Suchen

Rohrwerke

Deutsches Know-how im Ausland begehrt

| Autor/ Redakteur: Lisa Ramer / Stéphane Itasse

Bei der Herstellung von Rohren kann es nicht modern genug zugehen. Deshalb werden zurzeit häufig neue Rohrwerke vor allem in Asien, Osteuropa, Südamerika und in den USA errichtet. Viele setzen dabei auf Qualität made in Germany.

Firmen zum Thema

Auch im November 2013 stattete SMS Meer einen russischen Kunden aus: Zwei neue Gerüste wurden vor die bestehende Anlage bei Abinsk gesetzt.
Auch im November 2013 stattete SMS Meer einen russischen Kunden aus: Zwei neue Gerüste wurden vor die bestehende Anlage bei Abinsk gesetzt.
(Bild: SMS Meer)

Um etwa 3 % wird der deutsche Maschinen- und Anlagenbau 2014 laut VDMA wachsen. Nach dem Einbruch durch die Weltwirtschaftskrise 2009 hatte sich die Branche in den beiden darauffolgenden Jahren wieder gefangen. Ähnlich ist es im Bereich der Hütten- und Walzwerkeinrichtungen, deshalb sind neue Anlagen nicht gerne gesehen. „Ein grundsätzliches Problem bleiben Überkapazitäten auf den Weltmärkten. Insbesondere der offenbar nicht ausreichend von marktwirtschaftlichen Überlegungen geprägte Kapazitätsaufbau der chinesischen Hersteller erscheint bedrohlich“, berichtet die Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre e.V. in Düsseldorf.

Ressourceneffizienz auch bei der Rohrherstellung gefragt

Neben ihrer wirtschaftlich starken Rolle genießen die deutschen Hersteller von Hütten- und Walzwerkeinrichtungen auch in technischer Hinsicht großes Ansehen. „Ein Grund dafür ist unter anderem, dass die Branche es in der Vergangenheit immer wieder geschafft hat technisch und wirtschaftlich überzeugende Anlagen- und Maschinenbaukonzepte anzubieten, mit denen die Kunden noch wettbewerbsfähiger produzieren können,“ sagt Heinrich Weiss, Vorsitzender im Aufsichtsrat der SMS Group.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 15 Bildern

Für den Rohrbereich ist die SMS Meer zuständig. Hier wurde beispielsweise das Directube-Verfahren entwickelt, mit dem Kupferrohre wirtschaftlicher produziert werden können. Im Fokus dieser Entwicklung waren neben geringeren Produktionskosten auch die Qualität der Endprodukte, Klärung von Energie- und Umweltfragen sowie die effiziente Nutzung von Rohstoffen.

Wie funktioniert das Directube-Verfahren?

Bei der Directube-Kupferrohrfertigung werden die Kupferkathoden direkt zu Mutterrohren geformt. Im Vergleich zum üblichen Extrusionsverfahren mit Kaltpilgerwalzen spart sich der Anwender mehrere aufwändige Zwischenschritte wie Pressen, Vorwärmen und einen Zwischenglühvorgang. Es umfasst somit zwei Fertigungsstufen: erstens das Einschmelzen der Kupferkathoden, mehrsträngiges Gießen von Rohrluppen und die Oberflächenbearbeitung mittels Fräsen, zweitens das Schrägwalzen der Rohrluppe in einem Planetenschrägwalzwerk und Aufwickeln. Im Anschluss werden die Mutterrohre zu den gewünschten Endprodukten weiterverarbeitet.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42733479)