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BDI fordert

Deutschland soll zentraler Partner für die Rückkehr zum Mond werden

| Redakteur: Melanie Krauß

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert von der Bundesregierung, die staatlichen Raumfahrtinvestitionen massiv aufzustocken. Zudem sollen die Voraussetzungen für den Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland geschaffen werden.

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Der BDI fordert von der Bundesregierung, das Weltraumbudget von 285 auf mehr als 700 Mio. Euro analog zu Frankreich erhöhen.
Der BDI fordert von der Bundesregierung, das Weltraumbudget von 285 auf mehr als 700 Mio. Euro analog zu Frankreich erhöhen.
(Bild: ©fergregory - stock.adobe.com)

BDI-Präsident Dieter Kempf verlangte, sich gegenüber den USA für eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin für die Rückkehr zum Mond im Jahr 2024 einzusetzen. „Raumfahrt ist für Deutschland und seine Industrie im digitalen Zeitalter von zentraler Bedeutung“, sagte Kempf heute in Berlin. Der BDI präsentierte diese und weitere Forderungen in der „Berliner Weltraumerklärung“ anlässlich des ersten BDI-Weltraumkongresses.

„Die Stärke des Hightech-Standorts Deutschland spiegelt sich nicht in den staatlichen Raumfahrtinvestitionen wider“, kritisierte der BDI-Präsident. Das Land liegt im internationalen Vergleich lediglich auf Rang acht, der Anteil dieser Investitionen am BIP beträgt laut BDI nur 0,05 %. „Die Bundesrepublik sollte das nationale Programm für Raumfahrt und Innovation von nur 285 Mio. Euro auf das Niveau des französischen Weltraumbudgets von mehr als 700 Mio. Euro erhöhen“, forderte Kempf.

Nur mit größeren staatlichen Investitionen in die Raumfahrt würde Deutschland die wichtige Infrastruktur im Weltall verbessern und dadurch das unternehmerische Ökosystem auf der Erde stärken. Beides seien entscheidende Voraussetzungen dafür, dass deutsche Unternehmen an der zunehmenden Kommerzialisierung der Raumfahrt, New Space genannt, partizipieren können.

Die Bundesregierung sollte dem BDI zufolge die Voraussetzung für den Bau eines privaten Weltraumhafens in Deutschland schaffen und eine deutsche Trägerrakete für kleine Nutzlasten durch Ausschreibung und Auftragsvergabe fördern. „Wenn Deutschland keine Möglichkeit schafft, werden neue Systeme von anderen europäischen Staaten starten“, sagte der BDI-Präsident. In den kommenden Jahren würden immer mehr Megakonstellationen mit zum Teil 12.000 Satelliten im erdnahen Orbit entstehen, die zum Beispiel weltweiten Internetzugang ermöglichen sollen. Der Bedarf an kleinen Trägerraketen solle massiv steigen.

„Bereits heute verfügt die deutsche Industrie über eine weltweit einmalige Kernkompetenz in der Raumfahrt“, sagte Kempf. Diese ergebe sich aus Systemhäusern, mittelständischen Unternehmen, Start-ups – und daraus, dass deutsche Unternehmen federführend Hersteller des europäischen Service-Moduls für das amerikanische Raumschiff Orion seien. Darauf sollte Deutschland aufbauen und sich als zentraler Partner der USA für die Rückkehr zum Mond im Jahr 2024 einbringen. „Eine gemeinsame bemannte Mondmission mit einer deutschen Astronautin wäre ein starkes transatlantisches Signal, würde die Begeisterung für Raumfahrt und MINT-Berufe stärken und neue technologische und wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen“, unterstrich Kempf.

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