Werkzeugmaschinen

Deutschlands Werkzeugmaschinenmarkt fehlt momentan der rechte Schwung

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Deutsche Werkzeugmaschinenhersteller bauten 2012 ihren globalen Marktanteil aus

Mit ihrem Produktionsergebnis war die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie 2012 unter den großen Wettbewerbern eindeutig der Gewinner. Schließt man Wechselkurseffekte aus, ist die chinesische Produktion geschrumpft, während die Japaner auf der Stelle traten. Die US-Werkzeugmaschinenproduktion konnte aufgrund des dynamischen Inlandsmarktes zwar zulegen, blieb mit einem Zuwachs von 7 % aber hinter der deutschen zurück. Auch die europäische Werkzeugmaschinenindustrie wuchs insgesamt nur halb so stark wie die deutsche. Im Export rückten die deutschen Anbieter wieder näher an Japan heran.

Für 2013 erwartet der VDW-Prognosepartner Oxford Economics, dass Industrieproduktion und Anlageinvestitionen weltweit wieder etwas stärker zulegen. Für die Werkzeugmaschinenindustrie in Deutschland leitet der Verband daraus stabile Bestellungen ab. Diese Erwartung wurden im ersten Quartal 2013 zunächst herb enttäuscht. So schrumpfte der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um 19 %, wobei die Inlandsbestellungen um 21 %, die Auslandsbestellungen um 18 % nachgaben.

„Der Werkzeugmaschinennachfrage fehlt es nach wie vor an Schwung“, konstatiert VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer. Der enttäuschende Jahresauftakt signalisiere fühlbare Skepsis, insbesondere auch bei den mittelständischen Kunden im Inland. Sehr schwach fiel im Berichtsquartal die Nachfrage nach spanenden Werkzeugmaschinen aus, die um 26 % hinter der des entsprechenden Vorjahresquartals zurückblieb. In der Umformtechnik hingegen, die vor allem vom Projektgeschäft mit der Automobilindustrie lebt, notierten die Bestellungen wieder auf Vorjahreshöhe.

Im zweiten Halbjahr 2013 muss der „Auftragsknoten“ endlich platzen

„Das zweite Halbjahr muss nun ein Gegengewicht setzen, damit der prognostizierte Produktionszuwachs von 1 % nicht gefährdet ist“, gibt VDW-Geschäftsführer Schäfer zu verstehen. Dabei fokussieren sich die Erwartungen von Verband und Branche erneut auf die asiatischen Wachstumsmärkte – allen voran China, wo die Wirtschaft in diesem Jahr nach Expertenmeinung wieder schneller wachsen soll.

Auch Nordamerika bleibt nach Einschätzung des VDW 2013 ein stabiler Absatzmarkt für Werkzeugmaschinen aus „good old Germany“. Russland sei wegen seines hohen Modernisierungsbedarfs weiterhin ein attraktiver Kunde, wenngleich VDW-Vorsitzender Martin Kapp Russland ermahnt, verlässlichere Rahmenbedingungen für Investoren und Handelspartner zu schaffen.

(ID:39819010)