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Werkzeugmaschinen-Exporte Deutschland: Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie hält am russischen Markt fest

| Autor: Stéphane Itasse

Mit gut 100 Ausstellern präsentieren sich die deutschen Hersteller als größte ausländische Gemeinschaftsbeteiligung auf der Metalloobrabotka 2015, der wichtigsten Werkzeugmaschinenmesse Russlands. Hinzu kommen zahlreiche deutsche Hersteller, die in eigener Regie oder über ihre russischen Vertretungen ausstellen, wie der VDW am Dienstag mitteilt.

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Die Metalloobrabotka ist die größte Werkzeugmaschinenmesse Russlands.
Die Metalloobrabotka ist die größte Werkzeugmaschinenmesse Russlands.
(Bild: Metalloobrabotka)

Der deutsche Gemeinschaftauftritt sei auf Initiative des VDW und der Messe Düsseldorf zustande gekommen, nachdem das Bundeswirtschaftsministerium zuvor die geplante amtliche Gemeinschaftsbeteiligung „aus politischen Gründen“ abgesagt hatte, wie es in der Mitteilung heißt. „Russland ist für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ein sehr wichtiger Markt mit großem Potenzial, obwohl die Aufträge zuletzt massiv eingebrochen sind“, begründet Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, die Verbandsinitiative. „Deshalb ist ein gemeinschaftlicher Messeauftritt auf der mit Abstand wichtigsten Fachmesse Russlands in der aktuell schwierigen Zeit ein starkes Signal. Damit demonstrieren wir unsere verlässliche Partnerschaft und positionieren uns gegen aufkommenden asiatischen Wettbewerb.“ Die Resonanz der Aussteller gebe ihm Recht.

Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller sehen Russland-Engagement langfristig

Franz-Xaver Bernhard, Vorstand Vertrieb, Forschung und Entwicklung bei der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG in Gosheim, sagt: „Trotz der Einschränkungen aufgrund der verhängten Sanktionen sieht die Hermle AG ihr Engagement auf der Messe in Moskau als Fortführung der langfristig angelegten Vertriebsstrategie.“ Auch Stefan Klebert, CEO der Schuler AG in Göppingen, registriere nach wie vor viel Potenzial im russischen Markt: „Unser Auftritt in Moskau zeigt, dass wir auf eine positive Entwicklung dieses Marktes setzen, in dem zurzeit unter anderem unsere hydraulischen Schmiedepressen nachgefragt werden.“ Und Klaus Winkler, Geschäftsführer der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Nürtingen, bestätige: „Trotz der aktuellen Krise und der damit kurzfristig schwer planbaren Aktivitäten betrachten wir die Intensivierung unserer Präsenz im russischen Markt als wichtig und investieren weiter. Dazu gehört selbstverständlich auch die diesjährige Teilnahme an der Metalloobrabotka.“

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Russland führt knapp 90 % seines Bedarfs an Produktionstechnik ein, wie der VDW berichtet. Mehr als jede fünfte importierte Maschine stamme aus Deutschland. Als größter Lieferant von Werkzeugmaschinen für die russische Industrie habe Deutschland im vergangenen Jahr Maschinen für fast 500 Mio. Euro geliefert. Damit stünden die Deutschen auf Platz 1 der wichtigsten Lieferanten für die russische Industrie, und das seit vielen Jahren.

Russlands Bedarf an Werkzeugmaschinen bleibt hoch

Schäfer werte dies als einen starken Beweis für den hohen technologischen Anspruch und die Kompetenz russischer Kunden. Das sieht laut Mitteilung auch Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori Aktiengesellschaft in Bielefeld, so: „Die Metalloobrabotka ist international ein Branchen-Highlight. Als wichtige Entscheidungsplattform gilt sie zugleich als Indikator für die Nachfrage nach moderner Fertigungstechnik in Russland.“ Schäfer ergänzt: „Der Bedarf an hochwertiger Produktionstechnik in der russischen Industrie ist riesig. Umso bedauerlicher ist es, dass jetzt wertvolle Zeit für die Modernisierung der Betriebe verloren geht. Wir setzen darauf, dass der politische Konflikt so schnell wie möglich beendet und ein Weg zur Normalisierung der Beziehungen gefunden wird.“

Im vergangenen Jahr waren laut Mitteilung die Bestellungen aus Russland um mehr als die Hälfte eingebrochen. Die Ausfuhren seien um 6 % gesunken. „Im laufenden Jahr werden sich die starken Verwerfungen auch im Export niederschlagen“, prognostiziert Schäfer.

Die Metalloobrabotka 2015 geht am 29. Mai zu Ende. Auf der vorangegangenen Veranstaltung im vergangenen Jahr wurden 30.000 Fachbesucher registriert, wie es abschließend heißt.

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