifikante Bewegung, die einen langfristigen Trend nach oben wie unten erkennen ließe. Der Index, der insgesamt 13 verschieden gewichtete Parameter berücksichtigt, hielt sich konstant zwischen 0,5 und 0,6 Punkten, mit leichten Schwankungen innerhalb dieses Bereiches. Er reflektiert damit gleichermaßen die aktuelle Stabilität, aber auch die gedämpften Wachstumserwartungen innerhalb der deutschen Maschinenbaubranche.

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